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Spoon – Köln, 03.07.2017


Spoon. Größtmöglich von mir unterschätzte Band. Als ich sie vor drei Jahren auf dem Primavera Sound sah, hielt die Band aus Texas noch für astreine Briten. Zu sehr erinnerten mich ihr Sound und vor allem die Stimme von Sänger Britt Daniel an alte Britpop Helden. Die erinnerte mich sehr an Alex Turner und die Songs eher an die La’s und Cast als an amerikanischen Indierock. Wenn ich heute ihr aktuelle Album Hot thoughts höre, und ich höre es sehr oft, muss ich über meine damalige erste Einschätzung unglaublich lachen.

Gorillaz – Köln, 20.06.2017


Und plötzlich steht Damon Albarn vor mir. Reflexartig strecke ich ihm meine Hand entgegen, in die er bereitwillig einschlägt. In diesen Sekunden bin ich wieder der twentysomething Fan, der die Gelegenheit nicht missen möchte, seinem musikalischen Helden nahe zu kommen. Blur, Britpop, du weißt Bescheid. Was hätte ich in den 1990er Jahren für diesen Handschlag gegeben. Aber wir haben 2017, ich bin älter und so ärgere ich mich Sekunden später ein wenig über meine Entscheidung. Damon Albarns Hand ist schwitzig und klebrig, nun kleben auch meine Finger. Waschen geht nicht, die Gorillaz sind noch nicht einmal mit ihrem Albumset durch. Da muß ich jetzt durch.

Midnight Oil – Köln, 21.06.2017


Nach der Trennung im Jahr 2002 verkündete die australische Rockband Midnight Oil im vergangenen Jahr ihre Reunion! Seit Februar 2017 sind sie nun auf großer Welttournee. Ein absolutes Highlight: Nach 21 Jahren wird die Band rund um Sänger Peter Garrett auch wieder in Köln, Berlin und Frankfurt zu sehen sein. So lautete die Ankündigung im Frühjahr dieses Jahres. Dass die Australier auf große Welttournee gehen, hatte ich bereits Ende letzten Jahres spannend und begeistert auf Facebook mitverfolgt. Dass sie also nun auch nach Köln kommen, versetzte mich in höchste Vorfreude.

Arcade Fire – Köln, 16.06.2017


In Barcelona vor ziemlich genau einer Woche hatte ich Arcade Fire noch verpasst. Beziehungsweise gingen sie, aufgrund des Andrangs und Gewusels vor der Bühne völlig an mir vorbei. Es ist nicht möglich, bei einem Großfestival mal eben so ein Konzert vor einer der beiden Riesenbühnen mitzunehmen. Das bedarf einer bestimmten Vorbereitung (früh genug da sein), die ich an diesem Barcelonaabend leider nicht machen konnte. Ich empfand das allerdings als nicht so schlimm, denn ich wusste ja, ich würde Arcade Fire ein paar Tage später erneut sehen. In Köln. Am Tanzbrunnen. Vor einer kleineren Bühne. Mit entsprechender Vorbereitung. Allerdings auch vor einer Menge Zuschauer.

Phil Collins – Köln, 14.06.2017


2006 kam der Film Miami Vice in die Kinos. Ich sah ihn, wenn ich richtig erinnere, in einem der Multiplexkinos der Stadt. In einem Moment, in dem Crockett und Tubbs gerade mit ihrem Auto durch das nächtliche Miami fahren, schön gefilmt mit einer freien, mitfahrenden Kamera, taucht „In the air tonight“ erst leise, dann immer deutlicher als Soundtrack der Szenerie auf. In diesem Moment entdeckte ich die Schönheit dieses Songs. Jahre zuvor war ich eher genervt von Phil Collins und oder Genesis. Wie auch von den Dire Straits oder Chris de Burgh, und „In the air tonight“ war mein Prototyp für die gesamte schlimme Radiomusik in meiner Jugend.

Cherry Glazerr – Köln, 16.05.2017


Mir kommen die Tränen. Nachdem sich die letzten Tage langsam aber sicher in Richtung Sommer neigten, ist es nun soweit: mein Heuschnupfen ist wieder da. Ich habe ihn nicht vermisst, aber er ist zurückgekommen, um zu bleiben. Mindestens 3 Monate. Und das treibt in mir die Sehnsucht, mal wieder „Avant gardener“ von der wunderbaren Courtney Barnett zu hören. Dieser Song beschreibt – so deute ich es – einen Asthmaanfall oder Allergieschock, und just diese Zeilen machen aus „Avant gardener“ meine Allergiker Hymne.

