Benjamin Clementine – Köln, 29.11.2014

Ort: Stadtgarten, Köln Vorband: -

Benjamin Clementine

Edmonton, London. Hier wuchs Benjamin Clementine auf. Über Edmonton gibt es an diesem Abend zwei Songs, die das Konzert elegant einrahmen. „Edmonton“, von seiner zweiten EP Glourious you, steht am Beginn des Abends, „Gone“, der Song handelt über Benjamin Clementine’s Weggang aus Edmonton, sehr am Ende der Setlist. Dazwischen lagen wundervolle und beklemmende Minuten mit 13, 14 Songs, die so einmalig und emotional dargeboten wurden, wie ich es selten in einem Konzert erlebt habe. Als ich nach dem Haldern Pop Festival einen unheimlich begeisterten Post über den Auftritt von Benjamin Clementine gelesen hatte, schaute ich mir aus kurzzeitiger Langweile ein Video des Musikers an. Benjamin Clementine? Mit dem Namen konnte ich direkt nichts anfangen. Also googlen. Google brachte mir als erstes das Video zu „Cornerstone“, und ich war beeindruckt, sehr beeindruckt. Was um Himmels Willen macht dieser junge Mann, den die halbe Welt mit ‚männlicher Nina Simone‘ taggt, da am Klavier und wie toll ist seine Stimme! Seine tiefe und warme Soul-Stimme ist es, die Clementines Klavierballaden das Besondere verleiht. Allein schon über das Video wird dadurch eine so beklemmende Stimmung vermittelt, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Wie muss das dann erst live im Konzert sein?!

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Lamb – Köln, 28.11.2014

Ort: Bürgerhaus Stollwerck, Köln Vorband: The Ramona Flowers

Lamb

Ich fürchte, ich habe diese Band falsch eingeschätzt. Noch auf der Rückfahrt vom Bürgerhaus Stollwerck frage ich mich, wie ein DJ / Sängerin Duo, das mit seiner Musik so stark in den 1990ern verwurzelt und stehengeblieben ist, so ein beeindruckendes Konzert spielen kann. Es roch zu keiner Zeit nach Altbackenheit noch nach übertriebener Starverehrung (so nach dem Motto alte Helden), obwohl beides hätte passieren können. Lamb gründeten sich 1996, eine Zeit, in der TripHop und seine Spielarten ganz groß waren. Schnell wurde das Duo um DJ und Keyboarder Andy Barlow und Sängerin Louise Rhodes, auch genau dieser Musikrichtung zugeordnet. Bei der Musikerkombination eigentlich auch kein Wunder, denn Drum and Bass / TripHop Bands wie Portishead, Tricky oder Massive Attack hatten eine ähnliche Ausgangskonstellation. So waren Lamb TripHop oder besser TripPop, denn im Vergleich zu den genannten Bands und Musikern waren Lamb viel poppiger und weniger düster. So wäre es nicht nur irreführend, es wäre schlichtweg falsch, wenn man die Briten in die gleiche Tonne werfen würde wie ihre viel berühmteren Kollegen.

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Teenage Fanclub – Köln, 27.11.2014

Ort: Stadthalle Mühlheim, Köln weitere Band: The Clientele

Teenage Fanclub

Ihr dudelsack-eskes „Is this music?“ war sehr oft das letzte Lied auf meinen Kassetten-Mixtapes. Es zu nehmen bot sich an, weil das Instrumentalstück so herrlich eintönig klingt und ich es unkompliziert an die Restspielzeit des Kassettenbandes anpassen konnte. Egal ob zwei Minuten oder drei Minuten Restlaufzeit, „Is this music?“ ließ sich jederzeit wunderbar ausblenden. So habe ich in den 1990ern Jahren sehr viel Teenage Fanclub Musik unter meinen Bekannten und Freunden verstreut. Ob es was geholfen hat, weiß ich nicht. Ich zumindest fand die Band aus Schottland toll, „Radio“ war und ist eines meiner Lieblinge. Überhaupt gefiel mir das zugehörige Album Thirteen besser als das Teenage Fanclub Durchbruchalbum Bandwagonesque. Damit stehe ich wohl etwas einsam dar, denn generell – so las ich – wird just dieses Album als eines ihrer schwächeren bezeichnet. Thirteen ist lärmiger, nicht so poppig weichgespült und irgendwie amerikanischer. Sicher ist das genau der Kritikpunkt, frei nach dem Motto: jetzt müssen also Teenage Fanclub nach Grunge klingen.

