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Pixies

8 Nov 2009 | von frank | Kategorie: videothek | kein Kommentar
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Wie grossartig die Pixies auch heutzutage noch sind, darüber hatte ich bereits hier berichtet. Anlässlich ihres 20-jährigen Doolittle Jubiläums verschenken sie jetzt über ihre Homepage gar eine Live EP mit Aufnahmen von ihrem Pariser Konzertauftritt im Oktober diesen Jahres.
Tracklist: 1. Dancing The Manta Ray, 2. Monkey Gone To Heaven, 3. Crackity Jones, 4. Gouge Away. Alle mp3’s im 320 kBit Format.

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Garageland

7 Nov 2009 | von frank | Kategorie: bands und musiker | kein Kommentar
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Garageland

1992, irgendwo auf der anderen Seite der Erde.
Jeremy Eade, Mark Silvey und Schlagzeuger Andrew Gladstone gründen die Band Garageland. Ein Jahr später gesellt sich Gitarristin Debbie Silvey zu den dreien. Sie leben und arbeiten in Auckland. 1996 veröffentlichen sie ihr Debütalbum Last exit to Garageland, derzeit für 4 Euro bei Amazon zu haben und somit eine 100%ige Kaufempfehlung.
Es war ein Paukenschlag, der die Band von jetzt auf gleich zu grösserer Bekanntschaft verhalf. Zumindest in Neuseeland. 1997 wollen sie es wissen. Sie ziehen auf die Nordhalbkugel, nach England. Gitarrist Andrew Claridge ersetzt Debbie, die sich gegen einen Umzug entschlossen hatte. Es folgen Festivalauftritte und Tourneen durch England, den USA und Europa. Der Durchbruch lässt jedoch auf sich warten. 2002 erscheint mit “Scorpiorighting” ihr drittes und bisher letztes Album. Die Zeit des intensiven Gitarrenpops ist um, Garageland, die sich von Pavement, Buffalo Tom, den Pixies oder Built to Spill beeinflusst sehen, lösen sich auf.
2007 spielen sie einen Reuniongig in Auckland. Mehr ist nicht, mehr wird vielleicht nicht sein. Oder doch? Die letzten Einträge auf ihrer MySpace Seite datieren vom April diesen Jahres.

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Hope Sandoval and the Warm Inventions – Köln, 03.11.2009