Sam Prekop & John McEntire – Köln, 09.05.2017


Für Konzertpendler wie mich sind das die besten Konzertorte: raus aus dem Zug und rein in den Club. Möglichst ohne einen längeren Weg zwischen Wagon- und Clubtür. Daher gehe ich gerne in den Stadtgarten oder in das Luxor, auch der Club Bahnhof Ehrenfeld (in Verbindung mit einer kleinen U-Bahnfahrt) liegt gut, das Gebäude 9 immerhin noch in okayer Laufdistanz. Den Vogel hinsichtlich des Standortvorteils schießt jedoch das Gewölbe ab. Es liegt direkt unter den Bahngleisen des Bahnhofs Köln-West, der wiederum an meiner Bahnlinie liegt. Besser und näher geht es nicht. Das kann man wörtlich nehmen. So lande ich nach 35 Minuten Bahnfahrt bequem vor der Eingangstür des Gewölbes. Auf dem Ticket steht zwar 20 Uhr Beginn, aber aus der samstäglichen Gewölbe-live Erfahrung weiß ich, 20 Uhr meint 21 Uhr. Ich gehe hinein und schaue mich um.

Xiu Xiu – Köln, 06.05.2017


Es ist die skurrile Szene das Abends: Stell‘ dir vor, du bist Sängerin und spielst gerade ein Konzert. Für einen Song gehst du in den Zuschauerraum, um ihn dort zu performen. Da stehst du nun und siehst, wie die Frau neben dir – die sicherlich auch Eintritt bezahlt hat, also grundsätzlich Musik mag und somit kulturell interessiert sein muß – dir den Rücken zuwendet und wild gestikulierend ihrer Freundin von einem Jahre zurückliegenden Skunk Anansie Konzert erzählt, dass es alle umstehenden locker mithören können. Dich, die Künstler*in, ignoriert sie dabei völlig und das völlig bewusst. Was machst du dann? Hörst du zu, weil dich der Konzertbericht auch interessiert? Stellst du eine schlaue Frage?

The Jesus and Mary Chain – Köln, 25.04.2017


Die Band The Jesus and Mary Chain hat mich nie sonderlich berührt. Das gebe ich offen und unumwunden zu, finde es aber, je länger ich an diesem Tag darüber nachdenke, umso merkwürdiger. Es überrascht mich deswegen, weil The Jesus and Mary Chain all das vereinigen, was mich seit meinen 20er Jahren in der Musik und an Bands fasziniert: Gitarren, Lärm, Hoffnungslosigkeit. Gerade Ende der 1980er Jahre, als ich viel House of love, The Sundays, Kitchen of distinction oder My bloody valentine hörte, hätten sie perfekt in meine Lebenssoundtrackplaylist gepasst. Doch hätte, hätte Fahrradkette. The Jesus and Mary Chain fand nicht statt. Nicht so richtig zumindest. Also nicht in dem würdevollen Maß, das sie verdient hätten. Natürlich kannte ich „Head on“ (und das nicht erst seit Trompe le Monde und den Pixies), „Blues from a gun“, „April skies“, „Just like honey“ oder „Some Candy talking“,

Japandroids – Köln, 20.04.2017


Die etwas andere kanadische Band. Als die Japandroids vor einigen Jahren auf meiner Bildfläche erschienen, passten sie so gar nicht in mein kanadisches Musikbild. Seinerzeit assoziierte ich Kanada mit melodiösen schönen Indiepop Klängen, Bands wie die Stars, Broken Social Scene, Feist oder Arcade Fire standen für das, was ich mit kanadischer Musik verband und eröffneten mir den schönen und richtigen Blick auf die kanadische Musikszene, mit der ich bis dato nur Bryan Adams verband. Die Japandroids passen da nicht hinein. Ihr Post-Rock ist laut, wild, krachig. 2009 hatten Brian King und David Prowse ein Alleinstellungsmerkmal. Bands nur mit Gitarre und Schlagzeug sah ich damals nicht und kannte diese Kombi eigentlich nur von den Blood Red Shoes.

