- Seit 2002 Dinge über Musik und so -

Foo Fighters; Köln, Palladium 8.12.02
Ohne grossartige Erwartungen hatte ich mir die Konzertkarte gekauft. Die Erinnerung an das E-Werk Konzert vor Jahren war nur noch spärlich vorhanden. Aber via TV – ich hatte im Vorfeld öfters Ausschnitte vom FF Gebäude 9 Konzert im Sommer gesehen – wurde man gehörig auf dieses Ereignis eingestimmt. Und, die neue CD ist gut und Supergrass (special guest) sowieso.
Was sie zwischen 20.00 und 21.00 Uhr eindruckvoll bestätigten. Eine nette, unterhaltsame Show eröffnete diesen Konzertabend. Supergrass haben mich so überzeugt, dass ich zu ihren Soloshows gehen werde, wenn sie denn nochmal im Lande sind. Gegen 21.30 Uhr starteten dann die Foo Fighters.Und wie! Es war einer der besten Konzertstarts, die ich erlebt habe. Nach dieser furiosen ersten Viertelstunde war die Mehrzahl der Menschen im ausverkauften Palladiums glücklich und zufrieden. Ich auch! Und in netter freundlicher Atmosphäre gings dann auch weiter. Nach guten 2 Stunden, in denen Dave Grohl und Co eine wunderbare Show abgeliefert hatten, war dieser Abend vorbei. Mein Kollege kaufte sich noch ein T-Shirt für 10 Euro, und wir fuhren nach Hause.

Oasis; Stuttgart, Messezentrum B 28.11.02
Auf nach Stuttgart! Am Donnerstag Morgen begann meine kleine Konzertreise. Sie führte mich über die A61, A 6 und A 81 direkt zum IB Gästehaus in Stuttgart. Gegen 16 Uhr, jaja, einige Pausen zwischendurch müssen sein, stellte ich meine Tasche aufs Hotelbett. Es blieb noch ein bischen Zeit, um Richtung Innenstadt zu wandern und eine Brezel zu kaufen. Mehr war aber nicht drin, ich musste noch die Bahnverbindung zur Messe abchecken. Da ich nicht genau absehen konnte, wie lange die Fahrt mit der U- Bahn dauern würde, machte ich mich so gegen halb sieben auf den Weg. Österreichischer Platz- Hbf – Killesberg / Messe. Gegen Viertel nach sieben war ich da. Raus aus der Bahn, rein in die Halle. Diese war zu diesem Zeitpunkt zu einem Drittel gefüllt. Kurz nach halb acht. Erstmal ein Bier kaufen und ein bischen im Vorraum rumgucken. Ich blickte in das typische – zum grössten Teil männliche (geschätzte 80 %) – Oasis Publikum. Oasis sind keine Frauenband!
Ab 20 Uhr stieg die Spannung. Das Publikum wartete auf die Vorband. Die gab es aber heute nicht. Stattdessen betraten gegen halb neun die Oasis- Rowdies die Bühne und stöpselten Kabel und Mikrofone ein. Ein Signal! Es sollte beginnen.21 Uhr. Es war soweit. Das Intro und „Hello“ schallte aus den Boxen. Mein erster Gedanke, es ist ganz schön hell in der Halle.
Oasis wie man sie kennt. Leicht arrogant wirkend, kein Wort zum Publikum. Scheinbar emotionslos und anteilnahmslos spielten sie ihr Set. Tja, so sind sie nun mal. Liam nuschelte was das Zeug hielt und sein Bruder spielte selbst die grossen Popperlen „Little by little“ und „Don’t look back in anger“ einfach so herunter. Keine grossen Gesten, keine ausergewöhnliche Lichtshow. Einfach nur die Musik.
Das ist es, was die einen an dieser Band fasziniert und die anderen irritiert. Man muss sich halt drauf einstellen und hoffen, dass diese bandeigene Gleichgültigkeit nicht in einem zu schnellen Abgang von Liam endet. Alles schon mal dagewesen. Zum Glück heute aber nicht.
2 Lieder als Zugabe und „Wonderwall“ vom Band! Sowas können sich nur Oasis leisten.
Wir sehen uns in Düsseldorf. Ich freu mich. Exist!

