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Moby – Wait for me

27 Jun 2009 | von frank | Kategorie: cd kritik | kein Kommentar
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Moby - Wait for meLounge Classics Volume 32? Habe ich mich bei der Playlist Auswahl verdrückt? Ich wollte doch das neue Moby Album „Wait for me“ hören. Ein kurzer Blick auf das Display stellt klar: Ach, es ist Moby.
Hiermit ist alles gesagt. Ich kann die Rezession über „Wait for me“ beenden, bevor sie so richtig beginnt.
Moby, mit bürgerlichem Namen Richard Melville Hall, hat ein neues Album produziert. Sein neuntes. Es ist sein bisher minimalistischstes. „Es ist irgendwie total entspannend, alles in Eigenregie zu machen, ganz ohne Hintergedanken an den Musikmarkt. Keine Ahnung, ob sich irgendjemand dafür interessieren wird oder ob sich das Album verkauft, aber es ist ein gutes Gefühl, etwas aus richtigen Gründen zu tun, keine Gedanken an Radioplaylisten oder Verkaufszahlen zu verschwenden und einfach nur ein Album zu machen, weil man Lust dazu hat.“ So Moby in einem Interview.
Klingt ein bisschen so, als ob man sich eine zu erwartende Enttäuschung im Vorhinein schönredet, um dann nicht zu sehr enttäuscht zu sein.
Tatsächlich ist das Album nicht die Neuerfindung des Rades oder gar zwanghaft radiokompatibel. Beim ersten Hören entdeckt man keinen Song mit klassischem Singleanspruch. Jeder Track ist nett, eingängig, aber einen Radiosong, nein, den entdecke ich nicht. Und auch ein aha Erlebnis bleibt leider aus.
Gäbe es nicht „Mistake“, die Musik würde nicht weiter auffallen. So unscheinbar klingt „Wait for me“. Lounge Musik. Tracks, die perfekt in die Kaffeebar passen (entschuldige Moby, ich mag lieber Kaffee als Tee), die nicht unbedingt Starbucks heißen muss. Oder in eine Cocktailbar zum Afterwork Drink. Das Album präsentiert sich wie aus einem Guss. Das ist harmonisch, hat stylischen Anspruch, wirkt aber austauschbar und gefühllos. Wo Sophie Hunger einem die Tränen in die Augen treibt oder Friendly Fires die Beine zum zucken bringen, säuselt „Wait for me“ unaufdringlich im Hintergrund wie die Waschmaschine. Mal mit Gesang, mal instrumental.
Sechs Gastmusiker, teilweise ohne Google Identität, liehen „Wait for me“ ihre Stimmen: Amelia Zirin Brown , a dynamic singer, emcee, comedienne, actress, and bon vivant (sagt yo-yoma.com), auf „Pale Horses“, Starr Blackshere („Study War“), Leela James, eine Soul und Jazz Sängerin mit bereits 2 veröffentlichten Alben, auf „Walk with me“, Melody Zimmer („jltf“), sowie der Jazzsängerin Hilary Gardner auf „Hope is gone“ und Kelli Scarr, deren Debütalbum er derzeit produziert, auf „Wait for me“. Allesamt Freunde von Moby.
Was auffällt: Einige der Gesangsongs sind mit einem leichten, altmodisch klingenden Schallplattenknarren unterlegt. Sie wirken so analoger, wärmer und näher, nicht so perfekt technisch und kühl wie die restlichen neun Instrumentaltracks. Die Stimmen sind mal nur schnödes Beiwerk, mal weiteres Instrument („Walk with me“).
Die Instrumentaltracks klingen nach Unterwasserfahrten, Couch und Entspannen. „Pale horses“ ist ein Paradebeispiel für diese Art Song, „Ghost return“ ein anderes. Auf „Scream pilots“ höre ich die typischen Moby Streicherteppiche, hier kombiniert mit kleinen Gospel-Samplings“.
Das liest sich nicht nur zeitlos, das hört sich auch so an. Musik zum in die Landschaft gucken oder nachdenken.
Das modernste Stück auf „Wait for me“ ist „Mistake“. Hier gibt Moby seine Interpretation des derzeitigen 80er Jahre Retrohypes. Wo Ladyhawke oder Client die Synthiesounds auspacken, kramt der 43-jährige die Cure Gitarren aus. Diese und ein Wave-hafter Gesangsstil von Moby höchstpersönlich, übrigens das einzige Mal auf dem Album, das seine Stimme zu hören ist, bestimmen den Song. Es bleibt der einzige musikalische Ausreißer.
Das Album endet mit dem schönen Schlummersong „Isolate“. Danach möchte man gar nicht mehr von der Couch aufstehen. Totale Tiefenentspannung. Hoffentlich hat die Stereoanlage eine Fernbedienung.
„Wait for me“ ist definitiv keine Tanzplatte, aber es es ist ein typisches Moby Album. Ein Album, das man so erwarten konnte. Solide und nett. Zu Jubelstürmen hat es mich nicht hingerissen. Aber ich werde es des Öfteren auflegen, als Soundtrack zum Wohnen.
Ein lustiges Erlebnis beim ersten Hördurchgang gab es dann doch: Der vermeintlich beste Moby Song entpuppte sich als Phoenix „Love like a Sunset Part 1“. Es muss versehentlich in die Playlist gerutscht sein.
Viel Spaß beim Hören!

