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The Invincible Spirit

24 Feb 2010 | von frank | Kategorie: video - live im konzert | kein Kommentar
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Everybody was in the French Resistance…Now! – Köln, 22.02.2010

23 Feb 2010 | von frank | Kategorie: konzert | ein Kommentar
Tags: -

Ready Art Brut! Ready Everybody was in the French Resistance…now! !
Eddie Argos, der alte Haudegen und Entertainer ist in der Stadt. Seine Haus und Hofband Art Brut liegt derzeit auf Eis, Ewitfr…n! ist das Projekt des Moments. Zusammen mit seiner Freundin Dyan Valdés hat er sich aufgemacht, den Weg der Pophistorie zu begradigen. Wer es noch nicht anderswo gelesen hat, das Debütalbum „Fixin’ the charts, Vol. 1“ der beiden ist eine einzige Antwort. Eine Antwort auf viele große und kleine Hits der 60er, 80er, 90er und 00er.
Das Schema, nach dem die beiden ihre Songs konzipiert haben, funktioniert wie folgt: Sie hören einen Song oder sehen ein Video und fragen sich, was hat sich der Interpret nur dabei gedacht, und sehen wir das nicht alles ganz anders.
Ihr “Hey, it’s Jimmy Mack!“ zum Beispiel. Das Stück gibt die Antwort auf Martha Reeves & The Vandellas Song “Jimmy Mack“. In diesem Song teilt die Sängerin ihrem Freund, der viel auf Reisen unterwegs ist, mit, dass sie ihn jetzt betrüge, weil er ja nie zuhause sei.
Everybody was in the French Resistance…now! entgegnen: “Hey, it’s Jimmy Mack. I heard your track, and if that’s your attitude, I’m never coming back”.
In ähnlicher Weise funktionieren alle Songs, sei es nun “Walk alone” (Gary and the Peacemakers “You’ll never walk alone” wird entgegnet , dass es sehr wohl okay sei, ab und an alleine zu sein) oder “Coal Digger” und “G.I.R.L.F.R.E.N. (You know I’ve got a)” zu Kayne West “Gold Digger” und Avril Lavigne’s “Girlfriend”.
Mehr möchte ich nicht aus den einschlägigen Seiten kopieren, obwohl, das paste & copy Verfahren ist ja gerade in. #helene_hegemann würde jetzt als Querverweis bei Twitter hinter diesem Satz stehen. Herrje, ich schenk’ mir ein Statement zu Dingen, zu denen ich nichts Nahrhaftes zu sagen habe. Das können andere tun.
Und all meine Recherchen hätten gar nicht sein müssen, wie der Abend noch zeigen soll…
Also, lasst uns über Everybody was in the French Resistance…now! reden. Das ist viel lustiger!
Vielleicht noch lustiger als über Art Brut. Eddies ursprüngliche Band mag ich sehr und ihre Konzerte sind immer etwas Besonderes. Natürlich auch wegen Eddie Argos. Der Indieflummi enttäuscht fast nie, hat immer was zu sagen und lässt an guten Tagen kein Publikumsauge trocken. So war es natürlich auch im Blue Shell.
