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Das Konzertjahr startete mit einem Ausflug nach Utrecht. Es war nasskalt, es war dunkel. Aber es gab Frietjes. Und die Flaming Lips. Da weiß ich jetzt gar nicht, was besser war.

The Flaming Lips – Utrecht, 28.01.2017

Das zweite Konzert führte mich dann nach Belgien. Und wieder: es war nasskalt, es schneite gar leicht und es war dunkel. Aber es gab Frietjes. Und dEUS. dEUS Konzerte in erreichbarer Nähe sind für mich gesetzt. Dieses aber, war überdies auch wichtig! Es war das letzte dEUS Konzert mit Gitarrist Mauro Pawlowski. Das durfte ich mir nicht entgehen lassen. Wer weiß, ob dEUS jemals wieder etwas machen. So wurde es ein besonderer Abend in der sehr altehrwürdigen Lotto Arena am Stadtrand von Antwerpen. Nebensächlicher fun-fact: Googelt man den Namen Mauro Pawlowski wird einem von Google als vierter Ergänzungsvorschlag noch vor ‘Facebook‘ das flämische Wort ‘vriendin‘ angeboten. So sieht’s aus, meine Freunde.

dEUS – Antwerpen, 10.02.2017

Der erste Konzertausfall des Jahres kam kurz danach. Wegen noch schlechterem Wetter verpasste ich Magnapop in Tilburg. Ärgerlich. Aber schneller als gedacht sind meine 1990er Jahre Lieblinge wieder in den Niederlanden unterwegs und so wird das in diesem Jahr nachgeholt. Ich freue mich schon!
Nach so viel Belgien und den Niederlanden, gab es eigentlich keine Konzerte in meiner angestammten Konzertstadt Köln? Doch, natürlich. Die Sterne und Chris Brokaw (im anderen Köln) brachten mich ebenso wie der Oldschool Techno mit The Orb und Loyle Carners Hiphop durch das Frühjahr. Ganz ohne weite Fahrerei.

Die Sterne – Köln, 15.02.2017
Chris Brokaw – Düsseldorf, 19.02.2017
Loyle Carner – Köln, 02.03.2017
The Orb – Köln, 04.03.2017

Die letzten beiden Konzertbesuche liegen am Rand meines musikalischen Interessensspektrums, einen Besuch wert waren sie jedoch ohne jeden Zweifel. Das Spektrum etwas auffächern, nicht nur das sehen, was ich schon zigmal sah, sondern neue Sachen entdecken und die Indiescheuklappen beiseitelegen. Wenn man möchte, war das sowas wie mein Konzertmotto des Jahres. Ich sah noch mehr jazziges Zeug als die Jahre davor, ich sah ein bisschen Hiphop und ich sah Phil Collins und Sting.Phil Collins und Sting? Was bitte hat mich den da geritten? Frag lieber nicht nach. Als sich diese Konzerte andeuteten, empfand ich plötzlich große Neugierde. Anders und besser kann ich das nicht erklären. Und zumindest im Fall von Phil Collins wurde ich mit einem interessanten Konzerten belohnt. Über die Ticketpreise denke ich lieber nicht mehr nach.

Sting – Esch-Alzette, 01.04.2017
Phil Collins – Köln, 14.06.2017

Themenwechsel. Festivals.
Zum ersten Mal das Reeperbahnfestival. Und wow, welch‘ ein Gewinn. Ich hatte vorher keine Erwartungen an das Reeperbahnding, aber als ich dann zwei Nachmittage im Molotow verbrachte und mir an einem Nachmittag niederländische Bands und am anderen Singersongwriterinnen anhörte, wurde ich nullkommanix großer Reeperbahnfestivalfan. Was für eine musikalische Menge und Vielfalt sich hier auftut ist schier überwältigend. Ich war überfordert und berauscht zugleich.

Reeperbahnfestival – Hamburg, 21.09.2017
Reeperbahnfestival – Hamburg, 22.09.2017
Reeperbahnfestival – Hamburg, 23.09.2017

Dagegen ist das Primavera ein alter Bekannter. Bereits zum achten Mal flog ich im Mai nach Barcelona. In diesem Jahr war das Lineup nicht ganz so groß wie die Jahre zuvor. Aber es gab immer noch eine Vielzahl interessanter Konzerte. Alexandra Savior und eine Podiumsdiskussion über Filmmusik mit Mr Portishead Geoff Barrow blieben mir am stärksten im Gedächtnis.