4 Nov 2009 | von frank | Kategorie: konzert | ein Kommentar
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Da steht sie nun in ihrem kurzen glitzernden Silberkleid. Die Arme hinter ihrem zierlichen Körpers verschränkt, den Rücken durchgedrückt. Das Mikrofon auf Nasenhöhe. So steht Hope Sandoval vor ihrer Begleitband, den Warm Inventions.
Oder nennen sie sich doch Dirt Blue Gene? Oder nennen sie sich nur solo Dirt Blue Gene? Eins ist sicher, die vier Musiker aus Hope Sandovals Begleitband haben den Abend eröffnet. Staubtrockener, ermüdender und ideenloser Folk rauschte an unsere Ohren. Zeitweise klang es, als ob jemand The Verve’s „Urban Hymnes“ auf 15 Umdrehungen abspielt. Nichts für mich, so weit geht meine Folkliebe dann doch nicht.
So kam es mir ganz gelegen, dass das Gloria sich teilbestuhlt präsentierte. Teilbestuhlt heißt, dass links und rechts jeweils drei Sitzreihen aufgebaut waren und im hinteren Bereich, auf dem Podest vor der bar, nochmals sechs oder sieben Reihen. Der Bereich vor der Bühne blieb unbestuhlt. Und vorerst leer.
Konzerte unter der Woche, und erst Recht, wenn sie um 21 Uhr angesetzt sind, bringen eine gewisse Grundmüdigkeit beim Publikum mit sich. Der Arbeitstag war anstrengend, das Wochenende schon zu lange her um positiv nachzuwirken, und so freute man sich auf die willkommene Sitzgelegenheit. Demnach waren die Stühle auch schnell besetzt, nur vier oder fünf tapfere Menschen standen direkt am Bühnenrand, auch schon um zwanzig nach acht.
Da ich früh dran war, ergab sich ein Gespräch mit meinem Sitznachbarn. Er wunderte sich darüber, dass einige Leute vor der Bühne stehen, „es sei doch ein bestuhltes Konzert.“ Der Musikfreund war extra für Hope Sandoval aus Wien angereist, und verband den Konzertbesuch mit einer kurzen Köln-Städtereise. Das gefällt mir, habe ich dies doch auch schon des öfteren geschafft und bestätigte mich in meiner Meinung, dass es gar nicht so ungewöhnlich ist, Musikern oder Bands in fremde Städte nachzureisen. Nun ja, so unterhielten wir uns ein bisschen über Kaffeehäuser, Wien, Malerei, Soap&Skin, Christina Stürmer und natürlich Hope Sandoval. Logischerweise war er großer Fan, schon seit Mazzy Star Zeiten, und schwärmte formvollendet von der tollen Künstlerin. Ich musste ihm eingestehen, dass ich das neue Album noch gar nicht kenne und den 2001er Vorgänger „Bavarian Fruit Bread“ längere Zeit nicht mehr gehört habe, aber mir diesen Konzertabend passend für die Herbstzeit vorstellen konnte und so beschlossen hatte, ins Gloria zu fahren. Ich fand das eine gute Idee.
Doch leider hatten diese nicht so viele. Das Gloria war während des 40 minütigen Vorgeplänkels der „Dirt Blue Gene“ Band gerade mal zu einem Drittel gefüllt. Zum Hope Sandoval and the Warm Inventions Auftritt war es vielleicht halb voll.
Nachdem mit „Among my swan“ 1996 das letzte Mazzy Star Album veröffentlicht wurde, erschien 2001 die erste Hope Sandoval „solo“ Veröffentlichung. „Bavarian Fruit Bread“ entdeckte ich zufällig übers Radio. Klaus Fiehe, der alte „WDR- John Peel“ spielte eines Nachts „Suzanne“, und drei Tage später hatte ich die CD gekauft. Mir gefielen schon die melancholischen, molligen Folkpopsongs der letzten beiden Mazzy Star Alben sehr gut, und so waren die Warm Inventions der logische Fortgang der Dinge.
„Bavarian Fruit Bread“ ist ein schönes, zeitloses Album. Das bemerkte ich dieser Tage, als ich es erneut heraus kramte und durchhörte.
Es gibt ja Alben, die stehen und wirken für eine bestimmte Zeitspanne. Jahre später sind sie eigentlich unhörbar, wirken unpassend und veraltet. Generell trifft dies auf Hope Sandovals Musik nicht zu. Ihr, sagt man Slowfolk?, ist so klassisch angelegt, dass er auch Jahre nach der Veröffentlichung jung und frisch und neu wirkt. Ihre sanfte Stimme, die schleichenden Gitarren, das unaufdringliche Schlagzeug, der dezente Einsatz von Xylophon, Metallophon und Mundharmonika wirken nie unmodern, und so haben Mazzy Star und Hope Sandoval Alben auch 20 Jahre später noch keine Alterspatina angesetzt.
Doch zurück ins Gloria.
Schon am Eingang wurden wir darauf hingewiesen, bitte keine Fotos vom Auftritt zu machen. Die Künstlerin sei „sehr schüchtern“ und „wünscht keine Fotoaufnahmen währen des Sets“.
Auf einem Zettel hinter der Kasse steht:
„Absolutes Fotografierverbot. Zuwiderhandeln kann zum sofortigen Abbruch des Konzerts führen“
Den Wunsch respektiere ich natürlich.

