- Seit 2002 Dinge über Musik und so -

Isaac Gracie – Köln, 04.05.2018

Isaac Gracie lernte ich letzten Sommer beim Reeperbahnfestival in Hamburg kennen. Dort war er musikalischer Gast bei Ray Cokes Nachmittagsmusiktalk, was bedeutete, dass er zwei oder drei Lieder spielte. Also Isaac Gracie, nicht Ray Cokes. Letzterer scherzte nur umher. Eines davon war ein wunderbares Nirvana Cover, ein anderes „Terrified“. An das dritte erinnere ich mich nicht mehr. Sowohl Cover als auch die eigenen Songs blieben mir so stark im Gedächtnis (ein Wunder bei der Vielzahl neuer Eindrücke, die ich auf dem Reeperbahnfestival sammeln durfte), dass ich den jungen Mann aus London in den nächsten Monaten im Auge behielt.

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Ought – Köln, 03.05.2018

An diesem Abend fiel mir die Entscheidung nicht leicht. Lucy Dacus oder Ought? Schon früh hatte ich mir ein Ticket für die Kanadier besorgt, in den letzten Wochen jedoch mehr und mehr die US-amerikanische Sängerin für mich entdeckt. Beide gingen aber nicht. Köln ist nicht Brüssel, wo tags zuvor beide Bands nacheinander in der Botanique Konzerte gaben. Das kleine Festival schlappe 200 km entfernt wurde komplettiert durch die Band Hater und war damit zum einen musikalisch stimmig und reizvoll besetzt. In Köln spielte Lucy Dacus im Blue Shell, Ought zusammen mit Hater im Bumann & Sohn. Beides kleine Läden, beide irgendwie toll für überschaubare Konzerte. Durch den zeitigen Ticketkauf war die Wahl quasi entschieden, selbstläufig fiel meine Wahl auf Ought.

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Die Nerven – Köln, 23.04.2018

Die Nerven. Als ich die Nerven das letzte Mal live in der Bonner Harmonie sah, konstatierte ich nach einem berauschenden Konzert, dass die Band zwar auch in der Jazz- und Musikkneipe der Harmonie gut aufgehoben war, ich ihren natürlichen Konzertlebensraum jedoch eher in alten Industriehallen wie dem Gebäude 9 sehen würde. Genauso wie alte Glamrockbands aus den 1970er Jahren in die Harmonie gehören, verorte ich Postpunk Bands in alte, ehemalige industrielle Gebäude, die zu Konzertsälen umfunktioniert wurden.

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Protomartyr – Köln, 22.04.2018

Der Typ im Anzug fasziniert mich, seitdem ich ihn das erste Mal erblickt hatte. Damals, ganz oben in der TivoliVredenburg in Utrecht. Er und seine Band spielten im kleinen Saal ein Konzert, das so nachhaltig wuchtig war, dass ich diese Band unbedingt wiedersehen musste. Der Typ ist erinnert mich an Mark E. Smith. Latent genervt, nervös und leicht reizbar schrie er seine Texte in das Mikrofon, dass die Band Mühe hatte, dem in irgendeiner Art und Weise zu folgen.

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Let’s eat Grandma – Köln, 20.04.2018

Was hat mich da nur geritten? Nach drei anstrengenden und schönen Konzertausflügen in den letzten sechs Tagen bin ich eigentlich viel zu müde, um an diesem Abend ins Schauspiel Köln zu fahren. Hinzu kommt, dass ich die Band Let’s eat Grandma nur so halb kenne. Ich erinnere mich, dass Let’s eat Grandma auf meiner letztjährigen Primaveraliste und Reeperbahnfestivalliste standen, ich aber seinerzeit die beiden Teenies aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen (wahrscheinlich Müdigkeit) verpasst habe. Daran dachte ich, als ich vor Wochen den Ankündigungstermin ihres Kölner Gigs über das Internet wahrnahm.

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The Thing – Köln, 09.04.2018

The Thing, die norwegische Rhythmusgruppe vieler bekannter Indiegrößen wie Neneh Cherry oder Thursten Moore, kenne ich vom letzten Neneh Cherry Konzert im Kölner Stadtgarten. Das war sein toller Abend und zeigte in Ansätzen, was für feine Musiker Mats Gustafsson, Ingebrigt Håker Flaten und Paal Nilssen-Love sind. Wobei Rhythmusgruppe natürlich Quatsch ist, denn The Thing sind eine eigenständige, etablierte Jazzgruppe, die seit 2000 Alben veröffentlicht. Ihr Sound ist dabei so einzigartig und genreübergreifend, dass gerne Indiemusiker anfragen, ob man nicht ein paar Liveshows oder das ein oder andere Album zusammen machen wolle/solle/könne.

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Suuns – Köln, 08.04.2018

Da sind sie wieder! Nachdem es um die kanadische Band in den letzten Jahren konzertmässig etwas ruhiger geworden ist, haben Suuns ein neues Album veröffentlicht. Felt heißt die Scheibe und sie klingt wunderbar. Da ist es nur zu obligatorisch, dass ich bei der anstehenden Tour kurz vorbeischaue und ein wenig  mittanze. Ach, dieser Bass. Hach, diese Melodien. Suuns sind toll!