Die Tracklist des Albums liest sich wie folgt:
01) Division
02) Pale horses
03) Shot in the back of the head
04) Study war
05) Walk with me
06) Stock radio
07) Mistake
08) Scream pilots
09) jltf-1
10) jltf
11) A seated night
12) Wait for me
13) Hope is gone
14) Ghost return
15) Slow light
16) Isolate

Links:
Moby Homepage
Moby MySpace
Label Ministry of Sound

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Sophie Hunger

24 Jun 2009 | von frank | Kategorie: bands und musiker | kein Kommentar
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Noch ein, zwei, aber doch am liebsten dreihundert Worte über die fabelhafte Sophie Hunger.
Nachdem sie mich erst mit diesem Video, dann mit diesem Album und dann mit diesem Konzert begeistert hat, muss ich zwei weitere „dann’s“ für einen, meinen neuerlichen Jubel ergänzen.
Da wäre Frau Hungers Konzertankündigung für einen Auftritt in der Kölner Kulturkirche (unbedingt hingehen: 29.09.2009, einen Tag, bevor die Österreicherin Anja Plaschg aka Soap&Skin dort spielen wird. Welch Wahnsinns-Doppel!), und das – schon etwas ältere, aber gestern erst von mir entdeckte – arte- Interview Schnipselchen.
“Was machen Sie mit dem Geld, dass sie verdienen?”
“Also das meiste gebe ich aus für Taxis und Restaurants. Das ist ein sehr grosses Problem. Ich habe zur Zeit ein Taxi und Restaurantverbot mir gegenüber verhängt.”
Sophie Hunger, sehr sympathisch. Ich bin immer noch begeistert! Sie hat etwas, was ich nicht begreife.

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Art Brut // Sonic Youth

23 Jun 2009 | von frank | Kategorie: videothek | kein Kommentar
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Raus aus dem Studio, rein in die Promotionmühle. a couple of songs…

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Sonic Youth

22 Jun 2009 | von frank | Kategorie: videothek | kein Kommentar
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Das Video des Jahres von der besten Band der Jetztzeit. Wow!

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Kasabian – West Ryder Pauper Lunatic Asylum

22 Jun 2009 | von frank | Kategorie: cd kritik | kein Kommentar
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Kasabian - West Ryder Pauper Lunatic AsylumUrlaub in fremden Ländern lässt komische Assoziationen wachsen. Anders kann ich mir den Vergleich zwischen Pizza und dem neuen Album der britischen „Oasis II“ nicht erklären. Irgendwie passt es aber auch zu gut, und nach meinem letzten Pizzamahl stellte ich mir dieselbe Frage.
Warum nur eine Sorte Belag, wenn man vier auf einmal haben kann.
Das Prinzip Pizza Quattro Stagioni. Salami, Käse, Schinken und Pilze teilen sich in gleichgroßen Vierteln den Pizzabelag. Abwechslung auf dem Teller, auf dem nur ein Belag nach sieben, acht Bissen geschmackliche Langeweile aufkommen lassen würde.
“West Ryder Pauper Lunatic Asylum”, das dieser Tage veröffentlichte dritte Album der britischen Band Kasabian, bietet dem Hörer auf dem Plattenteller eine ähnliche Variation. TripHop, Punk, Britpop, Beatmusik, oder LCD Soundsystem und DJ Shadow, The Prodigy, die Bluetones und die Kinks. All diese Stilelemente sind in den 12 Songs bzw. in den 52 Minuten heraushörbar.
Der Teig, der diesen Mix inhaltlich zusammenhält, ist die Stimme des Kasabian Sängers und Mitbegründers Tom Meighan. Sie ist die Konstante, der rote Faden dieses mehr nach Konzept als Kommerz klingenden, soundtrackartigen Albums.

