- Seit 2002 Dinge über Musik und so -

Lieblingsplatte Festival – Düsseldorf, 15./16.12.2017

‘Habt ihr noch Bock?‘ fragt Jochen Distelmeyer, nachdem die Band Blumfeld den zweiten Block ihres Konzertes beendet hatte und auf die Bühne zurückkehrte. ‘Wir haben noch Bock auf ein, zwei Lieder‘. ‘Ich fühl mich so müde. Das ist nix mehr für mich‘ sagt Tom Liwa, als die Flowerpornoes nach dem zweiten Block nochmals für eine kleine Zugabe auf die Bühne des Clubs im zakk zurückkehren. Unterschiedlicher könnten die Befindlichkeiten der beiden Bands nicht sein. Unterschiedlich waren auch die beiden Konzertabende im zakk und im zakk Club, großartig waren sie aber beide!

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TaxiWars – Heerlen, 12.12.2017

Tags zuvor googelte ich ein paar TaxiWars Videos. Ich wollte mir vorab einen Eindruck davon verschaffen, wie die belgische Band live auftritt. Manchmal bin ich so neugierig, möchte mich nicht überraschen lassen und spiekste ein bisschen im Internet umher. Die Links führten mich zu einem Livevideo des älteren Songs „Death ride through wet snow“. Während das Video so lief, fiel mein Blick in die Kommentarzeilen unterhalb des Videos.

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Cloud nothings – Köln, 04.12.2017

Oh Mann, was habe ich die Cloud nothings und ihr Album Attack on memory geliebt. Songs wie „No future/no past“, „Stay useless“ und „Wasted days” brachten liebevollen Indierock in mein Frühjahr 2012. Da war mal wieder eine neue, junge, frische Band, die Musik so ganz nach meinen Geschmack machte. Die nächstbeste Gelegenheit, die Cloud nothings live zu sehen, nahm ich war. Ich fuhr nach Dortmund. Ins FZW. Ich war begeistert.

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King Krule – Köln, 01.12.2017

Primavera Sound. Pitchfork Bühne. Ich nahm mir ein paar Minuten Zeit und hörte einem jungen Mann zu, dessen Stimme mich an Billy Bragg denken ließ und dessen Saxophonsequenzen mich auf undefinierbare Art und Weise beeindruckten. Der junge Mann - oder besser gesagt der Teenager - nennt sich King Krule und spielte mit seiner Band einen Song namens „Dum Surfer“.

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Howe Gelb Trio – Dortmund, 30.11.2017

Das domicil in Dortmund ist vermutlich ein altes Kino. Im Erdgeschoss gibt es eine Bar, der Konzertsaal befindet sich in der ersten Etage. Über zwei Flügeltreppen gelangt man nach oben, ein altes Kassenhäuschen dient als Ticketbude. Der Konzertraum wirkt aufgeräumt, ist bestuhlt. Die Bühne am Kopfende ist breit, an den Seiten sind tischhohe Sitzbänke angebracht. ‘Ah, this is the balcony‘ wird Howe Gelb irgendwann während des Konzertes die Leute, die dort sitzen, fragend grinsend ansprechen.

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Public Service Broadcasting – Köln, 26.11.2017

Public Service Broadcasting gehören zu diesen Bands, die in zwei verschiedenen Welten Musik machen. Die eine Welt heißt England, oder besser Großbritannien, die andere Welt heißt ‘der Rest der Welt‘. In England spielen Public Service Broadcasting in großen Hallen, deren Namen mit o2, Eventim oder Apollo beginnt, im Rest der Welt in kleinen Klubs wie dem Hamburger Knust oder dem Kölner Yuca. Viel größer könnte der Unterschied nicht sein. Das Yuca meldete immerhin letzte Woche ein ausverkauft.

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Benjamin Clementine – Köln, 20.11.2017

Konzerte gibt Benjamin Clementine gefühlt nur im Winter. Bereits die letzten beiden Auftritte des Engländers in Köln fanden - ich schau das nicht nach - in der kälteren Jahreszeit statt. Bei seinem ersten Auftritt spielte er noch im Stadtgarten, die Weihnachtsmarktbuden vor der Tür sorgten für die selige Grundstimmung, die mich damals vorfreudig in den vollen Stadtgarten spülte. Das zweite Konzert fand dann bereits in einer ausverkauften Philharmonie statt. Ich glaube, auch das war gut.

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Destroyer – Düsseldorf, 19.11.2017

Irgendwann nach „Times Square“ und „Chinatown“ setzt sich Dan Bejar neben seinen Mikrofonständer auf den Boden. Es hat den Anschein, als benötige er eine kurze Pause. Hat jemand eine Picknickdecke dabei, dann könnte es noch gemütlicher werden. Während also der Destroyer Chef auf dem Boden sitzt, seinen Oberkörper auf den linken Arm abstützt, das linke Bein ausgestreckt und das rechte Bein angewinkelt hat, haben der Saxophonist und der Schlagzeuger der Band kurz was zu besprechen.

