Milky Chance


So langsam wird es unheimlich. Es ist richtig, dass ich schon seit einigen Tagen einen Textbeitrag über Milky Chance schreiben wollte. Aber woher weiß Facebook davon? In der Spalte ‘gesponserte Werbeanzeigen‘ leuchtete Anfang der Woche eine Werbung über das aktuelle Milky Chance Album und mir fiel wieder ein: jaja, ich wollte doch ein paar Worte über die Kasseler verlieren. Und ich sollte diesen Beitrag endlich machen, bevor noch Werbeflyer im Hausflur liegt.

Neulich. Zum Sendeschluss der Fernsehsendung Aspekte treten Milky Chance vor die Kameras. Milky Chance haben just ihr zweites Album Blossom veröffentlicht; ein Ereignis, dass mir ehrlich gesagt wumpe ist.  Aber ich sitze auf dem Sofa und schaue Aspekte, und ich höre „Cocoon“ und ich erinnere ich mich kurz zurück an diesen Abend, als ich Milky Chance in Brüssel live sah. „Cocoon“ kenne ich schon länger, es läuft seit Wochen im Radio. Eine schöne Single, wenn man auf diese Art von Musik steht. Ähnlich wie „Stolen dance“ – Milky Chance erster großer Hit vor vier Jahren – ist sie sehr eingängig und poppig. Aber weder „Cocoon“ noch „Stolen dance“ sind der Grund, warum ich über Milky Chance mehr als eine Minute nachdenke. Es ist vielmehr die Ansage des Moderators Jo Schück, der Milky Chance als mittlerweile weltweit erfolgreiche Band ankündigt. In den USA seien sie die erfolgreichste deutsche Popband seit Nena, in Asien hätten sie nur ausverkaufte Großhallenkonzerte und ihre Festivals hießen Coachilla und Glastonbury.

Puh, dachte ich. Das klingt in der Tat erfolgreich. Und ich erinnere mich zurück an diesen Abend in brüssel. Damals hieß noch Pias Nite Festival, der rahmen war um ein vielfaches kleiner und Milky Chance spielten als zweite Band des Abends noch vor Girls in Hawaii und dEUS. Damals war gerade ihr Sommerhit „Down by the River“ in den Charts und niemand nahm sie so recht ernst.

„Es war dünn.“

schrieb ich seinerzeit, und war mit dieser Sicht nicht allein. Auch eine belgische Tageszeitung erwähnte:

 Eén zomerhit maakt de lente niet

Mittlerweile sind es viele Sommerhits geworden, die Milky Chance geschrieben haben. Ernster werden sie deswegen nicht unbedingt genommen. Es ist immer noch leicht, Milky Chance schlecht zu schreiben. Man möge sich nur ihre Texte durchlesen, sie bieten genügend Ansetzpunkte zur Kritik. Wenn man schlechtes Englisch als Kritikansatz hernehmen möchte. Ich möchte das nicht. Genauso wie ich nichts abwertendes über ihre Songs sagen kann. Zwar ist mir ihre Musik immer noch egal, aber ich sage: Respekt! Respekt vor dem, was Milky Chance erreicht haben. Vor vier Jahren hätte ich diesen Erfolg nicht für möglich gehalten. (Und das belgische Käseblatt sicher auch nicht.)

PIAS Nites Festival, Brüssel 15.03.2014

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frank

Hallo, ich heiße Frank und blogge unter pretty-paracetamol seit 2006. Ich schreibe hier über meine Konzertbeobachtungen und über Musik, die mich umtreibt. Vieles davon kommt aus dem sogenannten Indiebereich, manchmal aber auch darüber hinaus.

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