Also: Ready, Everybody was in the French Resistance…now!?
Na dann los. Zu einer feinen Marseillaise Version marschieren die drei auf die Bühne. Dyan, Eddie und ein unbekannter Gitarrist / Schlagzeuger, der die beiden in Konzerten unterstützt, namentlich aber ungenannt bleibt.
Die französische Nationalhymne. Großer Beginn. „In Paris, wo wir neulich spielten, “ so Eddie, „seien daraufhin alle aufgestanden“. In einem englischen Pub einige Konzerte zuvor hätten die Leute blöd geschaut. „Hey, ihr seid doch keine Franzosen!“ Tja, andere Länder, andere…
Song Nummer eins, der Albumopener “Creeque allies“. schloss sich nahtlos an. Kann ein Übergang perfekter sein?
Dann ergriff Herr Argos das Wort, und gab für die, die nichts mitkriegen, einige fachliche Erläuterungen zum Verlauf des Abends. Ewitfr…n! seien ein Projekt; ein Projekt, in dem man textlich missglückte Songs der Popgeschichte zurechtrücken wolle, ihre Sicht auf die Dinge schildere oder einfach nur tollen Bands huldige. Und so erzählte er vor jedem Stück die Geschichte zu diesem Song, gab kurz den Inhalt des Originals wieder und was die beiden sich mit ihrer Antwort gedacht haben.
Das war natürlich alles sehr unterhaltsam und wurde unter großem Gelächter auf und vor der Bühne vorgetragen. Was es mit “Coal Digger” und Kayne West auf sich hat, die Geschichte um das Michael Jackson Video zu Billie Jean oder sehr viel sympathische Worte zu Elastica, eine von Dyan und Eddie sehr geschätzte Band aus den 90ern. All dies kam in typischer Eddie Argos Manier. Der große Entertainer war in seinem Element.
Was ich nicht wusste, ihr Song “Superglue“, sie spielten ihn irgendwann in der Mitte des Sets, ist die Antwort auf Elasticas “Vaseline“. Kennt man den Hintergrund, hört man die Referenzen sofort heraus. “Superglue“ ist vom Songaufbau her eine perfekte Elastica Kopie. Großartig, und für mich das Zeichen, “Elastica“, das Debütalbum, unbedingt wieder herauszukramen. Ist es doch ein Klassealbum und Justine Frischmann eine meiner großen 90er Lieben! (Jaaaa, ihre Frisur war klasse!)
So spielten sie sich durch ihr Album, einzig „Walk alone“ ließen sie aus. Zum Ausgleich gab es einige Zeilen aus „With or without you“, angehängt an “Think twice (it’s not alright)“ und als Zugabe ein echtes Cover, “I wann be your boyfriend“ von den Rubinoos.
Hatten sie als letzten Song des regulären Sets G.I.R.L.F.R.E.N (you know I’ve got a) gespielt, galt es nun, Avril Lavigne einen weiteren Seitenhieb zu verpassen. “I wanna be your boyfriend“ sei doch der Song, von dem Avril ihr “Girlfriend“ abgekupfert hätte.

