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Get well soon – Bonn, 21.03.2013

Ort: Harmonie, Bonn
Vorband:Brothers & Bones

Get well soon

„Jetzt klingen sie nach Radiohead“. Das reicht, als die Dreiergruppe vor mir dieses äußerte beschloss ich, nach dem Ende des Songs zu gehen. Das war das Tröpfchen zu viel an diesem Abend.
Dabei hatte ich mich den Tag über auf dieses Konzert gefreut. Es sollte mein elfter Get well soon Konzertbesuch werden, wie ich beiläufig nachmittgas feststellte und es trieb die Frage in mir noch stärker nach oben, warum um alles in der Welt ich mir ein Ticket für diesen Crossroads Event gekauft hatte. Schon im Januar im Gloria hatte ich den Eindruck, dass wir mal eine Pause voneinander brauchen. Abstand, um mich wieder neu begeistern zu können. Wer aber jetzt denkt, Get well soon Konzerte verlieren mit der Zeit ihren Reiz oder sie würden gar schlechter, der irrt. Get well soon Konzerte sind ganz große Unterhaltung, an diesem Abend sogar ganz große Fernsehunterhaltung (das Crossroads Festival im Rahmen des Rockpalast ist eine Fernsehaufzeichnung; ein viertägiges Konzertevent in der Bonner Harmonie, das extra fürs Fernsehen entstanden ist). Nein, daran liegt es nicht, dass meine Begeisterung etwas nachgelassen hat. Es ist vielmehr ein sattgesehen haben. Dieser Eindruck beschlich mich schon im Sommer auf dem Lüften Festival, er verstärkte sich im Gloria, aber trotzdem war ich gestern wieder vor Ort. Ich scheine ein komischer Mensch zu sein. Aber wieder ließ ich mich begeistern und war froh, dagewesen zu sein. Trotz allem.
Das „trotz allem“ waren nicht nur die Leute um mich herum, es war das gesamte Drumherum.
In der Harmonie war ich das letzte Mal vor Jahren, und scheinbar hatte ich extrem verdrängt, was für ein ungünstiger Konzertsaal die Harmonie ist und wie fürchterlich schlecht die Parkplatzsituation in Endenich sein kann. Ich suchte ungefähr genauso lange eine Parkmöglichkeit, wie mich die Fahrt nach Bonn Zeit gekostet hat. Nach einer knappen halben Stunde war ich redlich bedient, parkte weit weg und nahm zähneknirschend einen 20 minütigen Fußweg in Kauf. Oder war es länger? Egal. „Da hätte ich gleich von zuhause aus losgehen können“, dachte ich noch so, als ich die Harmonie betrat.
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Get well soon – Köln, 20.01.2013

Ort: Gloria, Köln
Vorband: Denis Jones

Hold me closer tiny dancer…
Lange war ich mir nicht sicher, ob ich mir auch in 2013 Get well soon Konzerte ansehen sollte. Wie oft habe ich die zweitbeste deutsche Indieband jetzt gesehen? Manchmal denke ich, ‘zu oft, das reicht doch jetzt und ich brauch mal ‘ne Pause, mal ein Jahr Abstand, um mich wieder neu begeistern lassen zu können.‘ Das ist aber Unsinn.
Unser letztes Aufeinandertreffen war vor einem guten halben Jahr beim Frankfurter Lüften Festival. Damals fand ich ihr Konzert teilweise anstrengend und wenig aufregend, was aber auch an der nachmittäglichen Uhrzeit und dem gerade erst eingetroffen sein zugeschoben werden kann. Denn natürlich war es – wie jedes Get well soon Konzert – großartig. Großartige Bands können nur großartige Konzerte machen! Keine Frage.
Aber sie können durchaus mal weniger gute Platten veröffentlichen. “The Scarlet Beast O’Seven Heads” ist mir zu biestig, zu sehr Soundtrack den Song, zu wenig tiefgründig dramatisch. Da halte ich es lieber mit dem zweiten Album „Vexation“, das ich durch die Bank schön und immer wieder sehr hörenswert finde.
Und hier schließt sich nun der Kreis, oder wie? Eine sich vielleicht sattgesehene Band und ein sehr selten gehörtes Album, wieso sollte ich da am Sonntagabend ins Gloria fahren? Na, weil Sonntag ist und weil all das nur wenig schlagkräftige Gründe sind, um einem arbeitsreichen Wochenende nicht doch noch einen schönen Ausklang mitzugeben. Und weil die Abstinenz Theorie eben großer Unsinn ist.
Um die Sache fix zu machen, die morgendliche Idee nicht doch noch im Laufe des Tages abzulegen, wurde gleich ein Ticket gekauft. Nicht, dass der leichte Schneefall oder plötzlich aufkommende Sonntagsnachmittagsmelancholie als „ach ne lass mal, ich bleib doch lieber zuhause“ Gründe herangezogen werden können. Ein bisschen Druck schadet trotz aller Begeisterung nicht.
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Melt! Festival – Dessau, 20.07.2008

Der Tag beginnt mit Kunst. Architekturkunst und Design. In den 20er und 30er Jahren des letzten Jahrtausends war das in Dessau beheimatete Bauhaus die Innovationsschmiede schlechthin. Der Stil der Bauhausschule zeichnete sich durch Klarheit und Geradlinigkeit aus. Durch Einfachheit und Schlichtheit in Form und Funktion wollten die Bauhausmeister (so nannte man die Lehrer und Professoren) die Trennung von Kunst und Produktion aufheben. Kunst als Gebrauchsgegenstand. Ist ihnen gelungen, möchte ich sagen. Dann kamen die Nazis und mit dem Bauhaus war Schluß.

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