The Rifles – Köln, 08.10.2016


2005 waren The Rifles der letzte heiße Britpopscheiss. Und das mit dem letzten ist wörtlich zu nehmen. Während die Klasse von 2005 um Bands wie Maximo Park, HardFi, Franz Ferdinand und wie sie nicht alle hießen die britische Popmusik von all den Oasis- und Blur-meriten loslöste, machten The Rifles starrsinnig da weiter, wo 10 Jahre zuvor Cast, Shed Seven und die Bluetones, oder noch viel früher The La’s, aufgehört hatten: mit Britpop.

L7 – Köln, 07.09.2016


„Pretend you’re dead“. Was für ein Knallersong. Ein Tanzflächenfüller. Einer der wichtigsten Songs der 1990er Jahre. Zumindest für mich. Ich erinnere mich gerne an die Discotage zurück, wenn nach Nirvanas „Smells like teen spirit“ L7 aufgelegt wurde, der DJ damit den Rock-Grunge Level hoch hielt und gleichzeitig einen guten Übergang zu entweder Metallica (damals noch gut!) oder den Ramones / Iggy Pop / Fugazi hinlegte. L7 spielten diese natürliche Melange aus Punk und Hardrock, die prädestiniert war, um diesen Übergang zu schaffen.

Grandaddy – Amsterdam, 25.08.2016


Ende der 1990er Jahre waren Grandaddy eine meiner großen Lieblinge. Under the western freeway und The sophtware slump hörte ich rauf und runter. Verschroben, melancholisch, auf ihre Art dynamisch. Niemand sang so wie Jason Lytle, niemand spielte so wie Grandaddy.
Ich erschrak daher sehr zurecht, als ich in Vorbereitung auf das Konzert feststellen musste, nur 2 Alben der Band zu besitzen. Wie, nur 2 Alben von einer offensichtlichen Lieblingsband im CD-Regal?

Hinds – Köln, 24.08.2016


Es ist der heißeste Tag des Jahres. Selbst am Abend kleben die Unterarme noch an der Holzlehne des Regionalbahnsitzes. Ein wenig Linderung verschafft die Klimaanlage, die im Dauerbetrieb für Abkühlung sorgt. 35 Minuten durchatmen, bevor in Köln-West die Abendhitze der Stadt erneut einen Schweißfilm auf meine Haut zaubert. Eigentlich gibt es besseres, als an solch einem Sommerabend mit dem Zug zu fahren. Eigentlich gibt es besseres, als an solch einem Sommerabend ein Konzert zu besuchen.

Toe – Köln, 17.08.2016


Auf der Hinfahrt entdecke ich durch Zufall einen Artikel auf der Webseite Psychology of music. Ein Umweg über drei verlinkte Seiten führte mich zu ihr, ohne Hinweise hätte ich die australische Webseite nie und nimmer entdeckt. ‘If you’re happy and you know it: Music engagement and subjective wellbeing‘, so lautet die Überschrift über die Studie, die sich mit der Abhängigkeit zwischen Musik hören/machen/sehen und dem persönlichen Wohlbefinden beschäftigt.

Gent Jazz Festival – Gent, 16.07.2016


Am Freitagabend war noch nicht klar, wie ich das Wochenende verbringen werde. Es gab Optionen, aber nichts Konkretes. Am Samstagmorgen las ich, dass neben meiner Lieblingsband dEUS auch Perfume Genius beim Gent Jazz Festival auftreten sollten. Selbstverständlich weckte das mein Interesse. Ein Blick auf die Webseite zeigte mir: Tickets sind noch verfügbar. Das wunderte mich ein wenig, freute mich aber umso mehr. Der Klick auf den Warenkorb schickte mich anschließend nach Gent. Tickets gekauft. Fahrt geplant.

Cat Power – Köln, 11.07.2016


„Es war ein schönes Konzert. Ich hatte im Vorfeld schlimmeres befürchtet.“ So fasste ich das Cat Power Konzert vor 8 Jahren in der Live Music Hall zusammen. Ein ähnlich gutes Fazit zog ich ein paar Jahre später nach dem Besuch des Brüsseler Konzertes. Ja, ich bin großer Fan und verfolge das Treiben von Chan Marshall so ziemlich genau seit ihren ersten Alben. Mit „Nude as a news“ wurde ich – wie wohl fast jeder – auf Cat Power aufmerksam. Das Rumpelstück hatte etwas Besonderes, es war Indie und erinnerte mit der Schüchternheit und scheinbaren Gebrechlichkeit der Stimme.

