Cloud nothings – Dortmund, 04.05.2012

Ort: FZW, Dortmund Vorband: KMPFSPRT Wie erkläre ich beispielsweise meinen Arbeitskollegen Konzertfahrten in entfernte Städte zu nicht in der Öffentlichkeit stattfindenden Bands und Musikern? Eine Frage, die sich mir manchmal stellte und die ich mittlerweile mit „Am besten gar nicht“ beantworten möchte. Das ist mein Fazit nach vielen Konzertfahrten und –ausflügen und einigen Erzählansätzen. Steht das Besuchen von Auswärtsspielen der Lieblingsmannschaft oder der pfingstliche Kegelausflug akzeptiert als Mittagstischgespräch, so sind dies Konzertbesuche nicht. Sicherlich war jeder meiner Kollegen schon mal bei einer Westernhagen, Depeche Mode oder Springsteen Veranstaltung, aber das ist im Regelfall Jahrzehnte her (die Erinnerung daher verblasst) und mit Konzerten haben diese Grossevents ja auch nur eine Bühne und Musik gemeinsam. Und da ist die erste Erklärungs-Hürde: Konzertbesuche in einem kleinen Club? (Im skeptischen Tonfall vorgetragen.) Ja, es ist tatsächlich nicht so, dass die Hallengrösse etwas mit der Musikalischen Qualität zu tun hat, und nein, auch in stickigen, kleinen Absteigen sind Kartenpreise von 30 Euro nicht unbedingt überzogen. (Um die Frage nach dem Preis gleich zurückzugeben ohne zu verpassen direkt darauf hinzuweisen, dass 15-22 Euro die durchschnittliche Kostenspanne ist.) Und dafür fährst du nach …? Na, du musst ja Zeit haben. Ja und Nein. Ich habe genauso viel Zeit wie andere auch und was sind schon 100 Kilometer? Dafür fahr ich mit dem Fahrrad zur Arbeit und geh‘ zum Brötchen kaufen zu Fuß. Richtig, mein Lebensumfeld klingt vermeidlich spießig und nicht nach hipper Businessbranche. Aber lustigerweise sind die meisten Intensivkonzertgeher, die ich kennengelernt habe, auch nicht in Medienkonzernen beschäftigt. Was sind wir also für Leute, die – nach meiner Privatstatistik – eher an Mittagstischen in Behörden und Firmenkantinen sitzen als anderswo? Und warum machen wir das, verplempern Zeit, Geld und sind unter der Woche abends nicht zuhause? Für heute kann ich die Fragen beantworten: Weil ich Cloud nothings unheimlich spannend finde. Und weil ich das FZW in Dortmund für einen angenehmen Konzertort halte. Für mich sind das zwei ausreichende Gründe.

