The Flaming Lips – Utrecht, 28.01.2017


Es gab keinerlei Anzeichen, dass das Konzert der Flaming Lips im Utrechter TivoliVredenburg ausverkauft sein wird. Nicht vor Wochen, nicht am letzten Montag, nicht am letzten Freitag. Warum also nicht am Samstag einen Ausflug in die Niederlande unternehmen? Ja, warum eigentlich nicht. Mehrere Gründe sprachen dafür. In Utrecht ist es schön, die Tivoli Vredenburg ein imposantes Konzertgebäude. Das wären schon einmal zwei. Mein dritter Grund, bzw. die Notwendigkeit der Beantwortung einer Frage, ist aber der entscheidende Auslöser: Was macht ein Einhorn auf einer Konzertbühne und warum fliegt überall so viel Konfetti herum? Anfang der Woche sah ich in meinem Facebook Newsfeed ein Foto vom Berliner Flaming Lips Konzert. Darauf abgebildet war Wayne Coyne, wie er auf einem Einhorn sitzend durch den Konzertsaal ritt. Das machte mich so unendlich neugierig, dass ich mir das – wenn möglich – selbst anschauen wollte. Und die einzige Möglichkeit die Flaming Lips zu sehen bestand darin, nach Utrecht zu fahren. Also ging es nach Utrecht.

Mutter – Düsseldorf, 16.12.2016


‘Hoffentlich drückt mir niemand das Mikrofon in die Hand. Hoffentlich drückt mir niemand das Mikrofon in die Hand.‘ Mutter sind beim letzten Song des Konzertes angekommen, „Ein kleines Stück Papier“, gleichzeitig auch das letzte Song auf der Platte Hauptsache Musik, und Sänger Max Müller, der bis dahin schon viel erzählt hat, leitet den Song als poppiges sing-a-long Stück ein, bei dem jeder die Möglichkeit haben soll, mitzumachen. ‘Ich lasse einfach das Mikron rundgehen und jeder singt einmal den Refrain. Der ist ganz einfach und geht so: Ein kleines Stück Papier, lalala, ein kleines Stück Papier.

The Notwist – Düsseldorf, 12.12.2016


Neon Golden ist bis heute beste Indietronic-Album aus diesem Lande. Punkt. Diskussion zwecklos, weil es keine Gegenargumente bzw. ein besseres Album gibt.
Tja, so ist das und ich gestehe, dass ich The Notwist verehre. Seit vielen Jahren liebe ich ihre Musik, ihre Konzerte. Ein Jahr ohne ein The Notwist Konzert ist für mich ein vertanes richtiges Konzertjahr. Ich kann mich einfach nicht sattsehen an ihren Livedarbietungen. Waren und sind phänomenal, dass sich in den nächsten Jahren daran etwas ändert, ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Ash – Köln, 04.12.2016


Wenn ich meine letzten Konzertbesuche Revue passieren lasse, komme ich ins Nachdenken. Es waren doch ganz schön viele 1990er Jahre Erinnerungsveranstaltungen dabei: Pixies, L7, The Rifles. Eigentlich alles Bands, die mich vor 20 Jahren mehr faszinierten als sie es heute tun. Und nun kommt noch ein weiteres dazu: Ash. Oh Gott, wie lange habe ich diese Bands nicht mehr verfolgt, wie lange keinen einzigen Song von dieser Band bewusst gehört. Gibt es denn kein spannendes junges Gemüse, das mich vom Ofen hervorholen kann? Doch, das gibt es zu genüge. Aber irgendwie bleibe ich doch immer wieder an meinen frühen Lieblingen hängen,

Preoccupations – Köln, 28.11.2016


Viet Cong war aber auch ein scheußlicher Bandname. Dass man sich damit wenig Freunde und viel Ärger einhandeln kann, ist nicht nur fast vorprogrammiert, die Band aus Kanada hätte sich das an 5 Fingern abzählen können. Ein bisschen Rumoren hatten Matt Flegel, Mike Wallace, Scott Munro und Daniel Christiansen sicher beabsichtigt, als sie sich diesen Namen gaben. Dass dann aber wegen ihres Bandnamens Konzerte abgesagt wurden, hatten sie wohl nicht erwartet. Schlussendlich sah die Band ein, der Name ist doof und ein großes Hindernis.

