Spoon – Köln, 03.07.2017

Ort: Gloria, Köln Vorband: His Clancyness Spoon. Größtmöglich von mir unterschätzte Band. Als ich sie vor drei Jahren auf dem Primavera Sound sah, hielt die Band aus Texas noch für…

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Nina Persson – Köln, 25.02.2014

Ort: Gloria, Köln Vorband: - Nina Persson Anfang der 00er Jahre spielten die Cardigans im E-Werk. Im Publikum standen lauter Pärchen und ich. Ich kann mich so gut an das Konzert der Schweden erinnern, weil es mehrere bleibende Momente hatte. Zum einen war es eines meiner ersten Konzerte, zu denen ich spontan gefahren bin. In der Regel plane ich zumindest drei, vier Tage vorher meine Konzertbesuche (ich habe ja auch noch andere Dinge zu tun). Zum anderen war ich überrascht über die gemütliche leere des Konzertsaales, dass dunkle Erscheinungsbild der Band und über die tolle Stimme von Nina Persson. So richtig kannte ich bis zu diesem Konzert die Musik der Cardigans nicht, einzig die großen Hits wie „Lovefool“, „My favourite game“ oder „Erase/Rewind“ waren mir geläufig. Aber es reichte, um seinerzeit ins E-Werk zu fahren, eine gewisse Neugierde auf Livemusik verspürte ich schon damals. „Pärchen verpisst euch keiner vermisst euch“, Christiane Rösinger beziehungsweise die Lassie Singers bildeten ungewollt den Soundtrack für mein Cardiganskonzert, aber die Cardigans selbst zelebrierten dieses Statement in ihren bittersüßen Songs so eindrucksvoll, dass ich mich noch an diesem Abend in die Sängerin der Band Nina Persson und ihre melancholische Art verliebte. Damals konnte ich das Konzert nicht so richtig einordnen, in den letzten Jahren kam ich immer mehr zu der Erkenntnis, wie gut es doch war, die Cardigans damals gesehen zu haben. Sie machten Musik, die für mich heute noch genauso schlagkräftig ist wie damals. „I need some fine wine and you, you need to be nicer”, ein Songtitel so hilfreich in der ein oder anderen Lebenssituation, dass er nie aus der Mode kommen kann. Großartig!

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John Grant – Köln, 07.04.2013

Ort: Gloria Theater, Köln Vorband: -

John Grant

Queen of Denmark. In der Nähe der Nordsee habe ich John Grant kennengelernt. Es war auf dem Rolling Stone Weekender vor drei Jahren, es war an einem Freitagabend um 23 Uhr. Sein Konzert war im ursprünglichen minigolfschuppen der Anlage angesetzt, der kleinsten Konzertsaal des Weekenders. Aus Mangel an Alternativen, dass gebe ich unumwunden zu, haben wir uns damals entschieden, sein Konzert zu sehen. Viel kannten wir vorher nicht von John Grant, außer, dass er was mit den Midlake Leuten zu schaffen hat, die Stunden vorher auf der großen Zeltbühne auftraten. Als er sich dann ans Klavier setzte und sein damals aktuelles Album „Queen of Denmark“ spielte, waren wir begeistert. „Sigourney Weaver“, „Marz“ wow, Klassesongs und große Hits. Das John Grant Konzert wurde so schnell eines der herausragenden Auftritte des gesamten Wochenendes. Das die Vorgeschichte zu diesem Konzertabend. Sonntagsabendmelancholie. Es fällt mir jedes Mal unheimlich schwer, mich Sonntagsabends nochmals aufzuraffen, um in die Stadt zu fahren. Sehr oft schon entdeckte ich bei mir nachmittags die elendig aufkommende Frage, ob ich denn am Abend wirklich noch da oder dorthin fahren solle. Oft lasse ich es bleiben, manchmal raffe ich mich aber auf. Geärgert habe ich mich darüber nie. So wie gestern Abend auch nicht. Die freien Tage waren bis dahin sehr ereignisreich verlaufen. Und sonnig. Zum ersten Mal in diesem Jahr gab es zwei Tage Sonne non-stopp. Und zum ersten Mal in diesem Jahr verspürte ich am Sonntagnachmittag dieses leichte Nasenkribbeln. Jups, Heuschnupfen-Ding. Willkommen zurück. Ein Ausflug an die belgische Küste endete mit Autofahrgesprächen über Erdmöbel und ihre gute Phase zu Zeiten des „Fotografie“ Albums. Sehr weit, und das fiel mir gestrigen Abend während des Konzertes ein und auf, ist John Grant davon nicht. Zumindest nicht dann, wenn er die Songs des ersten Albums spielt. Das zweite, aktuelle Pale Green Ghosts ist mit dem ersten nicht zu vergleichen. Es ist viel elektrolastiger, weniger vordergründig melancholisch. Traurig klingt es aber trotzdem.

