- Seit 2002 Dinge über Musik -

Protomartyr – Düsseldorf, 13.08.2018

‘Gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen’ twitterte ich am Montagabend, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte. Protomartyr erlebte ich erst vor ein paar Monaten in einem ausverkauften Gebäude 9. Das Konzert war toll und als sie vor einigen Wochen weitere Konzerte in meiner Nähe ausriefen, war klar, da geh’ ich hin. Egal, wann und wo ich Protomartyr das letzte Mal gesehen habe. Selbst, wenn es gestern gewesen wäre. Denn gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen.

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Lieblingsplatte Festival – Düsseldorf, 15./16.12.2017

‘Habt ihr noch Bock?‘ fragt Jochen Distelmeyer, nachdem die Band Blumfeld den zweiten Block ihres Konzertes beendet hatte und auf die Bühne zurückkehrte. ‘Wir haben noch Bock auf ein, zwei Lieder‘. ‘Ich fühl mich so müde. Das ist nix mehr für mich‘ sagt Tom Liwa, als die Flowerpornoes nach dem zweiten Block nochmals für eine kleine Zugabe auf die Bühne des Clubs im zakk zurückkehren. Unterschiedlicher könnten die Befindlichkeiten der beiden Bands nicht sein. Unterschiedlich waren auch die beiden Konzertabende im zakk und im zakk Club, großartig waren sie aber beide!

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Kate Nash – Düsseldorf, 17.08.2017

Mitte des letzten Jahrzehnts singt ein junges Mädchen Lieder über Liebe, Beziehungsdinge und das Leben im Allgemeinen. Soweit nichts Besonderes, wären da nicht diese bauernschlauen und dreisten Textpassagen, die seinerzeit viele begeisterten, und der Veröffentlichungsweg, den sie für ihre Musik wählte. Kate Nash veröffentlichte ihre Songs zuerst über das Internet, MySpace war damals das Nonplusultra und Kate Nash wird zusammen mit der Französin SoKo so etwas wie der erste Internetpopstar. Ihr Hit „Foundations“ stand zuerst auf ihrer MySpace Seite, in ihm heißt es zum Beispiel (und damit wieder zurück zu ihren Texten):

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Mutter – Düsseldorf, 16.12.2016

‘Hoffentlich drückt mir niemand das Mikrofon in die Hand. Hoffentlich drückt mir niemand das Mikrofon in die Hand.‘ Mutter sind beim letzten Song des Konzertes angekommen, „Ein kleines Stück Papier“, gleichzeitig auch das letzte Song auf der Platte Hauptsache Musik, und Sänger Max Müller, der bis dahin schon viel erzählt hat, leitet den Song als poppiges sing-a-long Stück ein, bei dem jeder die Möglichkeit haben soll, mitzumachen. ‘Ich lasse einfach das Mikron rundgehen und jeder singt einmal den Refrain. Der ist ganz einfach und geht so: Ein kleines Stück Papier, lalala, ein kleines Stück Papier.

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The Notwist – Düsseldorf, 12.12.2016

Neon Golden ist bis heute beste Indietronic-Album aus diesem Lande. Punkt. Diskussion zwecklos, weil es keine Gegenargumente bzw. ein besseres Album gibt. Tja, so ist das und ich gestehe, dass ich The Notwist verehre. Seit vielen Jahren liebe ich ihre Musik, ihre Konzerte. Ein Jahr ohne ein The Notwist Konzert ist für mich ein vertanes richtiges Konzertjahr. Ich kann mich einfach nicht sattsehen an ihren Livedarbietungen. Waren und sind phänomenal, dass sich in den nächsten Jahren daran etwas ändert, ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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Ja, Panik – Düsseldorf, 28.04.2014