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The Wave Pictures – Köln, 26.11.2014

Ort: Gebäude 9, Köln Vorband: -

The Wave Pictures

Es war ein Abend, wie ich ihn mir vorher ausgemalt hatte. Ein halbvolles Gebäude 9, eine herrlich unkomplizierte Band, Songs mit listigen Texten und schönen Melodien, und einem Konzert, dass manchmal Längen aufwies. Alles in allem also ein guter Abend! Dave Tattersall, Franic Rozycki und Jonny Helm erlebte ich zum ersten Mal in Barcelona. Es war mein zweites Primavera Konzert und es fand im prallen Sonnenschein statt. Die Band spielte gegen die Sonne, uns schien sie in den Nacken und 10 Stunden später waren wir um die Erkenntnis reicher, dass es nicht gut ist, auf dem Primavera alles sehen zu wollen. Kondition und so. The Wave Pictures gehörten seinerzeit zu den Bands, die ich kennen könnte, aber nicht kannte. Ihr Auftritt auf der großen Bühne hinterließ bei mir einen zweigeteilten Eindruck. Einerseits hatten sie schöne Indiepopmelodien und amüsante Songtitel und Songtexte, andererseits spielten sie sehr oft lange Gitarrensolo und die waren so staubtrocken, dass es mich im Hals kratzte. Trotzdem kaufte ich mir im Anschluss Susan rode the Cyclone, eines ihrer Alben, und später noch Long black cars.

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Courtney Barnett – Köln, 17.11.2014

Ort: Studio 672, Köln Vorband: -

Courtney Barnett

„Xina. Pitchfork Stage“. Mich erreichte diese WhatsApp Nachricht im Frühjahr des Jahres, als ich gerade ziellos über das Primavera Festivalgelände lief. „Xina. Pitchforck Stage“, ich las jedoch: „Xtina. Pitchfork Stage“ und fragte mich, warum mir mein Freund Christoph diese Nachricht schickt. Nun, ich solle zur Pitchfork Bühne kommen, soviel kombinierte ich mir zusammen. Aber Xtina? Christiana Aguilera wird er dort sicher nicht begegnet sein. Ein Blick ins Bühnenprogramm des Primavera verriet mir, dass dort eine gewisse Courtney Barnett spielen sollte. Kenne ich nicht, aber wenn Christoph da ist geh ich eben hin. Und vielleicht sieht sie ja aus wie Christina Aguilera. Als ich an der Pitchfork Bühne direkt am Mittelmeer ankam standen vor der Bühne bereits 4000 Menschen, und ich erhaschte mehr schlecht als recht einen Platz am Rand des Platzes. Vom Konzert dieser Courtney Barnett bekam ich dennoch irgendwie eine sehr unterhaltsame knappe halbe Stunde mit. Ihre Stimme beeindruckte mich, genauso wie ihre Bühnenpräsenz auf dieser großen Bühne.

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Thurston Moore – Köln, 16.11.2014

Ort: Gebäude 9, Köln Vorband: All sides

Thurston Moore

Nein, mir war an diesem Abend nicht nach langen Gitarrensoli und -improvisationen zumute. Als die Thurston Moore Band nach 10 Minuten ihren ersten Song beendet hatte, wurde mir das bewusst und ich konnte das Konzert dummerweise bereits zu diesem Zeitpunkt innerlich abhaken. Eigentlich machen mir die Moore’schen Eskapaden nichts aus, eigentlich finde ich sie sogar sehr schön und versuche jedes Konzert des Amerikaners mitzunehmen, aber eigentlich störten sie mich an diesem Abend schon. Vielleicht habe ich den Krach in diesem Jahr zu oft gehört, eine andere Erklärung habe ich gerade für meine Meinung über das Konzert nicht. Wie famos die drei Herren miteinander harmonieren, und welche tollen Gitarrensongs sie zustande bringen, konnte ich vor einem knappen halben Jahr im Kölner King Georg sehen, bzw. hören. Im King Georg sieht man ja nix. Damals spielten sie dort an 2 Tagen hintereinander zwei sehr kleine Clubshows, verzückten mit Feedbacks und verzerrten Gitarren den ganzen Laden und ich war froh, zumindest für einen Abend eine Karte ergattert zu haben. Auch im Gebäude 9 bildete die King Georg Besetzung das Kerngerüst der Band, ergänzt wurde es jedoch um eine weitere Bassistin. Das liest sich jetzt unspektakulär, wenn man aber weiß, wer sich hinter den zwei anderen Musikern und der Bassistin verbirgt, wird sofort leuchtende Augen bekommen.