2 Kommentare

Olli Schulz – Dortmund, 13.04.2012

Ort: FZW, Dortmund Vorband: - Die Ausrede, neue Platten von Konzertgebern nicht zu kennen, wird seit Spotify schwieriger. Wie schnell ist hier ein Album durchgehört, ein musikalisches Meinungsbild zusammengeklickt. Als ich am Wochenende zum ersten Mal Spotify nutzte fragte ich mich, welches Album ich denn hören sollte. Nach kurzer Abwägung fiel die Wahl auf Olli Schulz aktuelle Platte „S.O.S. Save Olli Schulz“. Die kannte ich noch nicht und am Freitag wollte ich sein Konzert im Dortmunder FZW besuchen, da würde es mit einem Vorabcheck gut passen. Wie gesagt, die Zeiten des unvorbereiteten Konzertbesuchs scheinen vorbei.... So ein Vorabcheck hat aber auch einen kleinen Nachteil. Nämlich den, dass man von neuen Songs enttäuscht wird und so die Freude auf ein Konzert getrübt werden könnte. „Hoffentlich spielt er nicht so viel von den neuen Sachen“, ein Satz, den ich schon öfter gehört habe und der Vorfreuden dämpfen kann. Meistens sind zwar alle Befürchtungen überflüssig, aber unbewusst bin ich nach solchen Sätzen skeptischer und es ist erst mal am Musiker, mich direkt zu überzeugen und alles gut werden zu lassen. Ganz nach dem Motto: Nee, stimmt gar nicht. Und noch ein Satz zu Spotify: Irgendwie finde ich es komisch, mir ohne zu zahlen aktuelle und weniger aktuelle Alben von Musikern anhören zu können. Bücher lese ich ja auch nicht im Buchladen und lege sie dann wieder zurück. Zurück zu Olli Schulz. Sein neues Album kam mir nach dem ersten Hören ich in großen Teilen etwas schwächer als die Vorgängeralben vor. Eine Information, bei der es mir gereicht hätte, sie während des Konzerts zu erfahren. Nun gut, glücklicherweise leben Olli Schulz Konzerte zwar hauptsächlich, aber nicht nur durch und von seiner Musik. Olli Schulz ist bekanntermaßen auch ein großer Unterhalter, ein Geschichtenerzähler sondergleichen. Wer einmal ein Olli Schulz Konzert besucht hat, wird das bestätigen können. Aber auch hier liegt die Krücke im Detail. Wenn man Olli Schulz zu oft live sieht, kennt man alle Geschichten über Rammstein, Metaljugend und so weiter und der Erzählwitz geht verloren. Dieses sollte mir jedoch in Dortmund nicht passieren. Neues Album, neue Tour, neue Geschichten. Das ist zumindest das, was Olli Schulz hier verspricht. Von daher fand ich ein so la la „S.O.S.“ Album nicht allzu ärgerlich.

0 Kommentare

The Charlatans – Dortmund, 02.11.2010

Ort: FZW, Dortmund Vorband: -

Ich liebe diese Band. Ich liebe die Musik der Charlatans. Seit ihren ersten Tagen Anfang der 90er Jahre bin ich süchtig nach ihrem Schweineorgellärm. Auch 20 Jahre später schaffe es nicht, ihr Debüt „Some friendly“ einfach im Schrank zustauben zu lassen. Immer mal wieder greife ich danach und höre es. Genauso, und eigentlich viel lieber höre ich ihre EP „Over rising“. Großartige, alte Manchestermusik, die so antiquiert klingt, wie die Doors in den 80ern. Im Gegensatz zu vielen anderen Bands haben die Charlatans den Manchester-Rave überlebt. Das Psychodelische tauschten sie im Laufe der Zeit zügig gegen Britpop und später Northern Rock ein. Tim Burgess schafft es irgendwie, sich selbst und seinen Sound immer wieder neu zu definieren. Das klingt nicht immer ganz großartig, aber allemal großartig genug, sämtliche 11 Alben besitzen zu müssen. „Who we touch“ heißt ihr neuestes Werk, vor einigen Wochen wurde es veröffentlicht. Es ist eines ihrer schwächeren Alben, behaupte ich mal. Ich habe es ein, zwei, dreimal gehört und komme bisher zu keinem anderen Resultat. Der Werbesticker auf der CD, der vom besten Charlatans Album seit langem spricht, lügt.

1 Kommentar

Mono – Dortmund, 23.03.2010

Es war in vielen Dingen ein spezieller Abend. Nach langer Zeit und vielen Konzerten in den letzten Jahren hatte ich auf dem Weg nach Dortmund so gar nicht das Bedürfnis,…

1 Kommentar

Pompeii – Dortmund, 07.10.2009

Es ist nichts los im Dortmunder Freizeitzentrum West. Der langjährige Dortmunder Klub hat sich nach seinem Umzug in die Nähe des alten Unionsbrauereigeländese verstärkt dem Ausrichten von Konzerten verschrieben. Auch…

0 Kommentare

Soap&Skin – Dortmund, 13.09.2009

Dieser Auftritt polarisiert. Das ist klar wie Klößchen und aus dem Grundmurmeln am Ende des gut einstündigen Konzertes von Soap&Skin aka Anja Plaschg deutlich vernehmbar. Schultheateraufführung sagen diejenigen, die es…

0 Kommentare