- Seit 2002 Dinge über Musik -

Mono – Heerlen, 17.10.2018

Zu „Breathe“ habe ich endgültig verstanden, dass es eine gute Idee, nach Heerlen zu fahren. Es ist der Moment, in dem Gitarrist Takaakira Goto seinen Lederschemmel umschmeißt, sich auf den Bühnenboden kniet und die Gitarre wie ein Gottesanbeter gegen die Hallendecke reckt. Es wummert und dröhnt im Niewe Nor, der kleine Saal flirrt im Blau- und Weisslicht der Bühnenleuchten.

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The Posies – Heerlen, 12.10.2018

In meiner Kindheit gab es bei uns kaum Kreisverkehre. Spontan kann ich mich an keinen Kreisverkehr erinnern, den ich als Kind mit dem Fahrrad durchqueren durfte. Diese kreuzungsfreie Straßenführung kannte ich nur aus Urlauben in den Niederlanden. Dort waren sie in den 1980er Jahren bei Straßenplanern äußerst beliebt und auf Ausflugsfahrten entsprechend oft anzutreffen. Der Vorteil dieser Art der Verkehrsführung liegt auf der Hand: ruhiger, stetiger Verkehrsfluss und sicheres Einmünden oder Abbiegen.

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Michael Nau & The Mighty Thread – Maastricht, 29.09.2018

Es ist ein Kreuz mit mir und diesem Maastricht. Bisher habe ich mich jedes Mal verfahren, wenn ich mich auf den Weg in die Muziekgieterij gemacht habe.  An diesem Samstag hatte ich mir fest vorgenommen, gegen die Straßenführung der Stadt zu gewinnen und ohne Stadtrundfahrt an der Boschstraat anzukommen. Das ohne Stadtrundfahrt ist mir gelungen, aber dummerweise anders als geplant: Denn stattdessen sah ich mich urplötzlich in Belgien wieder. Wie konnte das passieren? Nun, ich hatte mich ein wenig im Wirrwarr der Baustellenführung rund um die Nordbrücke verfranzte. Uii, nach Belgien wollte ich doch erst am folgenden Tag. Ein bisschen drehen und wenden und hin und her und schnell war der faux pas wettgemacht und die Muziekgieterij geriet in mein Blickfeld. Immerhin - ich verbuche das als Erfolg - bin ich nicht wieder durch den neuen Autobahntunnel bis nach Maastricht Süd gefahren.

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Bruis Festival – Maastricht, 31.08.2018

Manchmal passiert nix, manchmal ganz viel. Und wie sich dann entscheiden? Münze werfen? Kosten-Nutzen Analysen aufstellen? Oder einfach losfahren? An diesem Wochenende hieß es also wieder abwägen, überlegen oder einfach losfahren. Gleich einige Festivals standen in meiner Facebook Agenda: die c/o pop in Köln, das Misty Fields in der Nähe von Weert und das Bruis Festival in Maastricht. Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch sie viel letztendlich auf Maastricht und das kostenfreie Bruis Festival. Django Django sollten dort am Freitag headlinen. Grund genug, vorbeizuschauen.

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Transformer II Festival – Maastricht, 20.05.2018

Ich hatte das alles ganz anders in Erinnerung. Die Brückenzufahrt zur Norderbrug war weg, der Eingang zur Muziekgieterij ein anderer. Einiges hatte sich im Umfeld der Muziekgieterij ganz schön verändert. Die Gentrifizierung lässt grüßen. Das große Student Hotel und der Kinokomplex zeigen die neue Ausrichtung des ehemaligen Industrieareals. Schon vorher kam mir unser Anfahrtsweg merkwürdig vor. Wo war denn der Kreisverkehr mit der Kirche am gegenüberliegenden Kreisbogen? Warum überqueren wir die Maas erneut? Einige der Fragen lösten sich kurz vor dem Erreichen des Ziels im Boschstraatkwartier im westlichen Maastricht in Luft auf (wir kamen anfahrtstechnisch aus Süden, nicht - wie ich es kannte - aus Westen, und Baustellen sprießen in Maastricht wie wild), andere blieben.

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Cross-linx Festival – Eindhoven, 02.03.2018

Eindhoven. Das Cross-linx Festival hatte ich irgendwie seit einigen Monaten auf dem Schirm. Als die Bestätigungen Hoverphonic und Poliça durch meine Timeline rauschten, dachte ich intensiver über einen schönen, gemütlichen Samstagnachmittagsausflug nach Eindhoven nach. Konzerte in den Niederlanden sind toll, und im Muziekgebouw Eindhoven war ich noch nicht.