Nada Surf; Köln, Prime Club 21.11.02
Nada Surf die Dritte. Nachdem wir die letzten beiden Nada Surf Konzerte in Köln verpasst hatten, konnten uns heute weder Krankheit noch fahrtechnische Probleme davon abhalten. Also, 21 Uhr Prime Time im Prime Club. Die Vorband, nicht wie versprochen Gemma Hayes, sondern irgendeine deutsche Band aus Berlin, war nicht der Rede wert. Dann aber Nada Surf. Gut gelaunt und voller Enthusiasmus wurde uns (fast) alles geboten, wonach wir uns gesehnt hatten. Der Prime Club war sehr gut gefüllt, die Stimmung war gut. Einzig enttäuscht dürfte der immerwährende „Popular“- Schreier gewesen sein. Er wurde nicht erhört. Ansonsten alle Hits und viel von der neuen CD.
Die nach gut 70 Minuten anstehenden Zugaben standen dann unter dem folgenden Motto:“We play an old one and a new one.“ Und das dreimal. Fantastisch! Bitte wiederkommen!!!

Suede; Köln, Live Music Hall 19.11.02
Ausverkauft ist nicht gleich ausverkauft. Auch Suede waren heute abend ausverkauft, aber es war bei weitem nicht so voll wie bei QOTSA. Was nicht wirklich schlimm war. Eine weitere Augenfälligkeit; es waren sehr viele weibliche Zuhörer im Publikum. Aber das wundert wohl nicht wirjklich jemanden.
Auf der Internetseite hatte ich nachmittags gelesen, dass sich Brett Anderson bei einem Konzert in England den Fuß verletzt hatte, die Tour aber trotzdem nicht absagen wollte. Das Ergebnis war, dass der Suede Sänger das ganze Konzert auf einem Barhocker sitzend abgehalten hat. Zu Beginn hatte ich bedenken, dass das die Stimmung negativ beeinträchtigen könnte. Nach einer halben Stunde wurde ich aber eines besseren belehrt. Das Publikum rockte auch so und lechzte förmlich nach den guten alten Suede Singles. Diese bildeten dann auch die Stimmungshighlights. Egal ob „Trash“, „Animal nitrate“ oder „Beautiful ones“. Und so war auch für mich, da ich eigentlich nur „Suede- Singles“ – Hörer bin, der Wiedererkennungswert gross. Je weiter der Abend fortschritt, desto mehr Mühe hatte Brett Anderson, auf seinem Hocker sitzen zu bleiben. Es war ihm anzusehen, wie sehr es ihn störte, dass er nicht einfach aufspringen konnte, um mit dem Publikum mitzufeiern.
„This is our last song“, sagte Brett Anderson nach einer guten Stunde. „Buhh,….noooo!!!“ antwortete das Publikum.“Well, you know how it works. If you are going mad, we’ll come back and play some more.“ meldete sich der Suede Sänger wieder zu Wort. Gesagt, getan. Nach angenehmen 90 Minuten beendeten die „Beautiful ones“ eben so diesen Abend in Köln. Es hat sich seit ihrem letzten Konzert in Köln nicht viel geändert.
Fazit: Suede sind ein garant für schöne Konzertabende in loungiger Atmosphäre. Auch für nicht so grosse Fans.