Primavera Sound Festival – Barcelona, 31.05.2017
Primavera Sound Festival – Barcelona, 01.06.2017
Primavera Sound Festival – Barcelona, 02.06.2017
Primavera Sound Festival – Barcelona, 03.06.2017
Primavera Sound Festival – Barcelona, 04.06.2017

Das Way back when stand anfangs nur wegen Portugal.The Man in meinem Kalender. Als später noch Gurr, Waxahatchee und Ducktails bestätigt wurden, nahm ich auch den zweiten Festivaltag mit. Dortmund, das war nicht so schlecht!Way back when Festival – Dortmund, 29.09. bis 01.10.2017

Neben guten, hatte ich auch weniger gute Konzerte. Bei meinem gedanklichen Rückblick stolperte ich über das Konzert von Jesus and Mary Chain in der Kölner Live Music Hall. War ich da? Ich kann mich nicht erinnern? Das spricht nicht gerade für den Abend, ich weiß. Es ist das längst vergessene Konzert des Jahres. Ist ein vergessenes Konzert eigentlich schlimmer als ein langweiliges Konzert, an das man sich noch erinnert? Mhh, gute Frage. Mein langweiligstes oder nichtsagendstes Konzert erlebte ich im Herbst: INHEAVEN überzeugten mich nicht. Genauso wenig wie Bleached im Juni in Lüttich. Es waren die schwächsten Konzerte des Jahres.

The Jesus and Mary Chain – Köln, 25.04.2017
Bleached – Lüttich, 26.06.207
INHEAVEN – Köln, 27.10.2017

Startete das Jahr mit viel Frietjes, so war das leider nicht symptomatisch für die restlichen Monate. Holland (Weezer und TaxiWars) und Belgien (Buffalo Tom, Grizzly Bear, dEUS und Bleached) kamen etwas zu kurz. Ich sag nur: ich war nicht in der Botanique. Eine Schande! Als kleiner Trost möchte gelten, dass ich dafür zum ersten Mal das feine Den Atelier in Luxemburg besuchte. Interpol und ihr Albumkonzert führten mich hierhin.

Buffalo Tom – Maastricht, 07.06.2017
Interpol – Luxemburg, 19.08.2017
Grizzly Bear – Brüssel, 14.10.2017
Weezer – Tilburg, 21.10.2017
TaxiWars – Heerlen, 12.12.2017

Ach, und Paris. Zum ersten Mal ein Konzert in der französischen Hauptstadt. Kann man machen!

Thurston Moore – Paris, 11.03.2017

A pro pos. Das Konzept Albumkonzert sah und hörte ich 2017 sehr oft: Interpol, Kate Nash, Buffalo Tom, Kraftwerk, Heather Nova. Es waren mehr als in den letzten Jahren. Heather Nova spielte Oyster, Kraftwerk zur Tour de France Eröffnung Tour de France, Buffalo Tom Let me come over, Kate Nash Made of Bricks und Interpol Turn on the bright lights. Und dann waren da ja noch die beiden Lieblingsplatte-Konzerte von Blumfeld (Ich-Maschine) und den Flowerpornoes (Red‘ nicht von Straßen, nicht von Zügen)

Interpol – Luxemburg, 19.08.2017
Kraftwerk – Düsseldorf, 01.07.2017
Kate Nash – Düsseldorf, 17.08.2017
Heather Nova – Heerlen, 28.10.2017
Lieblingsplatte Festival – Düsseldorf, 15./16.12.2017

Und nochmal zurück zu den abgelegten Scheuklappen: Meine Jazzkonzerte waren allesamt verdammt gut: Mélanie de Biasio, TaxiWars, das Howe Gelb Trio (das sich als Quartett herausstellte) und ExEye; die Bandbreite hätte nicht größer sein können.

Ex Eye – Köln, 30.10.2017
Mélanie de Biasio – Köln, 14.11.2017
Howe Gelb Trio – Dortmund, 30.11.2017
TaxiWars – Heerlen, 12.12.2017

Mein schönster Konzertabend fand in Kopenhagen statt. Interpol spielten im herausragend designten DR Koncerthuset. Der optische Eindruck des Saals und des gesamten Gebäudekomplexes entschädigte für die ungünstigen Sitzplätze im Oberrang. Aber wenn Interpol Turn on the bright lights spielen, dann sind die Konzerte schnell ausverkauft und ich schätzte mich glücklich, überhaupt ein Ticket ergattert zu haben.

Interpol – Kopenhagen, 27.08.2017

Zum Schluss meiner Jahreszusammenfassung möchte ich es nicht missen, doch ein paar Ausrufezeichen hinter Konzerte zu setzen, die mich sehr, sehr begeistert und beeindruckt haben:

Spoon! Destroyer! King Krule! Gorillaz! Midnight Oil! Chilly Gonzales & Jarvis Cocker! dEUS! Ex Eye! Sam Prekop & John McEntire! Buffalo Tom!

dEUS – Antwerpen, 10.02.2017
Chilly Gonzales & Jarvis Cocker – Hamburg, 17.03.2017
Sam Prekop & John McEntire – Köln, 09.05.2017
Buffalo Tom – Maastricht, 07.06.2017
Midnight Oil – Köln, 21.06.2017
Gorillaz – Köln, 20.06.2017
Spoon – Köln, 03.07.2017
Ex Eye – Köln, 30.10.2017
Destroyer – Düsseldorf, 19.11.2017
King Krule – Köln, 01.12.2017

Damit hätte ich dann meine TOP 10.

frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."

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