| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Primavera Sound Festival – Barcelona, 29.05. – 02.06.2018

A ha, bei Mango verkaufen sie jetzt auch Klamotten. Eine an und für sich banale und belanglose Feststellung, es sei denn, ich treffe sie im Parc del Fòrum auf dem diesjährigen Primavera Sound Festival. Schallplatten, ja, Poster, ja, allerlei Merchandise, ja, was zu essen und trinken, ja klar, aber Klamotten konnte man - abseits von Bandshirts - hier bisher noch nicht kaufen. 2018 geht das also. Dafür suche ich den Stand mit den Ohrstöpseln vergeblich.

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Clap your hands say yeah – Köln, 16.07.2018

Clap your hands say yeah dürfen keine 2-Alben-wonder Band bleiben! Dafür mag ich Alec Ounsworth Leiergesang zu sehr, dafür kann ich zu „Satan said dance“ zu gut tanzen, dafür ist sind Melodien in „The skin of my yellow country teeth“ zu schön. Man merkt vielleicht, Clap your hands say yeah höre ich sehr gerne, und so mache ich mich nicht gänzlich emotionslos auf den Weg ins Gebäude 9. Es ist der heißeste Tag des Jahres und ich möchte diese Band sehen, um die es nach den beiden großen Alben Clap your hands say yeah und Some loud thunder definitiv zu leise geworden ist.

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The Breeders – Köln, 05.07.2018

Nun also doch noch The Breeders. Warum denn auch nicht? Auf dem Primavera vor ein paar Wochen habe ich sie noch verpasst bzw. das zeitgleich stattfindende Thundercat Konzert war mir wichtiger. Ruhigen Gewissens konnte ich den Breeders Auftritt ein paar Bühnen weiter allerdings nicht sausen lassen, denn dass es später im Gloria klappen würde, war nicht von langer Hand geplant.

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Konzerte & Fußball

Alle Jahre wieder, oder genauer gesagt, alle 2 Jahre wieder, stellt sich im Juni / Juli die Frage, was wichtiger / schöner / besser sei: Das Abendspiel der Fußball-WM bzw. Fußball-EM oder doch der sommerlich stickige Konzertsaal? Auch wenn Deutschland bereits im Flieger nach Hause sitzt, bleibt für mich die Frage offen. Die Spiele der Mannschaft sind und waren mir nie die interessantesten Begegnungen. Klar fiebere ich hier mit, aber insgeheim freue ich mich mehr auf die anderen Spiele. Auf die Belgier, die Urus, das schöne Spiel der Niederländer oder das turnusmäßig wiederkehrende Gewurschtel der Argentinier.

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… and you will know us by the trail of dead – Köln, 13.06.2018

Major Label Debüt. Durchbruchalbum. Source Tags & Codes wurde 2002 via Interscope veröffentlicht. Warum die Band nun gerade jetzt damit auf Tour geht, erschließt sich nicht direkt. Letztes Jahr erschien zum 15-jährigen eine aufwendige Vinylbox und eine Doppel-CD Edition von Source Tags & Codes. Im Winter letzten Jahres sollte dann in London ein Albumkonzert folgen, das jedoch von der Band abgesagt wurden. Arbeiten an einem neuen Album wurden unter anderen als Grund genannt. Von einem neuen Album habe ich nichts mehr gehört, dafür wurden aber im Frühjahr ein paar Konzerte angekündigt.

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Beck – Brüssel, 06.06.2018

„Where it’s at“, „Devils haircut“ und natürlich „Loser“ sind so Spontanassoziationen, die mir zu Beck einfallen. Im nichtmusikalischen Rahmen müsste ich Scientology nennen. Beck Hansen. In den 1990er Jahren nahm ich ihn lange als one-hit wonder wahr. „Loser“ war zur damaligen Grunge Hochzeit der Song, auf den sich auch nicht Grunger einigen konnten. Entsprechend erfolgreich war die Single des ersten Albums Mellow Gold, auf den Musikfernsehprogrammen lief sie rauf und runter.

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Unterwegs mit Musik: Skopje

Ein paar Tage in Skopje. Diese Stadt wirkt merkwürdig. Gebäudefassaden im römisch, neo-klassizistischem Stil wechseln mit sozialistischen Betonbauten und Neubauprojekten, die hoffentlich zuende geführt werden. Betritt man zum ersten Mal den Platz an der alten Steinbrücke ist man erstmal erschlagen. Eine riesengroße Statue nimmt den gesamten Blick ein: überdimensioniert und einfach zu groß erhebt sich das Standbild von Alexander dem Großen in der Mitte des Platzes. Groß ist hier Programm, denn riesig ist auch die Staue auf der anderen Seite der Brücke vor dem Eingang zum alten Bazar, direkt neben dem jüdischen Mahnmal und nur einen Steinwurf entfernt von der mazedonischen Philharmonie, einem Betonbau in schönster Brutalismus Optik.