Queens of the Stone Age; Köln, Live Music Hall 12.11.02
Voll, voller, Live Music Hall. So steigert man am heutigen Abend „voll“. Die Live Music Hall platze aus allen Nähten. Was sagt wohl die Feuerwehr dazu? Gegen fünf vor acht betraten wir die Konzerthalle, die jetz schon einen ausverkauften Eindruck machte, und hörten die letzten Klänge von Surrogat, ne gute deutsche Band. Wir schlengelten uns durch bis zur Höhe des Mischpults, wo es schon zu so früher Stunde stickige Luft herrschte. Millionaire, die eigentliche Vorband betrat nach zwanig Minuten die Bühne. Nach weiteren 15 Minuten wurde es mir zu ungemütlich, und ich verzog mich in die hinteren Bereiche der Live Music Hall. Aber dort war es auch nicht viel gemütlicher. Drängende Enge überall. Millionaire beendeten ihr Set, und ich versuchte, mir ein Getränk zu kaufen. Nach zwanzig Minuten hatte ich mich zur Theke vorgekämpft und meine Kölsch in der Hand. Da es mir drinnen zu voll war, suchte ich den weg ins Freie, um dort in Ruhe und frischer Luft auf QOTSA zu warten. Dasselbe machten so zwanzig, dreissig weitere Leute. bei den ersten Klängen von QOTSA wollten wir dann wieder rein, doch unser Unterfangen endete abrupt im hallenzugang. Kein Durchkommen. Zehn Minuten stand ich dort so. Dann endlich beruhigte sich das Publikum ein wenig und es gelang mir, weiter vorwärts zu kommen. Fünftletzte Reihe von hinten und ein Pfeiler im Gesichtsfeld Richtung Bühne waren das Ergebnis. Normalerweise hat man in dieser position raum und Platz, um sich gemütlich postieren zu können, oder um drei Meter nach rechts oder links zu gehen. Nicht hier und heute Abend. Sardinenhafte Enge überall. In der zehnten Reihe kann es nicht anders sein, nur da kommt man nicht hin.
Nach knappen 90 Minuten war es vorbei. „Puhh endlich geschafft“, hörte ich es hinter mir sagen.
Ach ja, QOTSA waren gut, wirklich gut. Mark Lanegan’s Stimme zwar ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, aber das kennt man ja. Gitarrenbrettersoli verlängerten das ein oder andere Stück und machten die kaum zu schlagende musikalische Qualität an diesem Abend aus. Der Wohlfühlfaktor blieb allerdings auf der Strecke. Schade, aber ab und an kann man das in Kauf nehmen. Das sagt alles!!!

Coldplay; Köln, Palladium 08.11.02
Regen über Köln und Euskirchen. Gegen 18.30 Uhr machten wir uns auf den Weg ins Palladium. Erstes Hindernis, ein längerer Zwangsaufenthalt am Autobahndreieck Heumar. Gegen Viertel vor acht trafen wir am Palladium ein. Es schüttete aus Kübeln. Also liess ich meine drei Mitfahrer vor der Tür raus und machte mich auf die Suche nach einem Parkplatz. Da nebenan im E-Werk Pink spielte, war es parkplatztechnisch ziemlich voll. So parkte ich werweisswo und traf gegen 20 nach acht im Palladium ein. Gut das ich noch einen Regenschirm im Auto gefunden habe, so wurde ich nicht allzu nass. Hey, mein erstes Konzert mit Regenschirm! Die Vorband des heutigen Abends, Idlewild, hab ich dadurch verpasst. Na egal; erstmal drei Kölsch für 7 Euro 50 inkl. Pfand besorgen. Gegen 21.15 Uhr ging’s dann los mit Coldplay. Das Palladium war voll, aber vom ersten Augenblick an machte sich eine angenehme Atmosphäre breit. Das Bühnengeschehen wurde dominiert vom Coldplay- Frontmann Chris Martin, der wahlweise mit der Akustikgitarre oder am Klavier rockte. Grossartig!!! Erste Highlights des Abends waren die Singles aus dem ersten Album. „Trouble“ wurde dem Säger von Rammstein gewidmet. Gegen Mitte des Konzerts wurde dem Treiben auf der Bühne noch eins draufgesetzt. Drei grosse Videoleinwände fangen die Protagonisten in schönstem schwarz/weiss ein. Grosses Kino ab diesem Zeitpunkt. Ich selbst war überrascht, dass ich doch einige Texte kannte und leise mitnuscheln konnte. Nach der Fussballspiellänge von 90 Minuten war Feierabend.
Von Glück beseelt und mehr als zufrieden verliessen wir das Palladium. Es war ein schöner Abend, da waren wir uns einig. Bis zum jetzigen Zeitpunk das Konzert des Jahres.

