| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Destroyer – Köln, 28.08.2018

Der Tag nach dem Bataclan Anschlag war ein Samstag. Ich saß zuhause und überlegte die letzten Stunden, ob es klug, gut und richtig ist, den Abend im Kölner Luxor bei einem Konzert zu verbringen. Zu sehr beschäftigte mich das, was sich in Paris ereignet hat. Andererseits, ich hatte ein Ticket und es spielte nicht irgendwer. Es spielte meine damalige absolute Lieblingsband, deren Album Poison season ich rauf und runter hörte. Ja, ich freute mich wie Bolle auf Destroyer. Nachdem ich später am Tag die Thematik nochmals mit einem Freund am Telefon diskutiert hatte, entschied ich mich, ins Luxor zu gehen.

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Euphoria mo(u)rning

Neulich beim Wühlen in der heimischen Plattenkiste. 1999 veröffentlichte Chris Cornell sein wunderbares Debütalbum Euphoria morning. Soundgarden hatten sich zwei Jahre zuvor aufgelöst und Chris Cornell liefert auf seinem Debüt Musik abseits des Grunge Metal Alternative Rock. Ich empfehle es sehr! „Can’t change me“ bringt gleich im ersten Song die unglaubliche Stimme des Sängers in den Vordergrund und muss all diejenigen bekehren, die Chris Cornell nur für einen null acht fuffzehn Rocksänger hielten. 2015 wurde eine remasterte Version des Albums veröffentlicht. Neben dem Fehlen der französischen Version von „Can’t change me“ (braucht auch eigentlich niemand), die 1999 auf den internationalen Pressungen des Albums vertreten war, fällt mir noch etwas anderes auf: Der Albumtitel hat sich geändert.

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Blonde Redhead – Köln, 19.08.2018

Aus mir heute nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen besitze ich eine Blonde Redhead CD. Ich vermute, dass 23 seinerzeit relativ verbreitet war und in den Musikmagazinen hochgelobt wurde, wie sonst sollte ich auf die Idee gekommen sein, 23 zu kaufen? Beziehungsweise viel spannender ist die Frage, warum ich außer 23 keine weitere Blonde Redhead Platte besitze Auf beide Fragen habe ich heute keine Antworten.

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M’donna. (Again).

Wer wie ich in den 80er Jahren seine Teeniezeit verbrachte, kam an Madonna nicht vorbei. Kurz nachdem es mit Nena vorbei war, kam Madonna gerade noch rechtzeitig, bevor ich mich musikalisch mit Jungsbands wie U2, Frankie goes to Hollywood und Marillion abgab. Mit ihrem Album Madonna war sie noch zu unspektakulär, die Single „Lucky star“ verlor noch klar gegen Nenas „?“ und auch Kajagoogoo, Robin Gibb, Paul Young und Culture Club fand ich damals besser. Doch die Singles „Into the groove“ und „Material girl“ brachten Madonna erste Achtungserfolge.

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Protomartyr – Düsseldorf, 13.08.2018

‘Gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen’ twitterte ich am Montagabend, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte. Protomartyr erlebte ich erst vor ein paar Monaten in einem ausverkauften Gebäude 9. Das Konzert war toll und als sie vor einigen Wochen weitere Konzerte in meiner Nähe ausriefen, war klar, da geh’ ich hin. Egal, wann und wo ich Protomartyr das letzte Mal gesehen habe. Selbst, wenn es gestern gewesen wäre. Denn gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen.

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Absolutely free Festival – Genk, 04.08.2018

Gegen den symbolischen Eintritt von drei leeren Batterien. Im Café des Cultuurcentrums der C-Mine sitzen draußen eine Handvoll Leute. Zwei Hobbyradfahrer kommen vorbei und erzählen von ihrer Ausfahrt von Roermond nach Maastricht und zurück. Kann man machen, ist ja flaches Terrain hier, denke ich, und ach, ich bekomme Lust, wieder mehr Rad zu fahren. Erst recht, wenn Kaffeepausen so schön und Stopps so gemütlich sein können wie in dem Genker Kulturzentrum. Die C-Mine haben wir im Frühjahr entdeckt, als in den Sälen des alten Bergwerkes das Little Waves Festival stattfand.