Apropos Pizza. Apropos Italien. Die erste Singleauskopplung „Underdog“ könnte einem aus dem UEFA Champions League Programm bekannt vorkommen. Sie untermalt die Trickstafette des noch Mailänders und bald Madrilenen Kaka im schönen TV Werbespot für den neuen „Sony Bravia“ Superfernseher.
„Underdog“ ist auch der Song, der einen nach wenigen Minuten an UNCLE oder DJ Shadow Alben denken lässt. Schwermütig daherkommende, stark basslastige Tanzbeats und eine über den Sound gehobene Gesangslinie.
Technobeats hört man auch in „Swarfiga“, ein Song, der so klingt wie der Name es vermuten lässt: nervös, treibend, instrumental.
Im folgenden „Fast Fuse“, 2007 schon als Download veröffentlicht, treffen Modmelodien auf Garage- und Surfpunk. „Ein Fausthieb in den Magen. Eine Kugel direkt zwischen die Augen.“ beschreibt ihn die Band. Na ja, Künstler neigen zeitweise zu Übertreibungen. Nach vorn geht „Fast Fuse“ aber schon.
Im Gegensatz zu „Take Aim“. Streicher und Bläser dominieren die ersten ruhigen Sekunden, bevor im letzten Drittel mit Keyboards ein wenig Fahrt aufgenommen wird. Ein erster Downer zur Mitte des Albums, der zweite folgt mit „Thick as Thieves“. Es ist das britischste Stück auf “West Ryder Pauper Lunatic Asylum”. Kinksmelodien, Cast oder die Bluetones hätten es vor 10 Jahren nicht besser hinbekommen können.
Beide Songs stimmen ein und leiten perfekt über zum unvermeidlichen „West Ryder Silver Bullett“. Der Song startet mit einem Sample, vermutlich gesprochen von der amerikanischen Schauspielerin Rosario Dawson, die auch den Duettpart neben Tom Meighan in dem Song übernimmt.

Über The Prodigy Punk („Vlad the Impaler“), Twin Peak’schen Soundtracks („Ladies and Gentlemen“) endet “West Ryder Pauper Lunatic Asylum” mit einem Song, den die Band „Happiness“ genannt hat. Er klingt versöhnlich, ist einfacher strukturiert als die anderen 11 Songs und bildet ein leichtgängiges Ende. Dazu passt der Gospelchor, der nach gut drei Minuten einsetzt. „Ich wollte, dass das Album mit einer positiven Tendenz endet“, sagt dazu Gitarrist Sergio Pizzorno, der nach dem Abgang von Christopher Karloff vor drei Jahren alleiniger Songschreiber Kasabians ist und für alle Songs mehr oder weniger verantwortlich scheint.

“West Ryder Pauper Lunatic Asylum” ist ein sehr modernes britisches Album geworden. Es ist ein wilder Mix aus unterschiedlichsten Klängen und Stilen.
Es ist ein bisschen wie im wahren “West Ryder Pauper Lunatic Asylum”, Großbritanniens erster psychiatrischen Anstalt für Arme. Jeder einzelne der zwölf Songs ein verrückter Patient, der alleine nur schwer überleben kann. Doch in der Gemeinschaft klappt es, und das Album wirkt denn auch nicht überfrachtet und überfordert den Hörer keineswegs.

01: Underdog
02: Where Did All The Love Go?
03: Swarfiga
04: Fast Fuse
05: Take Aim
06: Thick As Thieves
07: West Ryder Silver Bullet
08: Vlad The Impaler
09: Ladies And Gentlemen (Roll The Dice)
10: Secret Alphabet
11: Fire
12: Happiness

Links:
Kasabian Homepage
Kasabian MySpace

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