Rolling Stone Weekender – Weissenhäuser Strand, 12.11.2011

Ort: Feriendorf Weissenhäuser Strand, Ostsee Bands: Archive, Cake, Explosions in the sky, Nada Surf, Elbow

Der Tag begann mit Arbeitslärm. Noch während der Mittagsruhezeiten des Ferienortes wurden wir von dröhnendem Lärm überrascht. Soundcheck in der Zeltbühne. Da unser Apartment Südseite hatte und das herbstliche Ostseewetter nicht mit Sonnenstrahlen geizte setzten wir uns in unseren schwarzen Outdoorjacken auf den Balkon und hörten so schon einmal ein bisschen was von dem, was wir später am Abend noch sehen sollten. Archive eröffneten den Boxen und Instrumentenckeck neben einigen Keyboard-TripHop Sequenzen mit „Bullets“ bevor dann Elbow ihre abendliche Zugabe „Leaders oft he free world“ testeten. Es war herrlich, und wenn sich die Sonne nicht langsam hinter den Dünen verzogen hätte, hätte ich hier noch Stunden sitzen können. Aber so wurde es kühl und überdies auch Zeit, den Abend vor der Bühne einzuläuten. Also raus aus der Bude und rein in das Festival. Doch unser Tatendrang wurde jäh gestoppt: Als wir die Treppenstufen unseres Wohnblocks runterstapften liefen wir mitten in eine Fotosession. Während die Howling Bells im Treppenhaus ein, zwei, drei Songs spielten, wurden sie fototechnisch ins rechte Bild gesetzt. Natürlich schauten wir uns das Theater an; Zwei Fotografen schraubten an ihren Objektiven und ergötzten sich an extremsten Nahaufnahmen der Sängerin Juanita Stein, ein dritter filmte ihren unplugged gespielten Song. So funktionieren also diese Akustiksession, die wir dann im Internet teilen, dachte ich. Nun gut, das ist nicht meine Welt und eigentlich wollten wir auch zu An Horse. Da passte es, das gerade das Licht neu justiert werden musste, der Film der Kameras voll war und auch sonst längere Zeit nichts passierte und wir uns gefahrlos nach einigen Minuten wieder von dannen schleichen konnten (und das auch taten).

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Rolling Stone Weekender – Weissenhäuser Strand, 11.11.2011

Ort: Feriendorf Weissenhäuser Strand, Ostsee Bands: The Notwist, Portugal.the man, Lanterns on the lake, Wilco

Wenn gut ausgestattete Mittelklassewagen die Parkplätze und Zufahrtswege des Ostseeferienparadieses Weissenhäuser Strand besiedeln, wenn situierte Männer in schwarzen Outdoorjacken den Strand bewandern, wenn auf den Balkonen der unzähligen Appartements Becks- Bierkästen, Weinflaschen und Gläser stehen, wenn sich morgens um halb zwölf eine unendliche Schlange um die Bäckerei des EDEKA Marktes rekelt und wenn mitten auf dem Platz ein ca. 1000 Zirkuszelt aufgebaut ist, dann muss etwas Besonderes sein. Erst recht, wenn es Anfang November ist und wenn sich all das in einem rustikal, vor 70er Jahre Charme sprühenden Ferienpark (neudeutsch Center-Park) abspielt. Und wie die letzten zwei Jahre so auch in diesem: Der Rolling Stone hatte zu seinem herbstlichen Festival geladen („das Indoor-Komfort-Festival“) und die Zielgruppe ist vor Ort. Sorgsam und passend ausgewählt spielen die Bands in den vier Konzertsälen: Elbow und Wilco, die täglichen Headliner, The Notwist, Death Cab for cutie, Cake, Archive und Nada Surf, sowie die Howling Bells, Lanterns on the lake, Thees Uhlmann, An Horse und Portugal.the man waren vor Ort, um die mir wichtig erscheinenden zu nennen.