Guided by Voices; Köln, Gebäude 9 06.09.02
Lass es rocken, Baby! So könnte man durchaus das Motto für diesen Abend umschreiben. Ein Abend, der uns nach einigen Umwegen doch noch ins Gebäude 9 führte (Stichwort: Zoobrücke), und der mit einem „Kaugummimaleur“ auf Hose und Beifahrersitz endete. Aber nun zur Geschichte des Abends:
Gary, als Vorband gebucht, nach Aussage des Bassisten nur durch seine guten Kontakte zur VISIONS Redakteurin Tanja Stumpff, wirkten ein wenig überfordert. Die Band um den Jungschauspieler R. Stadlhofer (Stadlhuber?, naja irgendiwe so, zumindest der aus „Crazy“ und „Engel & Joe“) fand nie so richtig ins Konzert. Alles wirkte nervös,zerfahren und unharmonisch. In der Mitte des Sets folgten doch viele den Worten des Sängers („Also ich find’s verdammt heiss hier. Ich würd nach draussen gehen!“), und die Halle leerte sich merklich. Man fand sich draussen vor dem Gebäude 9 ein, um ein letztes Bier vor dem Konzerthighlight des Sommers zu sich zu nehmen. Und hier war es tatsächlich wesentlich angenehmer als drinnen.
Gegen 22.30 Uhr gings dann los. Und es endete so gegen halb ein Uhr. Dazwischen lagen entspannte Minuten bei kraftvollen Gitarrentakten, eingepackt in 2 Minuten Häppchen. Guided by Voices waren live so wie man es erwartet hat. Kraftvoll, kurz und schmerzlos. Roch’n’Rol, Punk, wie immer man es auch nennen mag, hier ging was. Totales Engagement auf der Bühne. Rob Pollard stand keine Sekunde lang still, furchtelte trotz seiner Ü40 permanent mit dem Mikro umher wie Mick Jagger zu seinen besten Tagen.
Binnen kürzester Zeit wabberte die Luft nur noch voller Schweiss und es wurde allen merklich warm. Auch ums Herz herum. Denn Guided by Voices blieben nichts, aber auch gar nichts, schuldig. Alle Hits, alle Kicks wurden präsentiert. Nach zwei Stunden war dann Schicht. Endlich kam man heraus, aus dem mittlerweile stinkenden Schweissloch. Eindeodoriert mit einem Mix aus Schweiss und Nikotin fuhren wir glücklich und zufrieden nach Hause.
Merke: Dr Beckmanns Fleckenlöser entfernen auch hartnäckigste Kaugummiflecken aus Autositzen!