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Quicksand – Köln, 15.11.2017

Ich mag die Stimme von Walter Schreifels, so schrieb ich es letzte Woche unter einen Facebookpost, nachdem ich die aktuelle Single aus Interiors geteilt hatte. Das war just der Momente, als ich mich entschied, dass Konzert von Quicksand zu besuchen. Quicksand, vielleicht muss ich das erwähnen, nachdem ich vor einigen Tagen schon mal danach gefragt worden bin, haben eigentlich das Post-Punk-Post-Hardcore Genre Emo miterfunden.

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Mélanie de Biasio – Köln, 14.11.2017

Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es erstaunlich, dass ich Mélanie de Biasio nun zum dritten Mal sehe. Warum? Nun, weil zum einen die Belgierin nicht regelmäßig unterwegs ist (schon gar nicht in Deutschland) und zum anderen ihr musikalisches Schaffen so richtig erst vor vier Jahren mit dem Album No deal begann. Beim Recherchieren in meinem Konzertarchiv merkte ich dann, dass die beiden Konzerte im selben Jahr stattfanden, es sich also um Auftritte im Rahmen von ein und derselben Tour bzw. Plattenveröffentlichung handeln musste. Weiterhin relativiert wird die Häufigkeit der beiden Konzerte innerhalb von wenigen Monaten dadurch, dass es sich bei einem Auftritt um einen Festivalgig handelt und beim anderen um einen Supportslot.

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Torres – Köln, 13.11.2017

Googlet man nach Torres, sieht man erstmal nur Fernando. Dem sehr überschätzten spanischen Stürmer mit Spielzeiten bei Atlético, Chelsea und Liverpool gehören die ersten Sucheinträge; weiter  unten taucht die Webseite torreslovesyou.com auf, die Homepage der Sängerin Mackenzie Scott. Torres loves you, wie nett. Torres (nicht Fernando) kenne ich aus Barcelona. Beim Primavera Sound Festival 20015 war ich so fasziniert von der Amerikanerin, dass ich mir gleich zwei ihrer Konzerte anschauen musste: freitags auf dem Festivalgelände auf der Pitchfork Bühne und Sonntagnacht in einem Klub in Barcelona.

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!!! – Köln, 05.11.2017

Chk Chk Chk oder !!!. Ganz wie es die Syntaxvorschriften der digitalen Datenverarbeitung und Dokumentenspeicherung in den diversen Datenbanken erlauben und zulassen. Sonderzeichen in Dateinamen, dann bitte !!!, ansonsten die Wortlautersetzung Chk Chk Chk. Hierbei kann, das lehrt mich erneut das Musikportal Wikipedia, der Bandname !!! als beliebige Reihenfolge dreier wiederholter Laute ausgesprochen werden. Chk Chk Chk ist die Möglichkeit, die sich etabliert hat, auch, weil die New Yorker sie selbst verwenden.

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Ex Eye – Köln, 30.10.2017

Colin Stetson. Ich habe ein Faible für diesen Mann, seit ich ihn vor ein paar Jahren auf dem Primavera Sound im Auditori gesehen habe. Colin Stetson spielt Bass Saxophon, ein Instrument, das mir bis dahin relativ selten über den Weg lief. Aber was der Mann, der unter anderem auf den Arcade Fire von Neon Bible bis Reflektor mitgewirkt hat und auch auf Bon Ivers und Animal Collectives letztem Album zu hören ist, im Auditori mit diesem Instrument anstellte, ließ mich mit offenem Mund zurück. Wie schafft man es nur, nur durch Lungenkraft so irre und wilde und langanhaltende Töne mit einem Saxophon zu produzieren, ohne einen Lungenkollaps zu erleiden?

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Heather Nova – Heerlen, 28.10.2017

Meine erste Begegnung mit Heather Nova war im August 1994 im E-Werk. Es war im Rahmen des Big Cat Five Festivals. Fünf Bands, darunter Pavement, Blumfeld, Cop shoot cop und zwei weitere Bands, die mich so überzeugten, dass sie mir länger im Gedächtnis blieben: Lotion und Heather Nova. Von Lotion habe ich seitdem nie mehr was gehört und gesehen, von Heather Nova schon. Nach dem Minifestival kaufte ich mir ihr Livealbum Blow. Für elend viel Geld. 32,95 DM zeigt das Preisschild auf der Rückseite des Jewelcase. Seinerzeit, als die meisten CDs unter 30 Mark kosteten, ein stolzer Preis. Auf Blow sind die überragenden Liverversionen von „Sugar“ und „Maybe an Angle“ und zeigen Heather Nova als gitarrenlastige Band, die melancholischen und dunkleren Indierock spielt. Damals fragte ich mich, wie eine junge Frau, die von der ausgewiesenen Sonnen- und Schönwetterinsel Bermudas stammt, so eine herbstliche und triste Musik machen kann. Nachdem Oyster veröffentlich wurde und den verdienten Erfolg einheimste, wurde Heather Nova sowas wie das Indie-Pendant zu Sheryl Crow und Alanis Morissette.

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