Eels – Luxemburg, 08.07.2014

Ort: Grand Théâtre, Luxemburg Vorband: Mélanie de Biasio

Eels

Die Eels – oder besser gesagt Mark O. Everett - machen vieles richtig. Seit Jahren verfolge ich die Band und besuche ihre Konzerte, und jedes Mal bin ich über ihre neuen Platten und ihre Auftritte begeistert. Der Wandel von der Indierockband hin zur verschrobenen, melodramatisch, traurig sarkastischen Kammerband vollzog sich in den letzten knapp 20 Jahren unaufdringlich unauffällig. Kleine Ausreißer wie das zwischen die tieftraurigen Blinking lights and other revelations und Daisies of the Galaxy eingepackte Souljacker inbegriffen. Live greifen die Eels dabei immer wieder ihre musikalischen Gemütszustände auf. So sah ich Konzerte von entspannter Gelassenheit, mit Orchester, als quasi Comedy Show, als ZZ-Top Revival Band oder als Theaterpopband. Räumlich und zeitlich eingeordnet heißt das: kleines E-Werk Köln (die Tour zum Debütalbum Mitte der 90er.), Live Music Hall (Blinking lights… Tour ), eine Synagoge in Washington ("An Evening with Eels") und immer wieder Heerlen. Zweimal gastierten die Eels in den letzten drei Jahren in der niederländischen Grenzstadt, es waren die Touren zu den letzten beiden Alben Tomorrow morning und Wonderful, Glorious. Dieses Jahr erschien das bisher letzte Eels Album The Cautionary Tales of Mark Oliver Everett und natürlich gab es wieder eine Tour. Und natürlich wieder nicht durch heimische Gefilde, so dass ich auch dieses Mal ins benachbarte Ausland fahren musste, um eine meiner Lieblingsbands live zu erleben. Also Luxemburg.

0 Kommentare

Eels – Heerlen, 04.04.2013

Ort: Theater Heerlen, Heerlen Vorband: Nicole Atkins

eels

Mark O. Everett. Immer wenn ich sein Gesicht vor Augen habe und seine Songs höre, muss ich an Physik denken. Und ich hasse Physik. In der Schule war es eines meiner noch weniger geliebten Fächer, was Wechselstrom ist und wie ein Fernseher funktioniert, werde ich nie begreifen, mal ganz abgesehen von diesem Teilchenkram und Einstein. Manchmal frage ich mich schon verwundert, wie ich es geschafft habe, Ingenieur zu werden und warum. All das ganze Technikgedöns hinterfrage ich nicht, verstehe ich nicht. Aber sagt man das nicht Ingenieuren nach: Technikaffinität und ein Gespür für das naturwissenschaftliche. Wenn dem so sein sollte, bin ich ein falscher Ingenieur, einer, der sich für all das nicht begeistern kann. Da halfen auch zwei Vorlesungsstunden bei Mr. E nicht. Leider. Aber etwas blieb immerhin hängen: ein Zustand wird durch den Beobachter Realität. Das tut gut zu wissen. Die Vorlesungsstunden bekam ich 2008. Zweimal. Mark Everetts Vater Hugh Everett III war ein berühmter Physiker und Wissenschaftler. Er hat in den 50ern wichtiges in der Quantenphysik entdeckt und im Rahmen der 2008er Tour gab es die BBC Dokumentation über Hugh Everett III. als Vorprogramm zum Konzert. Es waren zwei tolle und interessante Abende. Auch mein letztes Eels Konzert war interessant. Es war genau wie heute im Theater in Heerlen, allerdings in einem größeren Saal. Seinerzeit gab es im Vorprogramm einen Clown, der Luftballons verteilte und weitere kindergeburtstagsartige Späße aufführte. Ihn fanden wir nur bedingt lustig, sein Auftritt brachte überdies den Zeitplan soweit nach hinten, dass wir erst gegen Mitternacht aus der Grenzstadt loskamen. An diesem Abend war mir so ziemlich alles egal. Ich hatte Zeit, ich freute mich auf die Eels und auf die Fahrt nach Heerlen. Endlich mal wieder in aller Ruhe CDs hören. Also zwei, eine pro Weg. Nach Heerlen fahre ich sehr gerne, ich finde die Stadt schön und ansehnlich. Genau wie das Theater. Insgesamt drei Säle beherbergt das Parkstad Limburg Theaters. Das Eels Konzert findet im Limburgzaal statt, dem zweitgrößten Veranstaltungsraum mit knappen 1500 Plätzen. „Uitverkocht“ steht auf einem Schild neben dem Eingang, darüber hängt digital der Zeitplan: 20.30 - 22.45 Uhr Eels.