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Ought – Köln, 13.11.2014

Ort: King Georg, Köln Vorband: Dazzle Ships

Ought

Es war noch Zeit, also konnte ich meinen Plan umsetzen, und dem King Georg einen zwar geplanten aber doch spontanen Besuch abzustatten. An diesem Abend sollte dort die kanadische Band Ought spielen. Eine Band, deren Debütscheibe More than any other day ich in den letzten Wochen sehr oft hörte und höre. More than any other day ist aus komplett grandios, ich fürchte, einen schwachen Song gibt es auf diesem Album nicht. Ought klingen wie Clap your hands say yeah zu ihrer besten Phase ohne die nervige Stimme des Sängers und wie Modest Mouse ohne deren Trantütenhaftigkeit. Ought sind da etwas knackiger, aber nicht zu knackig. Auf Platte hatte ich die Band im weitesten Sinn dem Post Punk zugeordnet. Roh und scharf klingen die Gitarren, nölig der Gesang. Live aber ist das irgendwie anders. Im King Georg sind ihre Gitarren viel poppiger, die Musik klingt weniger nach Punk als vielmehr nach Pop. Oder wegen meiner nach Art Punk. Television fällt mir irgendwann ein. Keine Ahnung ob’s passt, aber es tut der Sache auch keinen Abbruch. David Byrne hatte ich bei Ought von Anfang an im Kopf, Tim Beelers Gesang erinnert in einigen Stücken („Habit“) stark an den Sänger der Talking heads. Live ist das weniger so, da taucht der Sprechgesang etwas ab und klingt weniger prägnant. Vielleicht lag es aber auch an der schwachen Aussteuerung. Zu Beginn fragte Tim Beeler mehrfach in die Runde, ob jeder seinen Gesang zu höre, um dann aber abschließend zu erklären, dass dieser gar nicht so wichtig sei.

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Bob Mould – Köln, 07.11.2014

Ort: Gebäude 9, Köln Vorband: Young Knives

Bob Mould

Bob Mould, noch so ein all time hero. Seine erste Band Hüsker Dü, die er zusammen mit Grant Hart und Greg Norton in den 1970ern gründete, kannte ich zugegebenermaßen lange nur vom Hörensagen. Für Hüsker Dü bin ich zu jung, und Ambitionen, mir diese Band quasi im Nachhinein zu erarbeiteten, hatte ich nicht. So sehr war ich dem Hardcore und Punk nicht verfallen, dass mir das notwendig erschien. Meine lustigste Hüsker Dü Erfahrung hatte ich vor vielen Jahren während der Umbaupause eines Pixies Konzertes in der Frankfurter Festhalle. Da liefen Hüsker Dü vom Band, was wir aber nicht wussten und als wir uns laut fragten, was denn das für ein nerviger Krach als Umbaupausenmusik sei, erklärte uns der Nebenmann: na, Hüsker Dü. Es war uns kurz unangenehm, das nicht erkannt zu haben. Fettnäpfchen. Überdies gab es in den Folgejahren zu viele andere aktuelle spannende Bands, da reichte das Geld nicht für Backkatalogkäufe, und somit nicht für Hüsker Dü. Sugar zum Beispiel war so eine spannende Band, und die zweite von Bob Mould. Sugar liebe ich sehr, ihr Alternative Rock ist zeitlos schön und für mich einer der besten, der damals gemacht wurde. Mit Copper Blue und File Under: Easy Listening hat die Band nur zwei Alben veröffentlich, aber gerade auf Copper Blue ist jeder Song ein Welthit. Herausragend hier vielleicht „Changes“, „Hoover Dam“ und „A good idea“. Mindestens diese drei Songs sollte jeder kennen.