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Rolling Stone Weekender – Ostsee, 13.11.2010

Ort: Weissenhäuser Strand, Ostsee Bands: Jaill, Get well soon, Airship, K's choice, Thindersticks, The black keys, Gaslight Anthem

Airship - Rolling Stone Weekender 13.11.2010

Tag 2 von 2: Der zweite Festivaltag begann am Strand. 100 Meter hinter der Ferienanlage ist das Wasser. Die träge vor sich hindümpelnde Ostsee. Meerluft schadet bekanntlich nicht und ein kleiner Spaziergang zwischen Mittagstisch und Kaffee ist doch die richtige Einstimmung auf den musikalischen Abend. So dachten auch ganz viele andere Besucher. Ich vermute, so viele Menschen waren zu dieser Jahreszeit noch nie an diesem Strandabschnitt unterwegs. Entweder zu zweit oder zu fünft. Wie ich an den zwei Tagen sehr oft beobachtet habe, schienen das die bevorzugten Gruppengrößen zu sein. Macht ja auch Sinn, die Hauptzimmerkontingente waren zwei oder fünf Personen Apartments. Oder anders: Die Zimmereinteilungen spaltete die Besuchermasse in Pärchen und Freundesbande. Also ganz grob gesagt und nicht sonderlich ernst gemeint. Ach, dieser Rolling Stone Weekender gefällt mir immer besser. Das Meer, Musik, Entschleunigung. Der perfekte Kurzurlaub für den Konzertfreund. Was auch am Samstag auffiel: Die Leute waren wegen der Musik hier, die Konzerte waren allesamt gut besucht und den Künstlern wurde die gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Ich möchte nicht wissen, wieviel Jahre Musikverstand zum Beispiel bei den Thindersticks im Baltic Festsaal vor der Bühne stand.

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Rolling Stone Weekender – Ostsee, 12.11.2010

Ort: Weissenhäuser Strand, Ostsee Bands: Midlake, Warpaint, Teenage Fanclub, The National, John Grant

John Grant - Rolling Stone Weekender, 12.11.2010

Tag 1 von 2: „Das ist so unerträglich hier, ich geh aufs Zimmer.“ Nun, sie ist halt kein Teenage Fanclub Girl. Es ist kurz nach halb neun und wir stehen in einem sturmumschüttelten Zelt unweit der Ostsee. Vor einer Stunde betraten vier Schotten aus Glasgow die Bühne, die auch gut ins Publikum gepasst hätten. Es ist Rolling Stone Weekender, und all die, die vorher von einer „Ü30 und für Leute, die auf Festivals nicht mehr campen wollen“ Veranstaltung geredet haben, haben recht. Das Durchschnittsalter ist an den zwei Ostseetagen am Weissenhäuser Strand höher als bei anderen Festivals oder Konzerten. Aber es gibt kein junges oder altes Publikum, es gibt nur ein gutes oder schlechtes. Und das Publikum ist gut. Es herrscht eine ausnahmslos entspannte Atmosphäre auf der Ferienanlage. Es passt aber auch alles zusammen: Unkompliziertes Einchecken, ausreichend befestigte Parkplätze und ganz wichtig: das Bett nur eine Minute von den drei Bühnen entfernt und Restaurants sowie Supermarkt fußläufig. Im richtigen Leben ist der Weissenhäuser Strand eine siebziger Jahre Ferienanlage, eingeklemmt zwischen einem Truppenübungsplatz (auf dem ich vor 20 Jahren auch geübt habe) und einem Naturschutzgebiet. Hier findet man alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Der Gebäudekomplex, bestehend aus einem Hotel, drei Apartmenthäusern sowie einer überdachten Galeria mit Restaurants und einigen Geschäften ist eine rundum-sorglos Ferienanlage. Badeparadies, Dschungelland und Minigolfplatz inklusive. Meinen 14-tägigen Urlaub möchte ich hier jedoch nicht verbringen. Musik hören und sehen schon.

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