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200km plus: Konzerttipps für August in Köln

Es ist heiß, verdammt heiß. Der Sommer lähmt alle Glieder und Gedanken. Es ist schwer, an Konzerte in Hallen und Klubs zu denken. Trotzdem, im August müssen wir uns aufraffen, der Hitze trotzen und den Platz auf dem schattigen Balkon gegen einen schwülwarmen Konzertraum eintauschen. Denn sonst, ja sonst würden wir was verpassen! Hier und da und anderswo, meine Konzerttipps für den August.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 29.05. – 02.06.2018

A ha, bei Mango verkaufen sie jetzt auch Klamotten. Eine an und für sich banale und belanglose Feststellung, es sei denn, ich treffe sie im Parc del Fòrum auf dem diesjährigen Primavera Sound Festival. Schallplatten, ja, Poster, ja, allerlei Merchandise, ja, was zu essen und trinken, ja klar, aber Klamotten konnte man - abseits von Bandshirts - hier bisher noch nicht kaufen. 2018 geht das also. Dafür suche ich den Stand mit den Ohrstöpseln vergeblich.

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Clap your hands say yeah – Köln, 16.07.2018

Clap your hands say yeah dürfen keine 2-Alben-wonder Band bleiben! Dafür mag ich Alec Ounsworth Leiergesang zu sehr, dafür kann ich zu „Satan said dance“ zu gut tanzen, dafür ist sind Melodien in „The skin of my yellow country teeth“ zu schön. Man merkt vielleicht, Clap your hands say yeah höre ich sehr gerne, und so mache ich mich nicht gänzlich emotionslos auf den Weg ins Gebäude 9. Es ist der heißeste Tag des Jahres und ich möchte diese Band sehen, um die es nach den beiden großen Alben Clap your hands say yeah und Some loud thunder definitiv zu leise geworden ist.

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The Breeders – Köln, 05.07.2018

Nun also doch noch The Breeders. Warum denn auch nicht? Auf dem Primavera vor ein paar Wochen habe ich sie noch verpasst bzw. das zeitgleich stattfindende Thundercat Konzert war mir wichtiger. Ruhigen Gewissens konnte ich den Breeders Auftritt ein paar Bühnen weiter allerdings nicht sausen lassen, denn dass es später im Gloria klappen würde, war nicht von langer Hand geplant.

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Konzerte & Fußball

Alle Jahre wieder, oder genauer gesagt, alle 2 Jahre wieder, stellt sich im Juni / Juli die Frage, was wichtiger / schöner / besser sei: Das Abendspiel der Fußball-WM bzw. Fußball-EM oder doch der sommerlich stickige Konzertsaal? Auch wenn Deutschland bereits im Flieger nach Hause sitzt, bleibt für mich die Frage offen. Die Spiele der Mannschaft sind und waren mir nie die interessantesten Begegnungen. Klar fiebere ich hier mit, aber insgeheim freue ich mich mehr auf die anderen Spiele. Auf die Belgier, die Urus, das schöne Spiel der Niederländer oder das turnusmäßig wiederkehrende Gewurschtel der Argentinier.

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… and you will know us by the trail of dead – Köln, 13.06.2018

Major Label Debüt. Durchbruchalbum. Source Tags & Codes wurde 2002 via Interscope veröffentlicht. Warum die Band nun gerade jetzt damit auf Tour geht, erschließt sich nicht direkt. Letztes Jahr erschien zum 15-jährigen eine aufwendige Vinylbox und eine Doppel-CD Edition von Source Tags & Codes. Im Winter letzten Jahres sollte dann in London ein Albumkonzert folgen, das jedoch von der Band abgesagt wurden. Arbeiten an einem neuen Album wurden unter anderen als Grund genannt. Von einem neuen Album habe ich nichts mehr gehört, dafür wurden aber im Frühjahr ein paar Konzerte angekündigt.

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Beck – Brüssel, 06.06.2018

„Where it’s at“, „Devils haircut“ und natürlich „Loser“ sind so Spontanassoziationen, die mir zu Beck einfallen. Im nichtmusikalischen Rahmen müsste ich Scientology nennen. Beck Hansen. In den 1990er Jahren nahm ich ihn lange als one-hit wonder wahr. „Loser“ war zur damaligen Grunge Hochzeit der Song, auf den sich auch nicht Grunger einigen konnten. Entsprechend erfolgreich war die Single des ersten Albums Mellow Gold, auf den Musikfernsehprogrammen lief sie rauf und runter.

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