Ort: Zakk, Düsseldorf
Vorband: Chris Imler

Ja, Panik

An dieser Band habe ich mich live noch nicht satt gesehen. Ein schönes Fazit, dass ich gegen Mitternacht beim Verlassen des kleinen Saals des zakk in Düsseldorf ziehen konnte. Ja, Panik. Zum zweiten Mal in diesem Jahr. Zum zweiten Mal die Tour zum aktuellen Album ‚Libertatia‘. Das hatte noch keine Abnutzungserscheinungen. Im Gegenteil!
Das Konzert war sehr gut. Genauso spannend und hinreißend wie vor einigen Wochen im Kölner Gebäude 9.
Vieles hatte sich nicht geändert, die Songs waren größtenteils die gleichen, auch der Bühnenaufbau und die Setlist wichen nur in Kleinigkeiten voneinander ab. Logisch, ist es doch die gleiche Tour, nur der teil nach den Osterferien. Da macht man nicht viel anders.
Aber einer fehlte im Vergleich zum Februar. Gitarrist Jonas Poppe war in Düsseldorf nicht anwesend. So blieb es an Keyboarderin/Gitarristin Laura Landergott, das Kernteam Andreas Spechtl, Stefan Pabst und Sebastian Janata zu unterstützen.
Merkte ich das irgendwie? Zu Beginn ehrlich gesagt nicht, aber im Laufe des Konzertes kam mir der musikalische Vortrag einfacher strukturiert vor als beim Kölner Konzert. Die Songs klangen weniger aufgeblasen, Schlagzeug, Gitarre, Bass standen stärker im Fokus, das Keyboard war nicht so ausufernd. (mehr …)

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Christiane Rösinger – Düsseldorf, 23.04.2013

Ort: zakk, Düsseldorf
Vorband:

Christiane Rösinger

„Beim Autofahren macht alles ein bisschen mehr Sinn.“
Dieser, etwas lapidar und nebensächlich erzählter Satz beschäftigte mich auf der Rückfahrt noch ein paar Minuten. Ja, da ist was dran. Mir kommen oft gute Ideen beim Autofahren, Gedankenknoten lösen sich auf und vermeidliche Problemsorgen verschwinden im Nirgendwo. Also wenn ich mich nicht über Raser, Drängler und andere Pappnasen aufregen muss. Dann bin ich nämlich abgelenkt. Daher mag ich es, nachts oder spätabends Auto zu fahren. Ansonsten und grundsätzlich mag ich Autofahren aber eher nicht. Ein kleiner Wiedrspruch in sich, ich weiß.
Christiane Rösinger fährt gerne Auto. Im Mai 2012 fuhr sie sehr viel Auto, oder besser gesagt Bulli, oder noch besser gesagt einen blauen VW Kombi mit dem Kennzeichen B-AQ … . BAQ, Baku. Das Kennzeichen war nicht ausgesucht, es ergab sich zufällig am Kennzeichenausgabeschalter.
So machte sie sich mit Claudia Fierke auf nach Baku, zum Grand Prix de l’eurovision de la chanson a.k.a. Eurovision Song Contest. Aber nicht um dort zu singen, also beim ESC, sondern um einfach da zu sein. Gesungen hat sie dann in Baku doch, im deutschen Kulturhaus. Aber das ist eine andere Geschichte. (Die natürlich im Buch steht). Eine Idee aus einer Bierlaune heraus geboren, die sich im nüchternen Zustand jedoch nicht mehr wegdiskutieren ließ. Oder anders gesagt. „Warum eigentlich nicht nach Baku fahren.“
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Olli Schulz – Düsseldorf, 10.12.2012

Ort: zakk, Düsseldorf
Vorband:

Was soll ich über ein Olli Schulz Konzert großschreiben? Guter Abend, unterhaltsamer Abend, lustiger Abend, ernster Abend, volles Haus. Ich denke, als Pauschalurteil gilt dies für alle Olli Schulz Konzerte der aktuellen Tour.
Wer Olli Schulz einmal live erlebt hat, weiß, was ich meine. Der Wahlberliner (uii, Lieblingswort) spielt nicht einfach nur Konzerte, Olli Schulz inszeniert Abende. Er kann nicht einfach nur seine Songs runterspielen, er muss sie auch erzählen, sie erläutern, sie sehr oft anekdotieren. Selbst an schlechten Tagen spielt er sicherlich grandiose Konzerte, ich kann mir einen schlechtgelaunten Olli Schulz sehr unterhaltsam vorstellen.
In Düsseldorf hatte er offensichtlich keinen schlechten Tag. Es gab nur lustige Geschichten, wenig echauffierende.
Irgendwo las ich etwas von einer Vorband und davon, dass es an der Abendkasse noch karten zu kaufen gäbe. Mein fataler Rückschluss daraus war, dass es nicht so voll sein werde und dass es für mich reicht, wenn ich erst um kurz nach neun Uhr im Düsseldorfer zakk auflaufe. Ich hatte vorher noch einige Erledigungen zu tätigen, und abhetzen wollte ich mich nicht unbedingt.
Als ich dann um kurz nach neun das zakk betrat, spielte Olli Schulz bereits, bzw. er erzählte eine Geschichte. Also rein in den Saal. Als ich die Tür öffnete, stand ich vor einer Menschenwand. Mmhh, da gingen wohl noch alle Karten an der Abendkasse weg, wie es schien. Es war proppenvoll.
Wie viel ich bis hierin verpasst hatte, ich habe keine Ahnung. Da das Konzert aber noch gute zwei Stunden weiterging, kann es nicht allzu viel gewesen sein. Und die vorletzte Reihe, in der ich mich schliesslich gemütlich positionierte, war überdies überraschenderweise sehr okay. Ich hatte Bühnensicht und um mich herum war es für hintere Konzertsaalbereiche angenehm ruhig. Also alles paletti.
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… and you will know us by the trail of dead – Düsseldorf, 27.03.2011