Pixies – Köln, 24.11.2016


Und alle so: hahaha hahaha hahaha. („Tame“). Es ist immer gut, wenn Black Francis ins Mikrofon schreit. Keiner kann das so gut wie er.
Das Angebot kam überraschend und kurzfristig. Hast du Lust zu den Pixies zu gehen? So lautete tags zuvor die Anfrage. Ab und an schreibe ich Konzertberichte für ein Onlinemagazin, der ursprünglich angesetzte Schreiber schien kurzfristig ausgefallen zu sein. Ich zögerte nicht, obwohl ich diese Art von ‘Auftragsarbeiten‘ nur sehr ungern und nicht zu oft machen möchte. Der Zwang, ein paar Worte abliefern zu müssen, ist mir nicht geheuer. Aber in diesem Fall stimmte ich zu.

Lee Ranaldo & El Rayo – Köln, 21.11.2016


Lee Ranaldo scheint mir in den letzten Jahren der produktivste des Sonic Youth’schen Gitarrentriumvirats zu sein. Soloalben, diverse Projekte und seit neuestem die Band Lee Ranaldo & El Rayo. Ein Album ist in Arbeit, wie man so sagt, es erscheint wohl zum Ende des Jahres.Ihr Debütauftritt hatte die Combo im Frühjahr beim Primavera Sound. Es war eines von drei Konzerten auf der sogenannten hidden stage, die im zweiten Jahr ihres Bestehens gar nicht mehr so hidden ist. Die Tickets für diese kleinen Konzerte besorgt man sich am Nachmittag an einem separaten Infostand.

Banks & Steelz – Köln, 13.11.2016


Ein Rapper und ein Rocksänger treffen sich und gründen eine kleine Supergroup. Wobei sich das klein auf die Anzahl zwei bezieht, nicht auf die Größe der beiden Musiker. Denn beide sind ohne Frage Weltstars. Paul Banks (der Sänger von Interpol) und Steelz (a.k.a. RZA; der Rapper vom Wu-Tang Clan und Gravediggaz) bilden das Projekt Banks & Steelz. Als ich die ersten Songs hörte, dachte ich sofort, dass die Interpol Gitarre, die Paul Banks nach wie vor vorzüglich spielt, musikalisch verdammt gut zu den Sprechgesängen von Robert Fitzgerald Diggs passt.

Tortoise – Bonn, 08.11.2016


The Catastrophist ist eines der Alben des Jahres, das ich bisher auch nicht gehört habe. Nach sieben Jahren ein neues Album der Band aus Chicago, die den Post-Rock in den 1990er Jahren mitprägte und mich seinerzeit mit einem mir merkwürdig vorkommenden Album komplett überforderte. 1995 hörte ich im Radio einen Instrumentalsong, und der Moderator machte im Anschluss ein Wortspiel über den Bandnamen und die Musik der Band. Die Band hieß Tortoise und mir blieb das bis zum nächsten Plattenkauf irgendwie im Gedächtnis. Also brachte ich Rhythms, Resolution & Clusters mit nach Hause. Und ich glaube, ich hörte die CD, ein Remixalbum, genau drei Mal.

Dinosaur Jr. – Köln, 03.11.2016


Es war eine anstrengende Woche. Arbeitstechnisch lag viel an, die Konzerte der letzten Tage lagen mir noch in den Beinen und auch sonst zeigte sich die obligatorische Herbstmüdigkeit. Aber zum Dinosaur Jr. musste und wollte ich mich aufraffen. Nützt ja nüschts. Auch wenn die Bahn durch Schienenersatzverkehr unmöglich zu nehmen ist, und ich so eine halbe Stunde in der Umgebung der Live Music Hall einen Parkplatz suchen musste, beides ließ mich nicht wirklich davon abhalten, das hier durchzuziehen.
Ein Parkplatz ward gefunden, die Vorband beim letzten Ton des letzten Songs, als ich die Halle betrat.