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Ahuizotl – Köln, 24.10.2014

Ort: King Georg, Köln Vorband: Lauter Bäumen

ahuizotl

Alle paar Monate überfällt mich die Wehmut nach 1990er Jahre Gitarrenindiemusik. Dann krame ich in den hinteren Ecken meines CD Regals und suche das, was dort schon länger steht und nicht mehr so oft Beachtung findet. Vor einigen Wochen erwischte es Sharon Stoned und all das, was sich im damaligen Umfeld der Ostwestfalen so rumtrieb: Hip Young Things, Speed Niggs, H.P. Zinker. Das Sharon Stoned Album Sample & Hold ist sicher eines der meist unterschätzten und eines meiner liebsten. Ich muss es dringend allen empfehlen, es ist wunderbar! Es fasst für mich all das auf einer Platte zusammen, was ich an Gitarrenmusik so mag und schätze. Warum erzähl ich das? Nun, ich war auf einem Konzert der Kölner Band Ahuizotl, die sich voll und ganz im Sound und in der Tradition des 1990er Gitarrenindies wälzt. Auf den ersten Blick mag das kurz irritieren, klingt Ahui-Dingens doch eher nach einer bayerischen Blas- und Tanzkapelle, nach Oktoberfest und Schützenfestumzug als nach anderem. Ahuizotl, nennt man so seine Indieband? Nun, die vier Kölner haben es getan und orientierten sich bei der Namensgebung an einem aztekischen Vieh, hundsähnlich und in Gewässern lebend. Ich sah Ahuizotl vor einigen Jahren im Vorprogramm der englischen Frauencombo Bleech. Normalerweise ist es ja so, dass die Vorband irgendwie da ist aber nicht immer meine tiefergehende und Beachtung findet. Das klingt nicht nur ungerecht und gemein, es ist auch. Im Laufe all meiner Konzertbesuche habe ich unbewusst folgendes Verhalten an mir beobachtet: Die ersten Songs einer Vorband höre ich intensiv zu, aber wenn sie es in dieser, eigentlich viel zu kurzen Zeit nicht schaffen, mein Interesse zu wecken, wird es für sie schwierig. Sehr schwierig. Dann werde ich schnell unaufmerksam und lasse mich ablenken.

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Ane Brun – Dortmund, 23.10.2014

Ort: Konzerthaus, Dortmund Vorband: Alice Boman

Ane Brun

Es ist derzeit ein kleines Gräuel, aus dem Kölner Raum ins nördliche Ruhrgebiet zu fahren. Die Seuchen A1 leidet unter einer maroden Brückensituation, die Ausweichroute rechts an Köln vorbei (rechts, wenn man auf die Karte guckt), ist entsprechend stark frequentiert. Einplanen musste ich also etwas mehr als die übliche Fahrzeit, was mir die Gelegenheit einbrachte, nochmals die aktuelle CD Songs 2003-2013 der Norwegerin Ane Brun in aller Ruhe zu hören. Nirgends kann ich besser CDs hören als beim Autofahren. Das Angenehme mit dem Lästigen verbinden. „True Colors“, die schöne Ane Brun Version des Cyndi Lauper Schmachtsongs wurde dabei mein Soundtrack zwischen Remscheid und Wuppertal. Ane Brun verändert ihn nur in Kleinigkeiten, viel gibt es an diesem perfekten Aufmunterungs- und Liebeslied eh nicht zu verbessern. Aber ihre Stimme macht „True Colos“ nochmals zu einem schönen, sehr besonderen Erlebnis. Ich hatte diesen Song lange nicht gehört, aber wie ich das sehr oft bei Musik aus meinen Jugendtagen überraschend feststellen muss, die Texteilen sitzen immer noch. Ich nahm mir den Moment und ertappte mich dabei, dass ich etwas genauer hinhörte. „True Colors“ ist ein tolles Lied, und ich hoffte sehr, dass Ane Brun es auch in einigen Stunden spielen würde. Dass sie ein Konzert ohne ein Cover beendet, fand ich eher unwahrscheinlich. Es gehört irgendwie zum Liverepertoire der Norwegerin, fremde Songs vorzutragen.