Ironically, her song about stealing boyfriends is, itself, stolen. Fans of the 1979 Rubinoos hit “I Wanna Be Your Boyfriend” will notice that the chorus in Avril’s song is nearly identical, save for the change in gender. The Rubinoos sued Avril in 2007 for stealing their song. It was eventually settled out of court, hopefully involving a huge cash settlement for The Rubinoos.

(via: The Eddie Argos resource)

Nach zwei, drei weiteren Bemerkungen war klar, dass Eddie die Kanadierin überhaupt nicht mag und sie unter keinen Umständen zur Freundin haben wolle. Auch nicht oder schon gar nicht wegen ihres Geldes. Es scheint ihm eine Herzensangelegenheit zu sein der Welt zu erzählen, wie wenig er von der Kanadierin hält.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich Eddie Argos live anzutun. Es ist eine wahre Freude!

Multimedia:
Fotos: frank@flickr

Kontextkonzerte:
Art Brut – Berlin, 15.05.2009
Art Brut – Köln, 05.06.2007

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Chokebore – Brüssel, 20.02.2010

21 Feb 2010 | von frank | Kategorie: konzert | kein Kommentar
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Die Band bricht ihren Song nach wenigen Takten. „Welches Stück spielt ihr?“ fragt Troy von Balthazar. „Jonathan was spielst du? Und du, James?“ Nun, jeder hatte eine andere Idee von der ersten Zugabe an diesem Abend. Nachdem das Lachen und Grinsen worüber war, einigten sie sich schließlich auf „One easy pieces“.
Zu diesem Zeitpunkt spielten Chokebore bereits eine gute Stunde alte und ganz alte Sachen. Eine neue CD betourt die Band aus Hawaii nicht, und so ist es eine B- Seiten und rare Tracks Kompilation, die nach Konzertende vom Bühnenrand abverkauft wird. Kurz vorher verschenkte Sänger Troy von Balthazar noch ein paar Poster an die erste Reihe. Ein überaus netter Typ, dieser Troy.
Chokebore, diese kleine feine amerikanische Indieband ist nach längerer Pause zurück und zeigt Bühnenpräsenz. Brüssel war für uns die nächstliegende Station und der ideale Samstagsausflug. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen, zumal die Botanique, die Gebäude des ehemaligen botanischen Gartens inmitten eines wunderschönen Parks, ein sehr schöner Konzertort ist.Chokebore erlangten Anfang / Mitte der neunziger eine relative Berühmtheit. Die 1993 gegründete Band aus dem Surferparadies Honolulu veröffentlichte in den Jahren 1993 bis 1998 vier Alben, um dann – nach längerer Pause – Album Nr. 5 2002 folgen zu lassen. Ein Live Album ein Jahr später vervollständigt den Katalog vielversprechender und toller Songs. Und die sollte es, nach guten acht Jahren Pause auch mal wieder live zu hören geben. “Ciao L.A.“ zum Beispiel, den sie in Brüssel gleich zu Beginn spielten. Oder “Geneva“, der auch Eingang auf die Setlist fand. Fünf Songs von „It’s a miracle“ bildeten das Grundgerüst des Abends.
Die Band hat zurzeit ihr Lager in Berlin aufgeschlagen, erfahren wir während des Konzertes. Nun, das erklärt das Berliner Kennzeichen des Tourvans und wirft für mich die bisher unbeantwortete Frage auf, ob Chokebore zu der Gruppe amerikanischer Bands gehört, die in Europa mehr Erfolg haben als in den USA. Derer gibt es einige. Die berühmteste ist vielleicht die Grungeband Citizen Dick, die in Europa sehr bekannt und „zumindest in Belgien groß sind“.
Aber zurück: Chokebore klingen mit ihren schweren Gitarren sehr nach 90er. Sadcore, so die offizielle Bezeichnung ihres Sounds. Langsam nach vorne taumelnd, aber nie fallend, schleppen sich die Töne durch die Songs. Chokebore klingen besonders, sind einzigartig in der Umsetzung der melancholischen und teils depressiven Klangspektren.
Das funktioniert auch noch 2010. Das Publikum in der gut gefüllten Orangerie ist mit der Band gealtert. Ähnlich wie bei anderen Konzerten dieser Generation, Buffalo Tom, Breeders undsoweiter, driften ihre Konzerte schnell in eine Art Klassentreffen ohne Klassenverbund ab.
So war das Durchschnittsalter entsprechend und die Konzertsituation unaufgeregt und entspannt. Hypefaktor null. Das Bandequipment passte sich alterstechnisch an. Ich habe noch nie einen so abgespielten Bass gesehen wie den von James Kroll. Mehrmals mit Panzertape geflickt, der obere Corpusrand vom vielen Bespielen abgewetzt und abgeschabt stand er symbolisch für alles an diesem Abend.
Die Erwartungshaltung ist gleich der solcher Jubiläumstreffen. Selbst wenn die Zeit des aus den Augen Verlierens lang ist, so soll doch nur kurz die aktuelle Sachlage geschildert werden. Wichtiger ist es, in alten Erinnerungen zu schwelgen.
Also Chokebore, spielt den alten Kram und lasst uns Spaß haben. Alten Kram spielen fiel den Hawaiianern nicht schwer, neue Sachen haben sie ja nicht. Und so waren alle glücklich. Wir, weil wir das bekamen worauf wir hofften und Chokebore, weil sie sicher sein können, eine große Fangemeinde hinter sich zu haben.
Ich hatte gehofft, sie würden ihr Set in Brüssel anders starten als in München oder Paris. In meinen Augen ist es eine Verschwendung, das Konzert mit einem solchen Kracher wie „Ciao L.A.“ zu eröffnen. Sie taten es trotzdem und nahmen so nach wenigen Minuten viel vorweg. Der einzige kleine Wermutstropfen.

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Kontextkonzerte:
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Velveteen – 27