Band of Horses – Köln, 20.06.2016


Mein letztes Band of Horses Konzert fand vor einigen Jahren in der Kölner Kulturkirche satt und es war nicht mehr und nicht weniger als das Konzert meines Lebens. Der Abend war ein ganz großer Glücksmoment, ein Augenblick, in dem alles passte. So schön wie damals, so anrührend und emotional kann kein anderes Konzert jemals werden. Band of Horses haben an diesem Abend die Messlatte so hoch gelegt, dass es sie nie mehr übersprungen werden kann.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 04.06.2016


Alle guten Dinge sind drei. Dritter Festivaltag, drittes Konzert auf der Hidden Stage, ein drittes Mal früh am Nachmittag am Festivalgelände. Vielleicht ist das Konzert von Bob Mould mein wichtigstes Hidden Stage Konzert. Ich spürte schon den halben Tag eine gewisse Vorfreude und ein Lächeln auf meinem Gesicht, wenn ich nur an das Konzert dachte. Bob Mould begeisterte mich vor Jahren bereits beim Primavera, damals mit band und vielen Songs von Sugar.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 03.06.2016


Der Radiohead Tag. Also der Tag, an dem ich Radiohead nicht sehen werde. Früh stand für mich diese Entscheidung fest, statt Radiohead lieber Dinosaur Jr. und Tortoise anzuschauen. Es war so ein Bauchgefühl (und meine Vorliebe für Dinosaur Jr. Liveauftritte), das mich zu dieser Entscheidung kommen ließ. Und nein, bBeirren lasse ich mich nicht mehr. Radiohead, da war ich überzeugt, können nicht das auffahren, was ich vor einigen Jahren von ihnen in Köln gesehen hatte.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 02.06.2016


Es ist doch jedes Jahr das gleiche. Hinfliegen, Bands angucken, zurückfliegen. Seit 6 Jahren läuft das jetzt so, immer Ende Mai. Das siebte Primavera Sound scheint mein schwächstes zu sein, im Vorfeld klimpern nicht die Namen in den Ankündigungen, die mir schlaflose Nächste und eine unendlich große Vorfreude bescheren. Nein, dieses Jahr ist meine Vorfreude endlich, das Lineup nur sehr gut und nicht spektakulär.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 01.06.2016


Das Primavera Sound begnügt sich nicht mit seinen drei Festivaltagen Donnerstag, Freitag und Samstag im Parc del Fòrum. Nahezu eine ganze Woche lang platzieren die Festivalmacher Konzerte und Veranstaltungen in ganz Barcelona. Auf öffentlichen Plätzen, in Clubs und anderen Räumlichkeiten finden Veranstaltungen statt, die teilweise frei für alle und teilweise nur für ‘reguläre‘ Festivalbesucher zugänglich sind.

Metz – Heerlen, 30.05.2016


Metz. Die Band, nicht die Stadt. Sie waren eine meiner großen Überraschungen des Primavera 2013. Sie spielten auf der Pitchfork Bühne ein Konzert, das mich regelrecht aus den Socken gehauen hat. Gitarre, Schlagzeug, Bass und eine Hyperaktivität, die sich voll und ganz in der Musik wiederspiegelte. Metz hatten gerade ihre Debütplatte rausgehauen, ich war beeindruckt.

Tuxedomoon – Heerlen, 23.05.2016


Es gibt Bands, für die bin sogar ich nicht alt genug. Also nicht nicht alt genug, um sie nicht zu hören, aber nicht alt genug, um sie in ihrer Hochphase mitbekommen zu haben. Hüsker Dü zum Beispiel, oder The Stranglers oder The Clash. Ich war damals noch zu jung, um sie aufzunehmen, mir anzuhören. Meine Ohren liebten damals Nena, Kajagogoo, Alphaville oder Frankie goes to Hollywood. Tuxedomoon gehören auch in diese Kategorie Bands.

Manic Street Preachers – Köln, 25.04.2016


James Dean Bradford kommt als erster auf die Bühne. Leise spielt er die ersten Takte von „Elvis Impersonator: Blackpool Pier“. Post-Punk, Hardrock. Irgendwas dazwischen. Die Manic Street Preachers stammen aus Wales, und ihr Rock war immer ein bisschen rauer als der der anderen britischen Bands. Gerade in den Anfangsjahren hatten die Manic Street Preachers damit quasi ein Alleinstellungsmerkmal, erst mit dem in 2 Jahren 20 Jahre alt werdenden This is my truth tell me yours wurden sie poppiger.