The xx – Esch-Alzette, 23.11.2012

Ort: Rockhal, Esch-Alzette Vorband: Austra

Radiohead hat es schwer. Was ich vor einigen Wochen nie und nimmer geglaubt habe, ist eingetreten. Die Sache mit dem Konzert des Jahres ist bzw. war noch nicht entschieden. Vor einigen Wochen dachte ich, nachdem mich Thom York und Kollegen sprachlos in der Kölnarena stehen liessen, das war es jetzt, ein besseres Konzert kann dieses Jahr nicht mehr kommen. Aber denkste, ich hatte die Rechnung ohne die drei Londoner gemacht. Zu großartig und zu atemberaubend war das Konzert, was ich am Freitag in Luxemburg erleben durfte, als dass es nicht am Chartplatz Radioheads kratzen könnte. Nein, die Würfel sind noch nicht gefallen. Und das, obwohl es eigentlich kein besonderes The xx Konzert war. Es war so wie immer. Ich habe mich an diesem Abend einmal mehr verliebt, in den wummernden Bass von Oliver Sim, in die wunderbar gleichgültig erscheinen asynchron gesungenen Duette zwischen ihm und Romy Madley Croft, in die coolsten Frickeleien Großbritanniens von Jamie Smith, einfach in alles. „Angels“ zu Beginn und „Stars“ zum Ende des Konzerts, was soll ich sagen. Wer über diese beiden Songs nicht mit offenem Mund staunt und bittersüße Melancholieschübe erlebt, der ist kein Mensch. „Nimm aber einen Stuhl mit.“ Wüsste ich es nicht besser, müsste ich sagen, dass diejenige Person, die mir diese Worte kurz vor der Abfahrt nach Luxemburg mit auf den Weg gab, ebenso wenig ein Mensch sein kann. „Nimm aber einen Stuhl mit.“ Ich musste lachen und verständnislos mit dem Kopf schütteln. Nein, dazu fiel mir nichts ein. Ich hatte mir das Luxemburger Konzert der xx’e ganz bewusst ausgesucht. Da es an einem Freitag stattfand und noch dazu in einer Jahreszeit, in der man noch gefahrlos durch die Eifel fahren kann – also gefahrlos hinsichtlich der Witterung, der Eifeler an sich ist ja zu jeder Jahreszeit extrem an angriffslustig – entschied ich mich sehr emotionslos für die tolle Rockhal und gegen das schlimme Palladium. Heute bin ich natürlich schlauer, ich hätte mir für beide Konzerte Tickets kaufen sollen. Die Rockhal ist einer der angenehmsten und besten Konzertorte, die ich kenne. Leider liegt sie zweieinhalb Autostunden entfernt, so dass es mir nicht möglich ist, öfters dort hin zufahren.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2012

Ort: Parc del Forum, Barcelona Bands: Friends, Archers of loaf, Mudhoney, The Afghan Whigs, Kleenex girl wonder, The xx, Franz Ferdinand, Japandroids

Dreimal ist Tradition. So oder so ähnlich sagt man doch, oder?! Zum dritten Mal besuchten wir dieses Jahr das Primavera Sound Festival, zum dritten Mal verließen wir nach vier Tagen Musik mächtig beeindruckt Barcelona. Auch wenn es dieses Jahr kein großes P zu bestaunen gab (das 2010 P, das 2011 P), dieses Festival auszulassen stand selten zur Diskussion. Als dann gegen Ende des letzten Jahres The Cure als eine der großen Bands bestätigt wurde, waren alle Argumente hinfällig. Wem von uns bis dahin noch ein „ach ich weiss nicht“ in den Sinn kam, der wurde mit „und Saint Etienne“ überrumpelt. Saint Etienne bereiteten uns bei den Reiseplanungen die größten Kopfschmerzen. Ihr Konzert war am Tag vor des eigentlichen Festivals in einem Park in Barcelona angesetzt worden, ein Flug früh am Mittwochmorgen war das Übel, das wir eingehen mussten um die britische Ausnahmeband am Abend nicht zu verpassen. Flugpläne von Billigairlines sind ein Graus, aber ihre Flüge bei geschickter Buchung eben auch günstig. Es blieb die einzige Reiseschwierigkeit, das Hotel in geeigneter Nachtspaziergangnähe zum Festivalgelände war unproblematisch aufzutreiben. Dass dann Saint Etienne aufgrund des kurzzeitigen Ausfalls von Björk erst am Samstagabend spielen sollten, geschenkt, so war uns das Konzert von The Wedding Present, die ebenfalls am Mittwochabend am Arc de Triomf auftraten, sicher. Mein erster Festivalabend begann mit Friends. Die Band aus New York war gegen 19 Uhr unser anvisiertes Einstiegskonzert in das Festival. Aus irgendwelchen Gründen wollte ich mir im Frühjahr ihren Auftritt in Köln angeschaut haben, habe es dann aber verpasst. Nun bot Barcelona die Gelegenheit, dieses nachzuholen. Nach guten 20 Minuten hatte ich jedoch genug gesehen, viele weltmusikähnlichen Klänge vertrieben mich zügig von der zweitgrößten Festivalbühne.

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The xx – Köln, 26.08.2010

Ort: E-Werk Köln Vorband: Mount Kimbie

In weniger als 12 Monaten vom Luxor ins E-Werk. Von wenigen Hundert auf einige Tausend Zuschauer. Das schaffen nicht viele! Die drei XXX, die vor einem Jahr noch zu viert waren und die ihre Bühne gerne mit zwei knallgrellen weißen X’en nicht ausleuchten, aber die ersten Reihen blenden, haben es geschafft. In souveräner Art und sehr verdient! Das vorneweg. Ursprünglich sollte das Konzert schon im Februar sprichwörtlich über die Bühne gehen, aber aufgrund privater Dinge musste es um viele Monate verschoben werden. Raus aus dem tristen Februar, rein in den warmen August. Ihr Konzert im letzten Jahr ließ keine Wünsche offen, es war ein ergreifender und schöner Abend, der niemanden zögern ließ, sich auch Karten für das nächste Kölner The XX Konzert zu besorgen. Und auch die, die die Show verpasst hatten, lange im Voraus und binnen weniger Tage war das Luxor seinerzeit ausverkauft, witterten nun die Chance. So musste das E-Werk her, um genug Platz für die Hypeband des Jahres 2009 bereitzustellen.

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The xx – Köln, 15.10.2009

„Immer weiter, immer weiter. Du musst immer weiter machen.“ So oder so ähnlich formulierte es der Titan nach einem erneut umgebogenen Spiel der ätzenden Bayern in deutsche Fernsehkameras. Für mich…

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