Die Bühne liegt im Dunkeln. Amateurfotografieren wäre überdies unmöglich gewesen. Blaue Scheinwerfer von der Bühnendecke werfen ein diffuses Licht, die Gesichter der Musiker sind kaum auszumachen. Ein Projektor wirft Filme an die Rückwand. Den ganzen Auftritt lang. Manchmal dreht sich Hope Sandoval um. Es sieht dann so aus, als ob sie sich orientiert, ob der Film zum Song schon vorüber ist, ob sie mit dem nächsten Song warten muss, oder ob sie ihren Kollegen das Ende des Stückes ankündigen kann.
Der nette Nebeneffekt des Projektors ist der, dass er als zusätzliche Lichtquelle fungiert. In hellen Filmsequenzen strahlt er Hope Sandoval geradezu an.
Die Atmosphäre ist ruhig, andächtig. Man hört den Projektor im Hintergrund summen und ab und an einen Stiefel auf dem Boden klacken. Kein murren darüber, dass die Umbaupause über eine halbe Stunde dauert, obwohl nichts umzubauen war. Das durchschnittlich Enddreißiger Publikum ist geduldig und abgeklärt genug, die Situation richtig einzuschätzen. Keiner hat es eilig, so scheint es. Weder Musiker noch Zuschauer. „Ach, gehen wir noch in die Bar, was trinken oder vor die Tür, eine Zigarette rauchen.“ Auf fünf Minuten kommt es niemandem an.

„Charlotte“ läuft nach einer halben Stunde und ist der erste zügige Höhepunkt. Ab jetzt bin ich gefangen von den unspektakulären Filmen und der Sanftheit der Warm Inventions. Es macht mir Spaß, hier zu sitzen und den Musikern zuzuhören. Nichts lenkt mich ab, der Moment ist perfekt. „Suzanne“ und das blaue Lied, weil die Videoinstallationen in unterschiedlichsten Blautönen gehalten sind nenn‘ ich es mal so, offiziell heißt es „For the rest of your live“, beenden das reguläre Set nach einer guten Stunde.
Mit „Satellite“ und “Feeling of Gaze“ im Zugabenbereich, untermalt mit den Videosequenzen der tanzenden Ballerina aus dem Eröffnungssong „Courtin Blues“, schließt sich der Kreis. Mehr braucht es nicht.
Kurz bevor sie geht, sagt Hope Sandoval doch noch zwei Worte: „Thank you“. Es ist der einzige Satz, den sie uns diesen Abend widmet. Dann ist sie weg. Schade!
Es war ein feiner Abend.

Kontextkonzerte:
…drei Tage später in Berlin bei Lie in the sound

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White Lies – Köln, 01.11.2009