Das Plakat lügt. Nein, nicht die famosen Rival School und ein besonderer Gast werden zusammen mit ... and you will know us by the trail of dead an diesem Abend auf der Bühne stehen, sondern eine andere Band. Das Düsseldorfer Konzert gehört zu einem der wenigen auf dieser Tour, an dem das Vorprogramm ein anderes Gesicht hat. Aber das ist bekanntes Wissen. Fugo heißt dieses Gesicht und ich denke, diese schweizerische Rockband ist der größeren Publikumsmasse unbekannter als Walter Schreifels Rival School.

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I am Kloot – Düsseldorf, 03.11.2010

Ort: zakk, Düsseldorf
Vorband: Agnes Obel

Pete Jobson ist Bassist in der Band I am Kloot. Auf dem Foto ist natürlich nicht Pete Jobson, aber im Düsseldorfer zakk habe ich ihn gesehen. Was lapidar dahergeschrieben ist und total bescheuert klingt, ist eine kleine Sensation.
Meine letzten I am Kloot Konzerte waren allesamt im Kölner Luxor, in einem der unübersichtlichsten Konzerträume, die ich kenne. Wenn man in diesem Schlauchsaal nicht in den ersten vier, fünf Reihen steht, sieht man nicht mehr allzu viel von der Bühne. Und wenn man dann noch das Pech hat, zu weit nach links abzudriften, dann versperrt einem zu allem Überfluss auch noch ein Boxenturm die Sicht.
Im Luxor habe ich Pete Jobson nie spielen gesehen. Nur gehört. Was auch daran liegt, dass er die gesamte Konzertdauer über sitzend den Bass bedient und somit für das Luxorpublikum nahezu unsichtbar wird.
Im zakk war das anders.
Die Bühne ist deutlich höher, auch breiter und keine Boxenaufbauten versperren einem die Sicht.
Im Gegenteil: Selbst das abblätternde Kolophonium am Cellobogen von Anne Ostsee war bei genauem hinsehen zu erkennen. Anne war in Düsseldorf eine Hälfte des Duos Agnes Obel, das gute vierzig Minuten lang im Vorprogramm spielte. Die Dänin Agnes Obel, die sich live immer mal eine Verstärkung dazuholt, die andere.
Sie spielten gut, mich jedoch hatten sie auf dem falschen Fuß erwischt. Ihre sanften und zarten Töne kamen nicht zu mir durch, ich langweilte mich nach kurzer Zeit und erhoffte insgeheim auf ein rasches Ende. Gehen wollte ich jedoch nicht, und da ich weder eine Raucherpause benötige noch mich am Merchandisestand rumdrucksen wollte, harrte ich vor der Bühne aus. Belohnt wurde ich mit einer tollen Coverversion des John Cale Songs „Close watch“ und dem Song Just so, den ich – so vermutete ich spontan – aus irgendeiner Werbung kenne. (Richtig vermutet, das Internet sagt: Die Telekom mal wieder). Es waren Agnes Obels stärkste Songs.
Dafür verpasste ich lustige Rauchergespräche, wie ich in der Umbaupause erfuhr. Ich weiß nicht, was das kleinere Übel war.

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