Introducing Festival; Köln, E-Werk 16.08.02
Die Popkomm macht es möglich. Ein wundervoller Kölner Abend mit wundervollen Bands, und einer überraschenden Wendung des Musikkonsums meinerseits. Aber der Reihe nach. Also, der Abend startete um 19.30 Uhr. Wir entschieden aber, erst gegen 21.00 Uhr das E-Werk zu entern. Pünktlich zu Chokebore, dachten wir uns. Und bei der Hitze an diesem tag war es eine gute Entscheidung, denn im E-Werk war es auch zu dieser Stunde noch ziemlich warm. Aber es war noch angenehm leer, und der angegliederte Biergarten war nicht fern. Chokebore waren gut. Ich kannte vorher nicht viel, um nicht zu sagen eigentlich gar nichts, von dieser Band, und das verwunderte mich. Wie konnte diese Band in den letzten Jahren nur unbeachtet an mir vorbeiziehen? An diesem Abend stellte ich fest, Chokebore sind die legitimen Nachfolger von Idaho (Kennt die jemand?). Traurige, sich dahinschleppende Gitarrenmusik, einfach grandios. Ab jetzt werde ich sie beachten! Das diametrale Gegenstück im Anschluss: Phantom Planet. Nun gut, ich kenne die CD, ich wusste aus Konzertberichten was mich erwartet. Von daher eine gute dreiviertel Stunde Bestätigungen. Tocotronic hatte eindeutig die grösste Fangemeinde an diesem Abend, und zum erstenmal wurd es richtig voll im Saal. Mein Gott, haben die sich gewandelt. Vor Jahren traten sie noch im abgewetzten 70er Jahre Trainingsanzug-Cordhosen Look auf und sangen, nein brüllten ihre Gedanken, Sorgen und Frustrationen heraus (Michale Ende, du hast mein Leben zerstört, gesungen von Arne). Heute dagegen immer im dunklen Hemd und manchmal auch im Anzug. Sie werden halt erwachsen, und mit ihnen ihre Musik. Das gefällt! Eine Entwicklung ist deutlich zu erkennen. Und die Menschen, vor allem die weiblichen, mögen es. Tocotronic, Deutschlands wahre Boyband mit „Independent“-Charakter. Und hunderprozentig political correct.
Nach einer zweiten Biergartenpause dann Motorpsycho, die gegen halb eins die Bühne betraten. Unbeschreiblich, diese Band hat soviel Potenzial, das das gar nicht alles raus kann. Wie Tocotronic eine eher unspektakuläre Bühnenshow, aber das ist auch nicht nötig, die Musik wirkt von allein. Und wie! Die eingängigen, leicht poppigen melodien werden immer wieder ergänzt durch lange Gitarrensoli, die einen mitnehmen auf eine Reise nach irgendwo. Doch nach einer guten halben Stunde das: Ich verlasse den Ort und begebe mich nach nebenan, in den kleinen Saal, wo zeitgleich Soulwax (2 many DJ’s) auflegen. Die Samplegeschichten, die ich aus dem Radio kenne (The Strokes meets Christina Aguilera,..), haben mich neugierig gemacht. Nur mal einen kurzen Eindruck gewinnen. Denn verdammt nochmal, nebenan spielen ja Motorpsycho. Doch aus zehn Minuten wurden zwanzig, und aus 20 wurden 40. Und dann blieb ich bis zum Schluss. Es machte einfach Spass, zuzuhören, sich überraschen zulassen, was als nächstes kommen mag. 2 many DJ’s bewiesen ein gutes Händchen.Die Songs und Tracks passten zueinander. alles lief in einem Fluss. Perfekte Übergänge, gute thematische Blöcke. Die Zeit flog nur so dahin. Ich tanzte fast die ganze Zeit. Motorpsycho war vergessen!

Sonic Youth; Köln, E-Werk 11.07.02
Wünsche gehen nicht immer in Erfüllung. So auch nicht an diesem Abend. Es war das dritte Mal, dass ich Sonic Youth live sehen durfte, und wie die beiden anderen Male wurden meine Sehnsüchte nicht erfüllt. „Silver Rocket“ und „Tunic“ wurden nicht gespielt, und diesmal auch nicht „Diamond Sea“. Dafür aber viele Lieder vom neuen Album Murray Street, vorneweg das stark auftrumpfende „The empty page“. Und ein lange nicht mehr gehörtes „Kool Thing“ sowie „Drunken Butterfly“ mit einer lustigen Tanzeinlage von Kim Gordon. Ansonsten bot sich das erwartete Bild. Drei Männer und eine Frau bearbeiten ihre Gitarren bis zum Äussersten. Feedback Orgien und wundervoll ausufernde Gitarrenschrammeleinlagen zauberten immer wieder geniale Melodien hervor.Schönste Gitarrenklänge wie sie nur Sonic Youth hervorbringen können. Auf CD schon ein besonderes Hörerlebnis, live erst recht. Das Publikum nahm es dankbar auf. A propos Publikum. der Altersdurchschnitt war nich so hoch, wie ich es im Vorfeld erwartet hatte. Natürlich waren einige Ü30 Personen anwesend, aber doch auch überraschend viele jüngere Menschen, die die Glanzzeit Sonic Youths vor 10, 11 Jahren nicht miterlebt haben dürften wie unser eins. All denjenigen empfehle ich die VHS Cassette „1991 the year punk broke“.