2 Nov 2009 | von frank | Kategorie: konzert | 4 Kommentare
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Kann das was werden? Nach einigen anstrengenden Tagen und einem mehr oder weniger unerholsamen Wochenende hatte ich mich doch noch zum Besuch des White Lies Konzertes in der Kölner Live Music Hall entschieden.
Denkbar ungünstige Voraussetzungen, die noch dadurch einen mitgekommen haben, dass erst der Zug verspätet im Bahnhof einlief, es in Strömen regnete und ich sehr bedröppelt in der LMH ankam.
Einmal vor Ort steigerte sich jedoch meine Laune. Da es gegen kurz nach halb acht noch übersichtlich leer in der Halle war, konnte ich mir einen guten Platz sichern. Ein erster Pluspunkt des Tages und ein geglückter Start. Ich war guter Dinge, denn wie oft ist es mir schon passiert, dass nach blöden Vorgeplänkeln Konzerte eine tolle und unvergessliche Angelegenheit wurden. Vielleicht ist es ja dieses Mal ähnlich.
Die White Lies. Eine gefühlte Herbstband, eine gefühlte One-Album Band.
Beides stimmt sicherlich nur bedingt, aber dieses waren meine ersten beiden Eindrücke, als ich ihr Debütalbum im Frühjahr des Jahres hörte. Ich stand unter starker Glasvegas-Benommenheit und taumelte so durch die Tage, als mich das tolle „A place to hide“ überrannte und tagelang in meinem Kopf zugegen war. Und in der Tat, „To lose my life“ ist ein sehr gutes Album, allein die ersten drei Songs sehr große Hits. Aber ich hörte mich schnell leid am White Lies Pathos und den estrichthaften Songs, und so gerieten die Londoner über den Spätsommer bei mir ein bisschen in Vergessenheit.
Bis gestern, bis um Viertel nach neun, als die vier, live werden Harry McVeigh, Charles Cave und Jack Lawrence-Brown durch Keyboarder Tommy Bowen unterstützt, White Lies mit „Farewell to the fairground“ ihren Reigen eröffneten.
Der Bühnenaufbau ließ einiges erwarten. Das Schlagzeug, gefühlte zwei Meter hoch postiert, thronte im Hintergrund, diverse Boxenansammlungen links und rechts und das Keyboard auf einem spacigen z-förmigen Untergestell installiert. Diese Band ist größere Auftritte gewohnt, der Bühnenaufbau machte dies überdeutlich.
Apropos Boxen. Der Sound war, nun ja, suboptimal. Nach ungefähr einer halben Stunde, das Doppel des Abends „To lose my life“ und „A place to hide“ war gerade zugange, begann es mächtig zu dröhnen. Der Bass suchte so stark den Weg ins Ohr, dass der Gesang zeitweise unterging und kaum durchkam. Sehr ärgerlich. Leider änderte sich dies in der zweiten halben Stunde nicht mehr.
Wie schon erzählt, im Frühjahr hörte ich das Album rauf und runter, es war ein willkommener Gast bei längeren Autofahrten. Aber gestern wollte der Funke nicht so recht überspringen. Ich kam nicht rein in den Abend und ein aha- oder Durchrüttel- Effekt blieben leider aus. Ich war zwar da, aber nicht dabei.
Überdies machten die drei, bzw. vier Jungs einen überspielten Eindruck auf mich. Die Songs wirkten mehr erkämpft als durch spielerische Mittel überzeugend. Daran änderte auch die silberne Gitarre von Sänger Harry McVeigh wenig. Nach knapp 60 Minuten waren die White Lies durch. Sie haben ihr komplettes Debütalbum gespielt, mehr kann man nicht erwarten. Ergänzt wurde das Set um „Taxidermy“ und, als erster Zugabe, dem Talking Heads Song „Heaven“. Letztgenannter passte wunderbar und war ein gut ausgewähltes Cover. Das die White Lies starke Referenzen zu der 80er Jahre Band haben, ja, das kam hier sehr deutlich rüber. Nicht umsonst nennt Songschreiber und Bassist Charles Cave sie als größeren musikalischen Einfluß. Der Übersong „Death“ beendete schließlich Abend.
Eine lustige Geschichte am Rande. Kurz nach Konzertende hob ein Roadie sorgsam die Setlisten vom Bühnenboden auf und hielt sie den vorderen Reihen entgegen. Da sich diese aber bereits merklich gelichtet hatten, wurden sie ihm nicht aus der Hand gerissen. Im Gegenteil, keiner schien dieses, eigentlich begehrliche Andenken mit nach Hause nehmen zu wollen. In seiner Not drückte er sie einem verdutzt dreinblickenden Mädchen in die Hand.
Vielleicht habe ich in letzter Zeit zu viele bessere Konzertabende erlebt, so dass mir ein solider White Lies Abend als weniger gelungen in Erinnerung bleibt.
Ich glaube, ich brauch jetzt mal eine Pause von britischen Bands. Zumindest für eine Woche. Dann kommen ja die Editors…