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-M- – Köln, 18.03.2013

Ort: Gloria, Köln Vorband: -

-M-

„Ohne Quatsch, als der linke Tuppes einsetzte, hatten sie mich. Nach, äh, 30 Sekunden?!“ Genau, ein würdiges Abschlußstatement um kurz nach Mitternacht. Ich könnte ergänzen „und sie ließen uns die nächsten zweieinhalb Stunden nicht mehr los.“ Was wir an diesem Abend im Gloria zu sehen bekamen, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Reizüberflutung war es nicht, es war eher wie ein großer lustiger Kinderkarten, bei dem in jeder Sekunde etwas anderes passieren musste. Pinke Akustikgitarre, eine strahlende Dreiecksbrille, ein tanzender Spinnenmann, eine Wahnsinns-„Mojo“ Choreographie, tanzendes Publikum und singende Kinder auf der Bühne, Voodoo Schlagzeuger sowie ein auf der Theke des Gloria und im Publikum stehend Gitarre spielender –M-. Hab ich was vergessen? Bestimmt. Getoppt hat all das aber die Gitarre des Tuppes links. Der Bassist hat sich da was zusammengebastelt, was es so vielleicht kein zweites Mal auf der Welt gibt. Am Gitarrenhals ein kleines Touchdisplay, unten rechts eine 4 mal 4 plus x Tastatur mit denen er sämtliche Beats und Samples aufrief, und oben am Gitarrenrumpf eine kleine Keyboardtastatur. Wie viel Sekundenkleber war für dieses Gitarrenmonster wohl vonnöten? Ach ja, es war ein Konzert des französischen Musikers –M- a.k.a. Matthieu Chedid, der gestern im Rahmen eines Le Pop Konzertes im Kölner Gloria auftrat. Matthieu Chedid gehört aber nicht zur Garde der „normalen“ Nouvelle Scene Française Musiker. Seine Musik ist zwar durchaus von chansonhaften Klängen und Anleihen durchsetzt, aber sie ist viel experimenteller und gitarrenlastig-rockiger als die der anderen mir bekannten Franzosen wie B.B., Dominique A. oder wie sie alle heißen. -M- bedient sich tief in der 70 er und 80er Jahre Gitarrenkiste, man hört und erkennt viel Queen, AcDc, zzTop und Jimi Hendrix. Live lebt er seine Gitarrenparts aufs größte aus und mimt en Hendrix. Wir vermuten, mit einer gehörigen Portion Selbstironie.

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Paul Banks – Köln, 29.01.2013