Rheinkultur; Bonn, Rheinaue 29.6.02
Rival Schools sagten kurzfristig ab, Escobar kamen auch nicht. Von daher war es eine kleine Enttäuschung. Aber für umsonst, mein Gott. Und das Essen war lecker. Im übrigen gab es ja noch Die Sterne und Suzanne Vega. Letztere ganz bezaubernd!!!

The Cooper Temple Clause; Köln, Prime Club 28.4.02
Kurz entschlossen habe ich diese Konzertkarte am Samstag nachmittag in Bonn gekauft. Warum ich diese Konzertkarte gekauft habe, weiss ich nicht. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich nur wage die Single „Let’s kill music“. Aber ein Vorabtipp im Kölner Stadtanzeiger hat mich neugierig gemacht auf The Cooper Temple Clause. Die Antwort auf die Frage warum könnte also mit Neugierde beantwortet werden.
Gegen kurz nach neun betraten wir dann den Prime Club, in dem sich so 100 Leute eingefunden hatten. Die Vorband spielte bereits, und sie spielte gut. Eine Mischung aus Buffalo Tom, Jimmy eat world. und den weiteren üblichen Verdächtigen dieses Genres. Leider hab ich den Namen dieser schottischen (oho??!!!) Band nicht erfahren. Wer ihn kennt, bitte mailen!!! Das wäre nett.
Im weiteren Verlauf des Abends ging es dann eng zu auf der kleinen Bühne des Prime Club. Mit sechs Mann füllten The Cooper Temple Clause ab zehn Uhr das Podium. Schnell war mir klar, wohin die Reise geht. Richtung laut und rockig. So etwas in der Art hatte ich ja vermutet. Aber was sich nach fünf bis zehn Minuten herauskristallisierte, überraschte mich dann doch. Lieder, die sich an Vielschichtigkeit zu überbieten versuchten und eine schwere, düstere Klangfarbe mitbrachten. Keine zwei drei Minuten Kracher, sondern kleine musikalische Kurzfilme. Zeitweise fühlte ich mich an Mansun erinnert. The Cooper Temple Clause Mansun in rockig? Vielleicht; dies war zumindest mein erster Gedanke.
Eine bessere Beschreibung kann ich hier leider nicht abgeben. Denn beim ersten Kontakt mit The Cooper Temple Clause blieb doch vieles im Unklaren.
Warum hat einer der Gitarristen permanent den Mund auf? Warum gingen keine Instrumente zu Bruch? Ist eine Rod Stewart Gedächnisfrisur notwendig?
Ich kauf mir mal die CD. Vielleicht seh ich dann klarer.
Die übrigen Menschen im Prime Club machten nach Ende des konzerts einen zufriedenen Eindruck. Zufrieden war ich auch. Ich glaube, ich habe an diesem Abend eine neue Band entdeckt.
Zusatz (eine Woche später): a) die Vorband heisst Biffy Cyro und b) der zweite Kontakt mit TCTC wurde vollzogen (Plattenkritik!!!)