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Transformer II Festival – Maastricht, 20.05.2018

Ich hatte das alles ganz anders in Erinnerung. Die Brückenzufahrt zur Norderbrug war weg, der Eingang zur Muziekgieterij ein anderer. Einiges hatte sich im Umfeld der Muziekgieterij ganz schön verändert. Die Gentrifizierung lässt grüßen. Das große Student Hotel und der Kinokomplex zeigen die neue Ausrichtung des ehemaligen Industrieareals. Schon vorher kam mir unser Anfahrtsweg merkwürdig vor. Wo war denn der Kreisverkehr mit der Kirche am gegenüberliegenden Kreisbogen? Warum überqueren wir die Maas erneut? Einige der Fragen lösten sich kurz vor dem Erreichen des Ziels im Boschstraatkwartier im westlichen Maastricht in Luft auf (wir kamen anfahrtstechnisch aus Süden, nicht - wie ich es kannte - aus Westen, und Baustellen sprießen in Maastricht wie wild), andere blieben.

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Ben Folds – Hamburg, 16.05.2018

Mit der linken Hand in der Hosentasche schlurft Ben Folds auf die Bühne. Zu Recht völlig unbeeindruckt von den Räumlichkeiten des großen Saales der Elbphilharmonie setzt er sich an den Flügel, nachdem er sich einmal um 360 Grad drehend in die Runde gewinkt hat. Der Flügel ist das einzige Instrument auf der Bühne, in der Mitte aufgebaut und - wie immer - von links nach rechts (aus Sicht des Publikums) ausgerichtet. Klavier oder Flügel stehen immer von links nach rechts, warum ist das eigentlich so?

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Isaac Gracie – Köln, 04.05.2018

Isaac Gracie lernte ich letzten Sommer beim Reeperbahnfestival in Hamburg kennen. Dort war er musikalischer Gast bei Ray Cokes Nachmittagsmusiktalk, was bedeutete, dass er zwei oder drei Lieder spielte. Also Isaac Gracie, nicht Ray Cokes. Letzterer scherzte nur umher. Eines davon war ein wunderbares Nirvana Cover, ein anderes „Terrified“. An das dritte erinnere ich mich nicht mehr. Sowohl Cover als auch die eigenen Songs blieben mir so stark im Gedächtnis (ein Wunder bei der Vielzahl neuer Eindrücke, die ich auf dem Reeperbahnfestival sammeln durfte), dass ich den jungen Mann aus London in den nächsten Monaten im Auge behielt.

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Ought – Köln, 03.05.2018

An diesem Abend fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Lucy Dacus oder Ought? Schon früh hatte ich mir ein Ticket für die Kanadier besorgt, in den letzten Wochen jedoch mehr und mehr die US-amerikanische Sängerin für mich entdeckt. Beide gingen aber nicht. Köln ist nicht Brüssel, wo tags zuvor beide Bands nacheinander in der Botanique Konzerte gaben. Das kleine Festival schlappe 200 km entfernt wurde komplettiert durch die Band Hater und war damit zum einen musikalisch stimmig und reizvoll besetzt. In Köln spielte Lucy Dacus im Blue Shell, Ought zusammen mit Hater im Bumann & Sohn. Beides kleine Läden, beide irgendwie toll für überschaubare Konzerte. Durch den zeitigen Ticketkauf war die Wahl quasi entschieden, selbstläufig fiel meine Wahl auf Ought.

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Die Nerven – Köln, 23.04.2018

Die Nerven. Als ich die Nerven das letzte Mal live in der Bonner Harmonie sah, konstatierte ich nach einem berauschenden Konzert, dass die Band zwar auch in der Jazz- und Musikkneipe der Harmonie gut aufgehoben war, ich ihren natürlichen Konzertlebensraum jedoch eher in alten Industriehallen wie dem Gebäude 9 sehen würde. Genauso wie alte Glamrockbands aus den 1970er Jahren in die Harmonie gehören, verorte ich Postpunk Bands in alte, ehemalige industrielle Gebäude, die zu Konzertsälen umfunktioniert wurden.

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Protomartyr – Köln, 22.04.2018

Der Typ im Anzug fasziniert mich, seitdem ich ihn das erste Mal erblickt hatte. Damals, ganz oben in der TivoliVredenburg in Utrecht. Er und seine Band spielten im kleinen Saal ein Konzert, das so nachhaltig wuchtig war, dass ich diese Band unbedingt wiedersehen musste. Der Typ ist erinnert mich an Mark E. Smith. Latent genervt, nervös und leicht reizbar schrie er seine Texte in das Mikrofon, dass die Band Mühe hatte, dem in irgendeiner Art und Weise zu folgen.

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