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Fever Ray – Köln, 17.03.2018

Fever Ray sind mir nur bekannt als quasi Nachfolgeband der schwedischen Elektropopband The Knife. Nachdem die Geschwister Karin und Olof Dreijer 2014 The Knife auflösten, machte Karin Dreijer einfach alleine weiter. Beziehungsweise konzentrierte sie sich ab da auf ihr Soloprojekt Fever Ray, ein erstes Album Fever Ray als Fever Ray hatte sie bereits 2009 veröffentlicht; zu einer Zeit, als The Knife noch existierten. Im letzten Jahr erschien dann relativ kommentarlos Plunge, das zweite Album von Katrin Dreijer als Fever Ray.

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The Charlatans – Köln, 26.02.2018

Der kälteste Tag des Jahres. Der Wind pfeift ordentlich, als ich die paar Meter zur Bahn gehe. Wind chill nennt man seit Mitte der 1990er Jahre den Effekt, wenn ein kalter Wind die Temperaturen gefühlt noch ein paar Grad kälter erscheinen lässt. Wind chill, diesen Begriff hörte ich zum ersten Mal in den kalten Wintertagen 1995/96, als ich in Bochum studierte und sehr oft mittags zu Fuß von der FH zur Unimensa spazierte. Auf der Kalwes Höhe gab es ein paar schön zugige Ecken.

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Girls in Hawaii – Köln, 16.02.2018

Vor vier, fünf Jahren hatte ich musikalisch einen Belgienkomplex. dEUS mochte ich ja schon von Anfangstagen an, die zählen daher nicht wirklich mit ihrer damaligen Veröffentlichung Selected Songs 1994-2014. Und wer braucht schon Kompilationen?! Wer aber zählt sind BRNS und Girls in Hawaii, die mir beide in kurzer Folge über den Weg liefen. Da auch Hooverphonic seinerzeit irgendwas veröffentlichten, was mir auffiel, machte alles zusammen mein musikalisches Belgien komplett.

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Ghostpoet – Köln, 06.02.2018

Ghostpoet. Der Engländer Obaro Ejimiwe war meine herbstentdeckung rund um das Crossing Border Festival in Den Haag vor einigen Jahren. Damals kam ich zufällig auf den Briten und war enorm begeistert von seinem Konzert, das er nur mit Keyboardbegleitung auf einer sehr dunklen Bühne präsentierte. An die feine Lichtshow habe ich gute Erinnerungen, ob tatsächlich nur eine Keyboarderin mit dabei war, dafür lege ich meine Hand nicht ins Feuer.

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Cloud nothings – Köln, 04.12.2017

Oh Mann, was habe ich die Cloud nothings und ihr Album Attack on memory geliebt. Songs wie „No future/no past“, „Stay useless“ und „Wasted days” brachten liebevollen Indierock in mein Frühjahr 2012. Da war mal wieder eine neue, junge, frische Band, die Musik so ganz nach meinen Geschmack machte. Die nächstbeste Gelegenheit, die Cloud nothings live zu sehen, nahm ich war. Ich fuhr nach Dortmund. Ins FZW. Ich war begeistert.

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King Krule – Köln, 01.12.2017

Primavera Sound. Pitchfork Bühne. Ich nahm mir ein paar Minuten Zeit und hörte einem jungen Mann zu, dessen Stimme mich an Billy Bragg denken ließ und dessen Saxophonsequenzen mich auf undefinierbare Art und Weise beeindruckten. Der junge Mann - oder besser gesagt der Teenager - nennt sich King Krule und spielte mit seiner Band einen Song namens „Dum Surfer“.

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Public Service Broadcasting – Köln, 26.11.2017

Public Service Broadcasting gehören zu diesen Bands, die in zwei verschiedenen Welten Musik machen. Die eine Welt heißt England, oder besser Großbritannien, die andere Welt heißt ‘der Rest der Welt‘. In England spielen Public Service Broadcasting in großen Hallen, deren Namen mit o2, Eventim oder Apollo beginnt, im Rest der Welt in kleinen Klubs wie dem Hamburger Knust oder dem Kölner Yuca. Viel größer könnte der Unterschied nicht sein. Das Yuca meldete immerhin letzte Woche ein ausverkauft.

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Benjamin Clementine – Köln, 20.11.2017

Konzerte gibt Benjamin Clementine gefühlt nur im Winter. Bereits die letzten beiden Auftritte des Engländers in Köln fanden - ich schau das nicht nach - in der kälteren Jahreszeit statt. Bei seinem ersten Auftritt spielte er noch im Stadtgarten, die Weihnachtsmarktbuden vor der Tür sorgten für die selige Grundstimmung, die mich damals vorfreudig in den vollen Stadtgarten spülte. Das zweite Konzert fand dann bereits in einer ausverkauften Philharmonie statt. Ich glaube, auch das war gut.

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