Setlist:
01: Farewell to the fairground
02: Taxidermy
03: E.S.T.
04: Price of love
05: You still love him
06: To lose my life
07: A place to hide
08: Fifty on our foreheads
09: Nothing to give
10: Unfinished business
Zugabe:
11: Heaven
12: From the stars
13: Death

Multimedia:
Fotos: frank@flickr

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Muse

1 Nov 2009 | von frank | Kategorie: videothek | kein Kommentar
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Ach, es ist herrlich und nun wieder Online. Muse im italienischen Fernsehen. Matt Bellamy hat sich verändert, Drummer Dominic Howard ebenso.
Es lebe das Playback!
Und die Moderatorin ist perfekt vorbereitet, während sich im Hintergrund Gattuso und Pirlo warmlaufen…

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Kasabian – Köln, 28.10.2009

29 Okt 2009 | von frank | Kategorie: konzert | 3 Kommentare
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„Wie geht’s?“ fragte uns Sänger Tom Meighan. Aber warum spricht er seine Landsleute in deutscher Sprache an, frage ich mich.
„Sie fangen pünktlich an und sind zu den Tagesthemen fertig“, so die lapidare Ansage des Mannes an der Kasse, als ich mich über die Uhrzeiten informierte. Überrascht war ich nicht. Britische Bands, und gerade solche des Schlages Kasabians, machen es nicht über 90 Minuten. Fußballspiellänge und ideale Konzertdauer. Plus Vorband und plus Umbaupause hatte ich diesen zeitlichen Ablauf auch ungefähr eingeplant, als ich den fast- spontanen Trip nach Köln ausheckte. Kasabian hatte Zwar hatte ich schon des längeren auf meiner Live Liste, eine Karte für ihren Kölner Auftritt hatte ich mir aber nicht besorgt. Und ich war mir ziemlich sicher, dass dies nicht notwendig sei. Zwar müsste nach meinem Ermessen Kasabian mindestens im Palladium spielen, aber für mich sind ja auch Oasis die größte Band der Welt. Und ehrlich gesagt war ich der festen Überzeugung, dass es in der Live Music Hall nicht allzu voll werden würde.
Anfänglich sah es auch nach einer überschaubaren Veranstaltung aus. Gegen acht Uhr war die Halle zu knapp drei vierteln gefüllt. Während des knapp 50 minütigen DJ Plattenauflegens füllte es sich merklich, und als Kasabian zu ihrem 90 Minuten Set aus dem Backstagebereich hervorkamen, war es ordentlich gefüllt und kuschelig warm.
Den DJ hätte man sich schenken können, da seine Aufgabe einzig die war, Beatplatten schlechter Scheunenfetenqualität aufzulegen. Eine vorkonfigurierte Ipod Playliste hätte das genauso hinbekommen. Ich will sagen, es war kein DJ Set im Sinne von, z. B. den 2manyDJs, sondern eher das eines Disco DJs. Platten auflegen ohne weitere Zugaben. Staubtrocken wie Streuselkuchen. Und so hörten wir „Break on through“ und „My Generation“ und all so Zeugs. Wenig spannend, sehr langweilig. Der Kollege schien aber ein Kumpel der Band zu sein. Wenn ich gehässig wäre, könnte ich jetzt schreiben, na, der wollte wohl mit auf Europatour und die Rowdie und Fahrerjobs waren schon vergeben. Also hat man ihn einfach ins Vorprogramm gestellt.
Kasabian ließen dann noch ein paar Minuten auf sich warten, bevor mit „Mothman“ der Liveabend so richtig begann. Jetzt entdeckte ich ein etwas anderes Konzertverhalten. Als die Band die Bühne betrat, flogen vier bis fünf Bierbecher, von voll bis fast leer, Richtung und auf die Bühne. Ein eher britisches Fanverhalten, wie ich aus Erzählungen wusste. *
Und ab da wurde mir klar, dass die 10 Briten um mich herum nicht die einzigen Supporter heute hier waren. Die Frage „Is anybody from the UK?“ wurde mit einem grölenden „Yeah“ beantwortet und beinahe sämtliche Hände des Mittelblocks vor der Bühne flogen in die Höhe. Denn gut ein Drittel der Live Music Hall war in UK-Hand.