Warpaint – Köln, 30.10.2016


Als „Undertow“ erklang, war alles gut.
Dieser 30.10. bot konzertmässig einfach zu viele Möglichkeiten, um die richtige herauszusuchen. Die Minor Victories spielten in Düsseldorf, Suuns und Warpaint in Köln. Wo gehste da hin? Ist doch alles gut. Ein Drittel der möglichen Auswahl fiel weg, da sich für die Minor Victories eine weitere Gelegenheit beim Crossing Border nächstes Wochenende auftut, für die andren beiden Drittel gab es leider keinen erreichbaren Alternativtermin. Dadurch, dass ich zu allem Überfluss auch noch für beide Konzerte ein Ticket kaufte – manchmal bin ich schon arg durcheinander -, wurde die Entscheidung nicht leichter.

John Grant – Düsseldorf, 29.10.2016


Kurzentschlossen reifte der Plan, am Samstag dem New Fall Festival einen Besuch abzustatten. Aus Bequemlichkeit (wo ist diese Kirche, in der Kate Tempest spielt?) und aus Mangel an Wilco Karten entschied ich mich für den Auftritt von John Grant im Robert Schumann Saal direkt neben der Tonhalle. Nicht die schlechteste Wahl, ich mag diesen Veranstaltungsort; er ist schön, die Anfahrt ist unkompliziert, ein Parkplatz leicht machbar. Wenn ich schon an einem Samstag die Wohnung verlasse, sind das für mich durchaus Argumente, die mich beeinflussen.

Angel Olsen – Köln, 28.10.2016


Es war eine Szene des Abends. Mittlerweile ist ja Gang und Gebe, dass auf Konzerten auf Teufel komm raus gefilmt und fotografiert wird. Erst neulich bei The Cure stand ein Pärchen vor mir, bei dem der Freund wohl den Auftrag bekommen hat, jeden Song bildlich festzuhalten. Mehrmals! Plus Bühnenselfies. Und so war er mehr mit Fotos machen beschäftigt als mit zugucken. So ist das nun mal heutzutage, ich möchte das gar nicht kritisieren. Die technischen Möglichkeiten sind da, also werden die technischen Möglichkeiten genutzt. Warum auch nicht. Jeder nach seiner Fassong, wie man im Rheinland so sagt.

Poliça – Köln, 27.10.2016


Über die Band aus Minnesota vermag ich gerade gar nicht so viel sagen zu können. 2014 sah ich die Band in der Kölner Kulturkirche, eine detailliertere Erinnerung an das Konzert will mir aber gerade nicht in den Sinn kommen. Poliça wurde 2011 von Ryan Olson und Channy Leaneagh gegründet. Beide sind auch 2016 Bestandteil von Poliça, sie als Sängerin, er als Schlagzeuger und Macbookbediener im Hintergrund. Drew Christopherson und Chris Bierden vervollständigen am zweiten Schlagzeug und am Bass seit jeher die Band. Ein Freund der Band bestreitet das Vorprogramm.

The Kills – Köln, 25.10.2016


Es gibt tatsächlich immer noch Bands in meinem Interessenskosmos, die ich noch nicht live gesehen habe. Das englisch-amerikanische Duo Alison Mosshart und Jamie Hince a.k.a. The Kills zählen dazu. Die Band existiert seit Anfang der 2000er Jahre. Fünf Alben später schaffe ich es endlich, sie live zu sehen. The Kills haben nach längerer Pause just ihr fünftes Album Ash & Ice veröffentlicht, ich muss mir die Platte noch zulegen. Wie so oft bin ich später dran. No wow, so etwas wie ihr Durchbruchalbum, mochte und mag ich sehr, auch das Debüt Keep on your mean side hörte und höre ich dann und wann.

pretty paracetamol

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