Ane Brun – Dortmund, 23.10.2014

Ort: Konzerthaus, Dortmund Vorband: Alice Boman

Ane Brun

Es ist derzeit ein kleines Gräuel, aus dem Kölner Raum ins nördliche Ruhrgebiet zu fahren. Die Seuchen A1 leidet unter einer maroden Brückensituation, die Ausweichroute rechts an Köln vorbei (rechts, wenn man auf die Karte guckt), ist entsprechend stark frequentiert. Einplanen musste ich also etwas mehr als die übliche Fahrzeit, was mir die Gelegenheit einbrachte, nochmals die aktuelle CD Songs 2003-2013 der Norwegerin Ane Brun in aller Ruhe zu hören. Nirgends kann ich besser CDs hören als beim Autofahren. Das Angenehme mit dem Lästigen verbinden. „True Colors“, die schöne Ane Brun Version des Cyndi Lauper Schmachtsongs wurde dabei mein Soundtrack zwischen Remscheid und Wuppertal. Ane Brun verändert ihn nur in Kleinigkeiten, viel gibt es an diesem perfekten Aufmunterungs- und Liebeslied eh nicht zu verbessern. Aber ihre Stimme macht „True Colos“ nochmals zu einem schönen, sehr besonderen Erlebnis. Ich hatte diesen Song lange nicht gehört, aber wie ich das sehr oft bei Musik aus meinen Jugendtagen überraschend feststellen muss, die Texteilen sitzen immer noch. Ich nahm mir den Moment und ertappte mich dabei, dass ich etwas genauer hinhörte. „True Colors“ ist ein tolles Lied, und ich hoffte sehr, dass Ane Brun es auch in einigen Stunden spielen würde. Dass sie ein Konzert ohne ein Cover beendet, fand ich eher unwahrscheinlich. Es gehört irgendwie zum Liverepertoire der Norwegerin, fremde Songs vorzutragen.

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Cloud nothings – Dortmund, 04.05.2012

Ort: FZW, Dortmund Vorband: KMPFSPRT Wie erkläre ich beispielsweise meinen Arbeitskollegen Konzertfahrten in entfernte Städte zu nicht in der Öffentlichkeit stattfindenden Bands und Musikern? Eine Frage, die sich mir manchmal stellte und die ich mittlerweile mit „Am besten gar nicht“ beantworten möchte. Das ist mein Fazit nach vielen Konzertfahrten und –ausflügen und einigen Erzählansätzen. Steht das Besuchen von Auswärtsspielen der Lieblingsmannschaft oder der pfingstliche Kegelausflug akzeptiert als Mittagstischgespräch, so sind dies Konzertbesuche nicht. Sicherlich war jeder meiner Kollegen schon mal bei einer Westernhagen, Depeche Mode oder Springsteen Veranstaltung, aber das ist im Regelfall Jahrzehnte her (die Erinnerung daher verblasst) und mit Konzerten haben diese Grossevents ja auch nur eine Bühne und Musik gemeinsam. Und da ist die erste Erklärungs-Hürde: Konzertbesuche in einem kleinen Club? (Im skeptischen Tonfall vorgetragen.) Ja, es ist tatsächlich nicht so, dass die Hallengrösse etwas mit der Musikalischen Qualität zu tun hat, und nein, auch in stickigen, kleinen Absteigen sind Kartenpreise von 30 Euro nicht unbedingt überzogen. (Um die Frage nach dem Preis gleich zurückzugeben ohne zu verpassen direkt darauf hinzuweisen, dass 15-22 Euro die durchschnittliche Kostenspanne ist.) Und dafür fährst du nach …? Na, du musst ja Zeit haben. Ja und Nein. Ich habe genauso viel Zeit wie andere auch und was sind schon 100 Kilometer? Dafür fahr ich mit dem Fahrrad zur Arbeit und geh‘ zum Brötchen kaufen zu Fuß. Richtig, mein Lebensumfeld klingt vermeidlich spießig und nicht nach hipper Businessbranche. Aber lustigerweise sind die meisten Intensivkonzertgeher, die ich kennengelernt habe, auch nicht in Medienkonzernen beschäftigt. Was sind wir also für Leute, die – nach meiner Privatstatistik – eher an Mittagstischen in Behörden und Firmenkantinen sitzen als anderswo? Und warum machen wir das, verplempern Zeit, Geld und sind unter der Woche abends nicht zuhause? Für heute kann ich die Fragen beantworten: Weil ich Cloud nothings unheimlich spannend finde. Und weil ich das FZW in Dortmund für einen angenehmen Konzertort halte. Für mich sind das zwei ausreichende Gründe.

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Juicy Beats – Dortmund, 30.07.2011

Ort: Westfalenpark, Dortmund Bands: The Thermals, The Notwist, Bonaparte, Gisbert zu Knyphausen Immer wenn Markus Acher seine Brille abnahm und sie zu seinem Kleinspielzeug neben die Turntables legte, begannen die…

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