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Future Islands – Berlin, 05.10.2014

Ort: Astra Kulturhaus, Berlin Vorband: -

Future Islands

„Das Konzert ist erst beendet, wenn sein Hemd durchgeschwitzt ist. Wetten?!“ Nach einer guten halben Stunde Future Islands im Berliner Astra Kulturhaus unkten wir ob der ersten sich bildenden Schweißflecken auf dem hellblauen Hemd Samuel T. Herrings. Der wiedermal klassisch in norm-core gekleidete Future Islands Sänger hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine Menge seiner berühmt berüchtigten Tanzeinlagen hinter sich gebracht und zeigte erste äußere Anzeichen von Anstrengung. Doch was um alles in der Welt ist dieses norm-core? Lustigerweise schnappte ich den Begriff vor einigen Tagen gleich zweimal in Verbindung mit den Future Islands auf. Unter norm-core versteht man einen Unisex-Modetrend, der sich durch unauffällige, durchschnittliche Kleidung ausdrückt. Samuel Herring liegt da scheinbar voll im Trend, für mich trägt er ganz normale Alltagskleidung, so wie ich und tausend andere das schon seit Jahren tun. Da ich jedoch nicht über Mode blogge, muss ich mich hier nicht genau auskennen sondern stelle lediglich fest, manchmal ist es vielleicht schön, Dingen neue Begriffe zu geben, und norm-core klingt nun mal viel besser als Massenmode. Wer das Thema vertiefend betrachten möchte, klick. Denn mit Musik und dem Future Islands Konzert hat das alles überhaupt nichts zu tun.

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Yann Tiersen – Berlin, 04.10.2014

Ort: Huxley's Neue Welt, Berlin Vorband: Lonski & Classen, Black English

Yann Tiersen

Als wir gegen halb zwölf Huxley’s Neue Welt verlassen und die Stufen zur U-Bahn Station Hermannplatz hinuntersteigen, sind die Betonstufen mit roten Tropfen gesprenkelt. In den Fußstapfen der vor uns gehenden verwischen die Tropfen noch leicht, es kann also noch nicht allzu lange her sein, dass hier jemand stark blutend die U-Bahnstation verlassen hat. Denn dass das Blut sein muß, ist offensichtlich. Schneller als uns lieb ist, werden wir also aus den träumerisch schönen, mal laut und mal leise gespielten Soundtracks des Franzosen Yann Tiersen gerissen, die uns nach dem tollen Konzert im Berliner Huxley’s Neue Welt noch im Ohr kleben. Back to Berlin, willkommen in der realen Welt einer Großstadt, die nicht immer viel mit der Schönheit von Jean Michel Jarre’esken Synthieklängen, schwungvollen Violinen oder melancholischen Klavierstücken gemein hat. All das konnten wir noch Minuten zuvor in der ersten Etage des Veranstaltungsortes Huxley’s neue Welt mehr als genießen. Nun ist es meilenweit weg.

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Helmet – Köln, 20.09.2014

Ort: Underground, Köln Vorband: -

Helmet

Samstage sind komische Konzerttage. Und es ist immer das gleiche. Kaufe ich ein Ticket für ein Konzert und sehe dann, dass es an einem Samstag stattfindet, freue ich mich darauf, den Luxus des nachfolgenden freien Tages genießen zu können. Aber ist es dann soweit, ist es Samstagnachmittag, befällt mich eine wochenendliche Trägheit, die mir je nach Gemütsverfassung jeglichen Spaß und jegliche Motivation nimmt, nach dem traditionellen Kaffee-Kuchen-Fussball Clash noch die Wohnung verlassen zu wollen. „Samstag ist Selbstmord“ besangen einst die Hamburger Tocotronic den samstäglichen Ausgehzwang. Ich spürte ihn nie, hatte und habe nicht das Bedürfnis, weil Samstag ist unbedingt raus gehen zu müssen. Dieses living-for-the-weekend Ding war nie meins, weder in der Schulzeit, noch in der Studienzeit (ha, da war ja jeder Tag quasi ein Samstag) oder jetzt im Erwachsenenleben. Nein, weggehen (und das heißt auf Konzerte gehen) macht unter der Woche doch viel mehr Spaß. Bis in die Puppen geht es selten, das ist samstags jedoch nicht anders, und ein bisschen Verschlafenheit finde ich ganz okay. So bin auch sehr froh, dass ich einer Tätigkeit nachgehen darf, die mir nicht nur Spaß macht, sondern mir auch die Möglichkeit von Unausgeschlafenheit am Morgen zulässt. Klar, wäre ich Lehrer oder gar Zahnarzt, da ginge das natürlich nicht. Dann wären Konzertbesuche am Wochenende sicher das Maß der Dinge. Aber so ist es nicht, und bestimmt nicht umsonst stehen die Freitage und Samstage bei Konzertbesuchen auf den letzten beiden Plätzen in der Wochentageauswertung. (So sagt zumindest last.fm)

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