Ort: Gloria, Köln Vorband: Pascal Finkenauer

Motorama. Vorgestern habe ich die russische Band endgültig für mich entdeckt. Nachdem ich schon in den Wochen davor von mehreren Leuten gutes über das Rostower gehört und gelesen hatte, habe ich mir endlich selbst ein Urteil gebildet und mir ihr 2010er Album „Alps“ in voller Länge angehört. (kostenfreier Download auf ihrer Homepage). Was soll ich sagen: toll! Aber was haben Motorama mit Paul Banks zu tun? Nun, Motorama klingen wie Interpol in den Momenten, in denen sie nach Joy Division klingen. Und Paul Banks ist / war der Sänger von Interpol, (musste ich das erwähnen, wohl nicht). Fertig ist das Beziehungsgeflecht und ich verspürte nach erneuter Nachfrage, wie es denn nun um meinen Gemütszustand bestellt sei hinsichtlich des Banks-Konzertes im Kölner Gloria, wieder große Lust und Neugierde. Paul Banks veröffentlicht seit einigen Jahren Soloalben, „Banks“ ist sein zweites innerhalb der vergangenen drei Jahre. „Julian Plenti is... Skyscraper“ veröffentlichte er noch unter dem Namen Julian Plenti (dazwischen liegt die EP Julian Plenti Lives...) und es war noch der große Interpolschatten, der ihn bei seinem ersten Kölner Solokonzert in der Kulturkirche „als Sänger von Interpol“ ankündigen ließ. Nun lagen sowohl das Debütalbum als auch die letzte Interpol Scheibe länger zurück und es überraschte mich nicht wirklich, dass das Gloria nicht sonderlich voll war. gerade einmal „gut besucht“, würde ich schätzen. Julian Plenti. Gott sei Dank viel mir der Name im Laufe des gestrigen Nachmittags noch ein.

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Get well soon – Köln, 20.01.2013

Ort: Gloria, Köln Vorband: Denis Jones

Hold me closer tiny dancer… Lange war ich mir nicht sicher, ob ich mir auch in 2013 Get well soon Konzerte ansehen sollte. Wie oft habe ich die zweitbeste deutsche Indieband jetzt gesehen? Manchmal denke ich, ‘zu oft, das reicht doch jetzt und ich brauch mal ‘ne Pause, mal ein Jahr Abstand, um mich wieder neu begeistern lassen zu können.‘ Das ist aber Unsinn. Unser letztes Aufeinandertreffen war vor einem guten halben Jahr beim Frankfurter Lüften Festival. Damals fand ich ihr Konzert teilweise anstrengend und wenig aufregend, was aber auch an der nachmittäglichen Uhrzeit und dem gerade erst eingetroffen sein zugeschoben werden kann. Denn natürlich war es – wie jedes Get well soon Konzert – großartig. Großartige Bands können nur großartige Konzerte machen! Keine Frage. Aber sie können durchaus mal weniger gute Platten veröffentlichen. “The Scarlet Beast O’Seven Heads” ist mir zu biestig, zu sehr Soundtrack den Song, zu wenig tiefgründig dramatisch. Da halte ich es lieber mit dem zweiten Album „Vexation“, das ich durch die Bank schön und immer wieder sehr hörenswert finde. Und hier schließt sich nun der Kreis, oder wie? Eine sich vielleicht sattgesehene Band und ein sehr selten gehörtes Album, wieso sollte ich da am Sonntagabend ins Gloria fahren? Na, weil Sonntag ist und weil all das nur wenig schlagkräftige Gründe sind, um einem arbeitsreichen Wochenende nicht doch noch einen schönen Ausklang mitzugeben. Und weil die Abstinenz Theorie eben großer Unsinn ist. Um die Sache fix zu machen, die morgendliche Idee nicht doch noch im Laufe des Tages abzulegen, wurde gleich ein Ticket gekauft. Nicht, dass der leichte Schneefall oder plötzlich aufkommende Sonntagsnachmittagsmelancholie als „ach ne lass mal, ich bleib doch lieber zuhause“ Gründe herangezogen werden können. Ein bisschen Druck schadet trotz aller Begeisterung nicht.

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Digitalism – Köln, 26.10.2011