20 Feb 2010 | von frank | Kategorie: cd kritik | kein Kommentar
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Alice in Chains - Black gives way to blue„Ach noch so eine amerikanische Indie-Retro Band, die sich bei den üblichen Verdächtigen des Noisepop / Shoegaze der aufstrebenden 90er Jahre bedient“, fährt es mir beim Lesen des CD Beipackzettels durch den Sinn. Velveteen, woher kenne ich die. Mist, es fällt mir nicht ein.
Ride, My bloody Valentine, Slowdive, wie oft habe ich diese Namen als Referenz gehört. Shoegaze, das gehypte neue alte Etwas des letzten Jahres erlebt 2010 scheinbar seine Fortsetzung.
Velveteen sind keine Newcomer. Es ist bereits ihr viertes Album und – halt! – Velveteen keine amerikanische Band. Die vier Musiker, namentlich Christoph Faust, Thomas Müller, Christopher Sparkes und Carsten Schrauff, stammen aus Frankfurt.
Ich hätte es hören können. Der Gesang von Carsten Schrauff hat diesen sehr typischen Klang, den englisch singende deutsche Indiepopbands so mitbringen. Die Stimmen von Jersey, The Notwist oder auch Miles klingen ähnlich. Da mögen die Gitarren und Arrangements noch so ausgefuchst angloamerikanisch daher kommen, es hilft alles nichts. Der Gesangstil als Erkennungsbild und Herkunftsausweis bleibt. Zumindest in diesem speziellen Fall. Aber es ist ziemlich egal, woher eine Band stammt und mit welchem Akzent oder was-auch-immer sie musiziert. Hauptsache, sie ist da und, wenn es gut läuft, zieht einen mit ihren Songs in den Bann. Velveteen können das. Spielend, im wahrsten Sinne des Wortes.
Velveteen erfinden das Rad nicht neu, die Melodien klingen vertraut. Was soll ich auch erwarten, wenn ich die Bandnamen, die als Einfluss und Inspiration herhalten, als wahr annehme. Da höre ich vor meinem geistigen Ohr ganz automatisch Gitarrenwände (kann sich mal einer einen neuen Begriff einfallen lassen) und Feedbackschnackereien. Ich brauch die CD gar nicht einlegen.
Nachdem ich es dann doch getan habe, war ich verwundert. „27“, so der Name des neuen Albums, ist Shoegaze mit Blubb. Oder zeitgemäßer Indiepop. Wie auch immer.
„Das hört sich schon fast mehr nach The Notwist als nach My bloody Valentine an.“ höre ich jemanden sagen. Und auch ich hatte robustere Gitarren erwartet. Tatsächlich bestehen die elf Songs aber aus mehr als nur übereinandergeschichteten Gitarrentonspuren. „I divide Europe“ zum Beispiel, das nach dem gitarrenflirrenden „L.S.P. wars“ die nächstliegende Abfahrt nach Weilheim wählt und aus dem dort ansässigen Notwist Laden die guten Sachen mitnimmt.
Das kommt nicht von ungefähr, wurde das Album doch in eben diesem bayerischen Städtchen aufgenommen und produziert. Das färbt ab. Ich höre tolle Songs zwischen catchy, clumpsy, cosmic Gitarren und kleinen elektro- Spielereien. Alles wohl dosiert. Der Gesang nimmt sich zurück, ist fast flüsternd, die Gitarrenharmonien sitzen wie sonst nichts und die Keyboards unterstützen ohne stilbrüchig zu wirken.
Und je länger das Album läuft, desto mehr Death Cab for Cutie und / oder Postal Service erhöre ich. Grandaddy möchte ich noch hinzufügen und dann ist Schluß mit namedropping.
Und so schwebt man sich durch die Songs, träumt sich an den Bühnenrand eines kuschelig abgewrackten kleinen Indieklubs, nickt sanft mit dem Kopf, tippelt leicht mit den Beinen. Velveteen haben ein Gespür für Melodien. Hier passt alles! Zeitloser Indiepop.
Wie gesagt, das ist nicht neu. Aber immer noch schön. Sehr schön sogar!
„27“ ist rundherum ein feines, kleines, entspanntes und bedächtiges Album. Weit aus dem Fenster gelehnt: mein Album des Jahres bisher.
Beim schreiben dieser Zeilen kommt es mir auch wieder. Hatte ich nicht in irgendeinem Newsstream von irgendeinem Blog etwas über irgendeinen Blogger gelesen, der das letzte Velveteen Album als neues Death Cab for Cutie Album in seinem Blog angepriesen hat. Ach wie drollig, oder peinlich. Ich weiß nicht genau.
Was als Aprilscherz gedacht gewesen sei, hätte in den USA mittelgroßes Interesse aufkommen lassen. Na denn…
Viel Spaß beim hören:
Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) Pictures & Medication
02) L.S.P. wars
03) I divided Europe
04) Rookie of what?
05) Cars
06) We measured twice
07) The crystal bar
08) Escape plans
09) Final
10) Aspen
11) Little gaps

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Killing Joke

18 Feb 2010 | von frank | Kategorie: video - live im konzert | kein Kommentar
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