| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Eine unspektakuläre Band. Frightened Rabbit ordne ich gerne in die Kategorie der kleinen, feinen, britischen Indiebands, die wenig polarisieren, keinem wehtun, tolle Musik machen und eine enthusiastische Fangemeinde haben.
Heißen sie nun Sky Larkin, Los Campesinos!, Johnny Foreigner oder We were promised jetpacks. Jede für sich interessant, unterschiedlich und nett anzuhören, ähnlich sind sie trotzdem irgendwie.
Am Samstagabend hieß die unspektakuläre Indieband Frightened Rabbit und ich dachte mir so: ach, die kannste dir ja mal anschauen. Schaden kann es ja nicht.
Die in die gleiche Kategorie einzuordnenden Eight legs, die zeitgleich auf der anderen Rheinseite auftraten, hatten somit an diesem Abend das Rennen verloren. Ich entschied mich aus einer Laune heraus für die Indieschotten, und damit für die 10 Minuten kürzere Bahnfahrt und das gewährleistete, luxortypische Samstagabendkonzertende von spätestens 22 Uhr. „Dann klappt es vielleicht noch mit ein wenig Fußball im aktuellen Sportstudio“, dachte ich vorausschauend. Auch First Aid Kit ließ ich außen vor. Das die Skandinavierinnen heute im Studio spielen fiel mir wieder ein, als ich eine häufig auf Indiefolkkonzerten antreffende Person die Stufen zum Gleis am Kölner Südbahnhof hoch hetzen sah. Ich vermutete, dass er den Zug in Richtung Köln West erhaschen wollte. Doch die Bahn war schon weg, jetzt könnte es eng werden mit dem pünktlich vor Ort sein.

Ich bin nicht sonderlich gut auf den Abend vorbereitet. Von den drei Alben der fünf Schotten kenne ich kein einziges. Ich hatte nachmittags in vier oder fünf Songs auf ihrer mySpace Seite hineingehört. Das musste genügen und es reichte mir allemal, um eine kleine Vorahnung vom Klang und Stil der Band zu erhalten. Was ich hörte, klang vielversprechend. Vom Rest wollte ich mich überraschen lassen.
In guten Momenten funktioniert diese Herangehensweise sehr, und es ist mir schon das eine oder andere Mal passiert, dass ich während eines Konzerts zum großen Fan einer Band werde.
Regelrecht ernüchternde Augenblicke gab es bisher nicht, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es sie auch nie geben wird. Höchstens leicht enttäuschende.
Nun denn, bei den Frightened Rabbits funktionierte es leider nicht. Ich wurde kein Fan der Band. Das Konzert war nicht meins. Nach einer halben Stunde kam mir ihr Set wie ein großer Einheitsbrei vor. Die Songs schienen mir austauschbar, sie fluteten nichtssagend dahin. Wo war ein Überraschungsmoment, das besondere, etwas, das sich ein wenig hervorhebt und mich aufrüttelt. Noch wartete ich vergebens, und auch nach einer guten Stunde hatte ich den Augenblick nicht gefunden. Weitersuchen war danach nicht mehr möglich, denn das Konzert war zu Ende.
Einzig hängen geblieben ist mir dies: Frightened Rabbit haben einige „Where the streets have no name“ in ihren Songs. Doch die reichten nicht und taugten nicht zum alleinigen Überzeugungsargument. Es fehlte mir ein aha Effekt. Und so schlich das Konzert seinem Ende entgegen ohne in der Erinnerung haftende Situationen.
Ein vertaner Abend war es deswegen natürlich nicht. Es war nur ein Abend, an dem mich Frightened Rabbit nicht überzeugt haben. Schade, vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal.

Multimedia:
Foto: Markus Thorsen via flickr

Kontextkonzerte:
Los Campesinos! – Köln, 13.03.2010
Sky Larkin – Köln, 25.02.2009
Sky Larkin – Zürich, 02.03.2009

frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."