Ort: Gloria, Köln Vorband: -

Digitalism - Köln, 26.10.2011

„Wenn Franz Ferdinand Rockmusik machen, die das Publikum zum Tanzen animiert, dann machen Digitalism Tanzmusik, die die Leute rocken lässt. Digitalism stammen aus Hamburg. Ismail Tüfekci aka Isi, in Deutschland geborener Sohn türkischer Einwanderer, lernte Jens Moelle aka Jence, in einem Plattenladen namens Underground Solution kennen. Jens arbeitete im Laden und Isi im angeschlossenen Plattenvertrieb. Über ihre gemeinsame Vorliebe für Dance- und Rockmusik fanden die beiden zusammen. Ihre ersten gemeinsamen DJ-Gigs begannen sie im Jahr 2000, der erste Remix (Seven Nation Army von den White Stripes) fand seinen Weg auf Vinyl und verkaufte sich so gut, dass weitere Veröffentlichungen folgten. Auf dem angesagten französischen Label Kitsuné erschienen diverse Singles, darunter ‚Zdarlight' und ‚Pogo' und als logische Fortsetzung 2007 ihr Debütalbum ‚Idealism', das auf EMI neu veröffentlicht wurde und auch international Beachtung fand. 2008 folgte das Remix Album ‚Hands on Idealism', 2011 „I love you, Dude“”
Ich möchte den von der Webseite des Gloria kopierten Textes noch um einen Bandnamen ergänzen, der mir heute Morgen in den Sinn kam und den ich irgendwie passend finde: Zoot Woman. Das gestrige Konzert erinnerte mich sehr an ein Zoot Woman Konzert, dass ich vor einigen Jahren gesehen habe: Ähnlich viel Gehüpfe, ähnlich fluffige, seicht schöne Tanzmusik und ausgelassene Stimmung. Obwohl es nicht meine unbedingte Lieblingsmusikrichtung ist,macht es mir manchmal unbändigen Spass, auf „Tanzkonzerte“ zu gehen. Immer nur dieses starre Stehen und allerhöchstens leichte Kopfnicken der Indiekonzerte ist zwar altersgerechter und nicht weniger stimmungsintensiv, aber manchmal eben nicht genug. Und Zoot Woman noch Digitalism liesssen mich enttäuscht nach Hause fahren. „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“. Kleine Sätze von unschätzbarer Wichtigkeit. Hätte Philip Reis vor 150 Jahren nicht ein Gerätes zur Übertragung von Tönen über elektrische Leitungen erfunden, würden manche Abende anders verlaufen. Der gestrige auch. Welch segensreiche Erfindung, dieses Telefon! Erst recht, weil man damit auch filmen und Fotos machen kann und weil es den Weg kennt, wenn plötzlich ein nicht eingeplanter Autobahnstau vor einem auftaucht und die Ausweichstrecke durch relativ unbekanntes Gebiet rund um die Bonner Straße im Kölner Süden führt.

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Marianne Dissard – Köln, 10.02.2011

Ort: Gloria, Köln Vorband: Caroline Keating

Marianne Dissard

Marianne Dissard, a French chanteuse in Tucson, Arizona, USA. So steht es auf ihrer Facebook Seite. Ich habe die junge Frau schon einmal live gesehen, vor einigen Jahren im Stadtgarten im Rahmen einer Le Pop Veranstaltung, und merke jedoch, dass ich sie in den letzten Tagen mit Françoiz Breut verwechsele. Ich hatte dieses Bild im Kopf, und als ich jetzt zur abendlichen Vorbereitung kurz über ihre Facebook- und Heimseite klicke, erkenne ich meinen Irrtum. Mein geistiges Bild war Françoiz Breut fixiert. Marianne Dissard, die seinerzeit im Vorprogramm auftrat, war ja die mit den Cowboystiefeln und der Zusammenarbeit mit Calexico und Giant Sand. Mit ersteren sang sie diverse Songs zusammen, über letztere drehte sie den Dokumentarfilm „Drunken Bees“. Desert Chanson nannte die Fachpresse den Stil ihres Debütalbum „L’Entredeux“. Das ist gute zwei Jahre her und ehrlich gesagt, kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, ob diese Bezeichnung die Dinge auf den Punkt bringt oder nicht. Dieser Tage, genau am 25.02., erscheint über Le Pop mit L’Abandon ihr zweites reguläres Album. „Paris one takes“, das im letzten Jahr erschien, ist ein Livealbum, ein in-between Album, wie es Marianne Dissard selbst bezeichnet. Neben Marianne Dissard sehe ich im Gloria eine weitere Sängerin. Caroline Keating bestreitet das Vorprogramm, und das macht den Abend noch charmanter und reizvoller. Caroline Keating wurde mir wärmstens empfohlen. Die junge Kanadierin aus Montréal ist nicht das erste Mal in Deutschland und hinterließ vor einigen Jahren eine Spur der Begeisterung. Es gibt also genug Gründe, an diesem Abend das Gloria aufzusuchen. Dachte ich, aber mit dieser Denke war ich einer von wenigen. Von ganz wenigen.

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