Merchandise – Köln, 06.04.2017


Diese Band ist nahezu ungooglebar. Diese Erkenntnis ist nicht sonderlich neu für mich, hatte ich doch schon vor einigen Jahren versucht, mehr Informationen über Merchandise zu erhaschen. Vor einigen Jahren war vor 3 Jahren, als ich Merchandise auf dem Primavera Sound zweimal sehen durfte. Es war das Jahr, in dem der spanische Winter im Mai für drei Tage zurückkam und ich – auch wegen der blöden Bühnenausrichtung zur See hin – einen Abend vor der windigen ATP Bühne komplett verfror.

The Orb – Köln, 04.03.2017


In meiner Disco hieß es Anfang der 1990er Jahre auch immer noch Rave-o-lution: Soup Dragons, Charlatans, Happy Mondays, Stone Roses. Die britische Gitarrenpopmusik bediente sich beim Acid House und für eine kurze Zeit waren die Genregrenzen sehr fließend. Wer sich einmal die extended Mixe der Soup Dragons angehört hat, oder das wunderbare Halleluja Album von den Happy Mondays bekommt eine Ahnung darüber, was ich versuche, zu sagen. Die britische Band The Orb gehörte nicht nur dazu, sie waren in dieser Zeit eine der ganz großen Bands im Rave-Geschäft. Als unnützes Wissen zu The Orb hätte ich folgende Information: Ihre 1992er Single „Blue Room“ war mit fast 40 Minuten die längste Single, die jemals an der Spitze der britischen Charts stand.

Loyle Carner – Köln, 02.03.2017


In England füllt er sechsmal so große Hallen, sehe ich auf YouTube. Ich rede von Loyle Carner und klicke mich durch ein paar seiner Livevideos. Vor ein paar Minuten hatte ich mich dazu entschlossen, sein Konzert im Club Bahnhof Ehrenfeld morgen zu besuchen. Die Stimmung in den Livevideos ist gut, es wird viel mitgerappt. Loyle Carner ist der mann des Stunde des britischen Hiphop. Die Lobeshymnen sind riesengross, die Kritiken überschwenglich. Vorgestern stolperte ich zufällig über den Namen Loyle Carner, gestern dann noch einmal etwas stärker, so dass ich mich entschied, mir sein Konzert anzuschauen. Manchmal steh‘ ich auf Hiphop.

Die Sterne – Köln, 15.02.2017


Er hat immer Hunger – Er muss Immer essen – Er muss wohnen und schlafen – Und er muss vergessen – Dass Gestern wie Heute wird – Heute wie Morgen – Und dass in diesem Laden herzlich wenig passiert…
Dieser Song war in den 1990er Jahren ein Welthit, zumindest in meiner kleinen Indiewelt und die Band die Sterne für mich eine weitere dieser Hamburger Schule Bands, die alle damals so mochten und die es vielleicht lohnt, von mir genauer inspiziert zu werden. Das habe ich auch getan, merkte aber schnell, dass sie doch anders waren als die Blumfelds und Tocotronics. Und anders bedeutet für mich in diesem Fall: zu poppig und zu wenig gitarrig im Sinne von laut. Daher liefen die Sterne seinerzeit knapp unter meinem Radar. Bis auf die Single „Universal Tellerwäscher“ und das Album Posen – was ich wenig überraschend doch zu selten hörte – war nicht viel. das sollte eine ganze Zeit lang so bleiben.

Cymbals eat guitars – Köln, 12.02.2017


Der Abschluss des Wochenendes. Cymbals eat guitars entdeckte ich vor vielen Jahren mit ihrem Album Why there are mountains und ihren feinen Indiegitarren, die keine weitere Beschreibung benötigen. Das klang, gerade auch wegen der stoisch langweilig wirkenden Gesangsstimme von Joseph D’Agostino nach Pavement und anderen 1990er Jahre do-it-yourself Indierockbands. Also ohrenschmeichelnd. Also Cymbals eat guitars. Ich ging auf eines ihrer Konzerte, kaufte ihr zweites Album Lenses Alien und war von beidem sehr angetan. Doch dann wurde es ruhig.

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