Garbage; Köln, Palladium 10.4.02
Erste Überraschung am Eingang. Meine Standard Computerausdruck- Eintrittskarte wird doch tatsächlich in eine „richtige“ Karte eingetauscht. Das hab ich schon seit Jahren nicht mehr erlebt. Zweite Überraschung: Das Palladium macht keinen ausverkauften Eindruck, ab Mischpulthöhe ist doch ungewohnter Freiraum zu geniessen. Ich muss noch nicht mal meine Jacke ausziehen, denn schwitzig warm ist es nicht, und wird es auch im weiteren Verlauf nicht. Ein einstündiges DJ Set leitet den Abend ein. Der DJ ist mir allerdings unbekannt und macht die Figur eines unglücklichen Vorgruppenersatzes. Er spielt chill out tracks, wahrscheinlich die unglücklichste Art, wartendes Fussvolk auf ein Konzert einzustimmen. Zum Ende seines Sets gab es dann auch unüberhörbare Pfiffe.
Garbage gaben fast zwei Stunden lang alles. Aber es gelang ihnen nicht, die unsichtbare Mauer zwischen ihnen und dem Publikum zu durchbrechen. Mir schien es so, als ob das Bühnengeschehen in einer anderen Ebene lag, zwar nah, aber doch unnahbar. Vielleicht lag es am zu perfekten Sound, der mehr über den Köpfen schwebte als sich mit dem Publikum zu vermengen. Vielleicht an der hochgepitchten Stimme von Shirley Manson. (Um ihr das Singen zu erleichtern). Bei ihren Ankündigungen zwischen den Liedern merkte man überdeutlich, dass ihre Stimme schon arg in Mitleidenschaft gezogen worden war. Vielleicht aber auch daran, dass ich mich neben dem Mischpult aufgehalten habe, und dort stimmungsmässig nicht mehr allzuviel ging. Gerockt hat das Palladium dort zumindest nicht mehr.

The Strokes; Köln, E-Werk 27.2.02
An einem tristen Februarabend spielte die so genannte neue Rock Hoffnung ein bemerkenswertes Konzert in Köln.
Als Vorgruppe wurde dem Publikum das dt.-franz. Duo Stereo Total vorgesetzt. Was auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen scheint, stellte sich aber im Verlauf des Programms als logische Koexistenz heraus. Stereo Total sind die deutsche Antwort auf die White Stripes. Nicht nur weil sie als Duo auftreten und der weibliche Part Schlagzeug spielt. Stehen die White Stripes doch für ureigenen amerikanischen Trash- Gitarrenrock mit Independentattitüde, so verkörpern Stereo Total an diesem Abend die moderne Wiedergeburt der urdeutschen elektronischen Musik. Eine Band also, die die musikalische Vergangenheit neu toniert und ins jetzt transformiert. Genau wie die White Stripes. Und damit passten sie ideal zum Motto des Abends. Ideal passte auch die Umbaupausenmusik. Eine Pause, die mal wieder viel zu lang war. Aber es gab gute alte Musik von den Ramones („hey ho, let’s go“ wurde gut mitgesungen) über Michael Jackson bis hin zu Cyndi Lauper. Zu den Klängen von „girls just wanna have fun“ betraten die Strokes die Bühne. New Yorker halten eben zusammen.
Die Strokes präsentierten sich mit typischer New Yorker Coolness. Keine unnötigen Effekte oder Lichtspielereien, keine großen Ankündigungen. Die Bühne lag zeitweise komplett im Nebel, so dass man den Drummer nichtmals sehen konnte. Ein ‚Hello my friends‘ zum Anfang und ein ‚Thanks‘ und ‚Goodbye‘ zum Schluss des Konzertes waren die einzigen Ansprachen an das Publikum. Dazwischen lag das, was man erwarten durfte, Rock vom feinsten. Nicht mehr und nicht weniger. Alle Songs des Debütalbums wurden gespielt, plus drei weitere. Dadurch, dass das Album nur Hits und Ohrwürmer beinhaltet, war das Konzert von Anfang bis Ende auf einem gleichbleibend hohen Niveau. Es blieb keine Zeit zum Verschnaufen. Mit „take it or leave it“ wurde das Konzert nach guten 45 Minuten beendet. Das Licht ging an, Ende. Keine Zugabe. Natürlich nicht. Es war ein gutes Rockkonzert.