Wer die Kasabian Alben kennt weiß, dass er auf eine bunte Mischung unterschiedlichster Einflüsse trifft. Punk, Elektro, Pop, fast die gesamte Beatpalette wird tanzbar umgesetzt. Das letzte Album „West Ryder…“ ist an Hibbeligkeit ja kaum zu überbieten.
Das Liveerlebnis ist eine Blaupause. Auf der Bühne geht die Kasabian Clash Collage weiter. Hibbelig, aufgedreht und durch bunte Scheinwerferstafetten und Stroboskoplichter ausgeleuchtet wird die Unruhe des Kasabian Sounds gut metaphiert.
Verschnaufpausen gibt es für Tom Meighan und die ersten Reihen kaum. Wieso der lederne Trenchcoat des Frontmanns erst zur Hälfte des Sets weichen muss, ist mir nicht klar.
Spätestens zum zweiten Song „Underdog“ ist die Halle auf Betriebstemperatur. Es ist ein Geklatsche und Gehüpfe, das bei „Fire“ und „L.S.F.“ gegen Ende des Abends gar die vorletzten Reihen der Live Music Hall erfasst und selbstverständlich ist die UK-Fraktion Feiervorreiter. Um mich herum wird getanzt und mitgesungen. Aber auch der kontinentale publikumsteil feiert, vielleicht nicht ganz so extrovertiert, aber er feiert.
Ein wenig Ruhe kehrt erstmals bei „Where did all the love go?“ (sehr wenig) und im Doppel „Cutt off“ / „Thick as thieves“ (etwas mehr) ein, letztmalig bei „Secret Alphabets“. Der Rest ist Begeisterung und Schweiß.
Kasabian sind eine britische Band durch und durch. Sie gehören zu dem Typ, der mit den Launen des Publikums lebt oder stirbt. Ist die Stimmung gut, ist es die Band meistens auch. Ist das Publikum reserviert, kann es mit dem Konzert nichts werden. Gestern war die Stimmung gut, und Kasabian waren entsprechend engagiert. „Es ist toll, mal wieder in so einer kleinen Location zu spielen, es macht Spaß, den ersten Reihen so nah zu sein.“ Eine interessante Anmerkung, zu der sich Tom Meighan zu Mitte des Programms hinreißen ließ. Was wir er wohl heute sagen, die Bochumer Zeche ist gerade mal halb so groß.
Aber ob es das gute Konzert war, wie es die ausgelassene Stimmung vermitteln mag, ich bin mir nicht sicher. Es geht mir mit dem Kasabian Konzert so wie mit vielen anderen „Britpop“ Konzerten. Eine spontane Begeisterung geht irgendwie nicht. Ich muss sie erst sacken lassen aber meistens merke ich dann Tage später, wie toll es eigentlich war.
Kasabian sind toll. Sie könnten meine Oasis Ersatzdroge werden.

* Bisher habe ich noch kein Konzert auf der Insel besucht, und ehrlich gesagt habe ich auch ein bisschen Respekt davor. Ich stelle es mir wie kick-and-rush vor, nichts für ruhige Zeitgenossen.

Setlist:
01: Mothman
02: Underdog
03: Where did all the love go?
04: Swarfiga
05: Shoot da runner
06: Cutt off
09: Thick as thieves
10: West Rider
11. Empire
12: Take aim
13: Secret alphabets
14: Fire
15. Fast fuse
16: Doberman
17: Club foot
Zugabe:
18. Vlad the Empaler
19. L.S.F. (Lost Souls Forever)

Multimedia:
Fotos: frank@flickr

Kontextkonzerte:
Oasis – Düsseldorf, 04.02.2009

Oasis – Zürich, 01.03.2009

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