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Magnapop – Heerlen, 04.02.2018

Es gibt so Bands, die wird man sein Leben lang nicht los. Magnapop gehören für mich zu diesen Bands, andere auch. Hot boxing kaufte ich damals auf einer CD Börse in der Stadthalle. Seinerzeit galt die Devise. Wenn zwei Songs auf einem Album gut sind, dann lohnt der Kauf. Bei Magnapop waren diese beiden Songs „Slowly, slowly“ und „Lay it down“. Und ja, der Kauf lohnte sehr. Denn nach mehrmaligem Hören kamen viel weitere Lieblinge dazu, „Texas“, „Ride“, „Here it comes“.

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TaxiWars – Heerlen, 12.12.2017

Tags zuvor googelte ich ein paar TaxiWars Videos. Ich wollte mir vorab einen Eindruck davon verschaffen, wie die belgische Band live auftritt. Manchmal bin ich so neugierig, möchte mich nicht überraschen lassen und spiekste ein bisschen im Internet umher. Die Links führten mich zu einem Livevideo des älteren Songs „Death ride through wet snow“. Während das Video so lief, fiel mein Blick in die Kommentarzeilen unterhalb des Videos.

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Heather Nova – Heerlen, 28.10.2017

Meine erste Begegnung mit Heather Nova war im August 1994 im E-Werk. Es war im Rahmen des Big Cat Five Festivals. Fünf Bands, darunter Pavement, Blumfeld, Cop shoot cop und zwei weitere Bands, die mich so überzeugten, dass sie mir länger im Gedächtnis blieben: Lotion und Heather Nova. Von Lotion habe ich seitdem nie mehr was gehört und gesehen, von Heather Nova schon. Nach dem Minifestival kaufte ich mir ihr Livealbum Blow. Für elend viel Geld. 32,95 DM zeigt das Preisschild auf der Rückseite des Jewelcase. Seinerzeit, als die meisten CDs unter 30 Mark kosteten, ein stolzer Preis. Auf Blow sind die überragenden Liverversionen von „Sugar“ und „Maybe an Angle“ und zeigen Heather Nova als gitarrenlastige Band, die melancholischen und dunkleren Indierock spielt. Damals fragte ich mich, wie eine junge Frau, die von der ausgewiesenen Sonnen- und Schönwetterinsel Bermudas stammt, so eine herbstliche und triste Musik machen kann. Nachdem Oyster veröffentlich wurde und den verdienten Erfolg einheimste, wurde Heather Nova sowas wie das Indie-Pendant zu Sheryl Crow und Alanis Morissette.

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Weezer – Tilburg, 21.10.2017

Es ist ja häufig so: einige Menschen sieht man jahrelang nicht und dann überraschenderweise kurz hintereinander zweimal. War die vierköpfige Familie ein paar Meter neben mir nicht auch vor einem Jahr in der Amsterdam Arena, um sich Weezer anzuschauen? Nach kurzer Überlegung war klar, ja, das waren doch die, deren jüngster Sohn noch vor der Vorband keine Lust mehr hatte, vorne am Gitter zu stehen und so lange quengelte, bis sich seine Mutter erbarmte, und mit ihm auf die hinteren Sitzplätze abzog. In Tilburg sollte er durchhalten, und so auch der Mama die Gelegenheit geben, Weezer aus nächster Nähe zu bejubeln.

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Grandaddy – Amsterdam, 25.08.2016

Ende der 1990er Jahre waren Grandaddy eine meiner großen Lieblinge. Under the western freeway und The sophtware slump hörte ich rauf und runter. Verschroben, melancholisch, auf ihre Art dynamisch. Niemand sang so wie Jason Lytle, niemand spielte so wie Grandaddy. Ich erschrak daher sehr zurecht, als ich in Vorbereitung auf das Konzert feststellen musste, nur 2 Alben der Band zu besitzen. Wie, nur 2 Alben von einer offensichtlichen Lieblingsband im CD-Regal?

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Bernays Propaganda – Maastricht, 04.05.2016

Dass auch jenseits des ehemaligen eisernen Vorhangs ambitionierte und gute Indiepoprock Musik gemacht wird, muss irgendwie offensichtlich und einleuchtend sein. Subkultur und Kultur gibt es überall, wo Menschen leben. Aus mir nicht ganz einleuchtenden Gründen ist es nur so, dass Bands und Musik aus diesen Ländern nicht bis zu uns hervordringen. Ich kenne zum Beispiel nur Motorama, eine Band aus Rostow am Don im tiefsten Russland. Darüber hinaus fällt es mir schwer, andere Musiker benennen zu können.

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Pavement – Nijmegen, 06.07.2010

Ort: Doornroosje, Nijmegen Vorband: zZz, WM Halbfinale Niederlande vs Uruguay Was für ein Tag! McDonalds verkauft Hoeneß Würstchen, die Niederlande zieht ins WM-Finale ein und…

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