1 Kommentar

Eels – Heerlen, 20.06.2011

Ort: Parkstad Limburg Theaters, Heerlen Vorband: Jesca Hoop

Eels - Heerlen, 20.06.2011

Die Eels. Die Band um Mark O. Everett ist immer für eine Überraschung gut. Auf ihrer vorletzten Tour gab es im Vorprogramm eine Dokumentation über Mark O. Everetts Vater, den Physiker und Quantenforscher Hugh Everett (hier nachzulesen). Beim letzten Mal enterten die beiden Musiker Chet und Mark O. Everett wie Boxer den Saal und spielten ein Akustikset. Vor Jahren reichte den Eels die eigene Band nicht, im Frack und Zylinder traten sie zusammen mit einem kleinen Orchester in eine stickig warmen Live Musik Hall aus. Die 2008er Konzerte waren mit das interessanteste und verstörteste an Liveauftritten, die ich gesehen habe. „Weird“, war Mr E.’s Lieblingswort. Jedes Kapitel, jeder Song, das Publikum, die Geschichten des Tages vor dem Konzert, alles „weird“. Mr E. selbst war es auch. Kauzig, merkwürdig, „superweird“. Nichtsdestotrotz oder gerade deswegen hatten all meine bisherigen Eels Abende eine große Gemeinsamkeit. Es waren hervorragende Konzerte. Vor einigen Tagen spielten die Eels, die derzeit auch auf beinahe jedem Festival auftauchen, ein Konzert in Köln. Da allerdings zuvor der Termin in Heerlen bestätigt wurde, hatte ich mein Ticket bereits für die niederländische Stadt in der Tasche und ließ das näherliegende Köln Konzert links liegen. Heerlen bietet wunderschöne Konzertsäle. Das Theater, verkehrsgünstig an der A4 bzw. N281 gelegen oder das Nieuwe Nor im Stadtzentrum. Beides moderne, gut funktionierende und von der Akustik her ansprechende Säle, die eigentlich mehr als nur gelegentliche Fahrten über die Grenze rechtfertigen würden. Und da die niederländische Grenze nicht allzu weit entfernt ist, fanden wir uns ratzfatz auf der A4 wieder. Im Foyer überraschte uns der detaillierte Ablaufplan. Ein lokaler Künstler sollte um 20.20 den Abend eröffnen, bevor um 20.50 Jessica Hopp und um 21.40 Uhr die Eels auf die Bühne gehen sollten. Für 23.45 Uhr war die „Sperrstunde“ angesetzt. Na dann ist ja alles klaro. Zeitlich zumindest. Es wird ein langer Abend. Aber wer ist der „lokale Künstler“. Der Saal im Theater ist toll. Es ist nicht der Theatersaal selbst, sondern ein kleiner Veranstaltungsraum. Ich schätze mal, ausgelegt für ca. 1000 Besucher, die ihn im Laufe des Abends auch füllten. Mit Parkettboden empfängt uns der Raum, der breiter als tief ist. Die Temperaturen sind angenehm, das Licht theateresk. Im hinteren Teil schließen sich in zwei Ebenen Sitzplatzreihen an, die Bühne, gegenüberliegend, ist sehr aufgebaut hoch. Ich könnte mein Kinn an der Bühnenkante aufstützen mache das aber nicht. Stattdessen schaue ich mir die Schuhe eines Clowns an. Marcello heißt der lokale Luftballon-Figurenbastler-Clown, der den Abend eröffnet. Clown ist dabei wörtlich gemeint, nicht im übertragenen Sinn. Heerlen ist zwar eine Karnevalshochburg, auf einer meiner vorherigen Fahrten in die Stadt entdeckte ich kurz hinter der Autobahnabfahrt eine Filiale des Karnevalswirtz, aber muss man deswegen einen Mann im Clownskostüm auf die Bühne schicken. Ein wenig verwundert blickten wir uns an, als Marcello der Clown knappe 20 Minuten lang Luftballons zu Hunden, Herzen und anderlei Figuren formte. Nicht mehr und nicht weniger. „Weird“, hätte Mark O. Everett vor einigen Jahren dazu gesagt.

1 Kommentar

Eels – Washington DC, 29.03.2008

Landschaft. Grüne Wiesen, Strassen, nicht breiter als Wirtschaftswege, die die Hügel rauf und runter führen. Tankstellen, an denen Autos Benzin und Menschen abgestandenen angebrannten Kaffee tanken können. Eine Stunde Autofahrt…

4 Kommentare

Eels – Köln, 20.02.2008

Die Eels sind bekannt für ihre überraschenden Konzertevents. Beim letzten Besuch in der Stadt füllten sie mit einem halben Orchester die Bühne der Live Music Hall. Gestern abend waren sie…

1 Kommentar