- Seit 2002 Dinge über Musik und so -

Quicksand – Köln, 15.11.2017

Ich mag die Stimme von Walter Schreifels, so schrieb ich es letzte Woche unter einen Facebookpost, nachdem ich die aktuelle Single aus Interiors geteilt hatte. Das war just der Momente, als ich mich entschied, dass Konzert von Quicksand zu besuchen. Quicksand, vielleicht muss ich das erwähnen, nachdem ich vor einigen Tagen schon mal danach gefragt worden bin, haben eigentlich das Post-Punk-Post-Hardcore Genre Emo miterfunden.

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Mélanie de Biasio – Köln, 14.11.2017

Wenn ich so darüber nachdenke, finde ich es erstaunlich, dass ich Mélanie de Biasio nun zum dritten Mal sehe. Warum? Nun, weil zum einen die Belgierin nicht regelmäßig unterwegs ist (schon gar nicht in Deutschland) und zum anderen ihr musikalisches Schaffen so richtig erst vor vier Jahren mit dem Album No deal begann. Beim Recherchieren in meinem Konzertarchiv merkte ich dann, dass die beiden Konzerte im selben Jahr stattfanden, es sich also um Auftritte im Rahmen von ein und derselben Tour bzw. Plattenveröffentlichung handeln musste. Weiterhin relativiert wird die Häufigkeit der beiden Konzerte innerhalb von wenigen Monaten dadurch, dass es sich bei einem Auftritt um einen Festivalgig handelt und beim anderen um einen Supportslot.

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Torres – Köln, 13.11.2017

Googlet man nach Torres, sieht man erstmal nur Fernando. Dem sehr überschätzten spanischen Stürmer mit Spielzeiten bei Atlético, Chelsea und Liverpool gehören die ersten Sucheinträge; weiter  unten taucht die Webseite torreslovesyou.com auf, die Homepage der Sängerin Mackenzie Scott. Torres loves you, wie nett. Torres (nicht Fernando) kenne ich aus Barcelona. Beim Primavera Sound Festival 20015 war ich so fasziniert von der Amerikanerin, dass ich mir gleich zwei ihrer Konzerte anschauen musste: freitags auf dem Festivalgelände auf der Pitchfork Bühne und Sonntagnacht in einem Klub in Barcelona.

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!!! – Köln, 05.11.2017

Chk Chk Chk oder !!!. Ganz wie es die Syntaxvorschriften der digitalen Datenverarbeitung und Dokumentenspeicherung in den diversen Datenbanken erlauben und zulassen. Sonderzeichen in Dateinamen, dann bitte !!!, ansonsten die Wortlautersetzung Chk Chk Chk. Hierbei kann, das lehrt mich erneut das Musikportal Wikipedia, der Bandname !!! als beliebige Reihenfolge dreier wiederholter Laute ausgesprochen werden. Chk Chk Chk ist die Möglichkeit, die sich etabliert hat, auch, weil die New Yorker sie selbst verwenden.

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Ex Eye – Köln, 30.10.2017

Colin Stetson. Ich habe ein Faible für diesen Mann, seit ich ihn vor ein paar Jahren auf dem Primavera Sound im Auditori gesehen habe. Colin Stetson spielt Bass Saxophon, ein Instrument, das mir bis dahin relativ selten über den Weg lief. Aber was der Mann, der unter anderem auf den Arcade Fire von Neon Bible bis Reflektor mitgewirkt hat und auch auf Bon Ivers und Animal Collectives letztem Album zu hören ist, im Auditori mit diesem Instrument anstellte, ließ mich mit offenem Mund zurück. Wie schafft man es nur, nur durch Lungenkraft so irre und wilde und langanhaltende Töne mit einem Saxophon zu produzieren, ohne einen Lungenkollaps zu erleiden?

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Heather Nova – Heerlen, 28.10.2017

Meine erste Begegnung mit Heather Nova war im August 1994 im E-Werk. Es war im Rahmen des Big Cat Five Festivals. Fünf Bands, darunter Pavement, Blumfeld, Cop shoot cop und zwei weitere Bands, die mich so überzeugten, dass sie mir länger im Gedächtnis blieben: Lotion und Heather Nova. Von Lotion habe ich seitdem nie mehr was gehört und gesehen, von Heather Nova schon. Nach dem Minifestival kaufte ich mir ihr Livealbum Blow. Für elend viel Geld. 32,95 DM zeigt das Preisschild auf der Rückseite des Jewelcase. Seinerzeit, als die meisten CDs unter 30 Mark kosteten, ein stolzer Preis. Auf Blow sind die überragenden Liverversionen von „Sugar“ und „Maybe an Angle“ und zeigen Heather Nova als gitarrenlastige Band, die melancholischen und dunkleren Indierock spielt. Damals fragte ich mich, wie eine junge Frau, die von der ausgewiesenen Sonnen- und Schönwetterinsel Bermudas stammt, so eine herbstliche und triste Musik machen kann. Nachdem Oyster veröffentlich wurde und den verdienten Erfolg einheimste, wurde Heather Nova sowas wie das Indie-Pendant zu Sheryl Crow und Alanis Morissette.

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INHEAVEN – Köln, 27.10.2017

So jung und bereits Geschichte? Da stimmt doch was nicht. Der Suchalgorithmus von setlist.fm wirft bei meiner Suchanfrage nach der englischen Band INHEAVEN scheinbar einiges durcheinander. 'This artist only exists for historical reasons.' Aha und wie, historical reason?! INHEAVEN sind doch aktiver denn je. Statt nach INHEAVEN möge ich bitte nach INHEAVEN suchen. Oh je, es wird nicht einfacher… Als ich vor einigen Wochen das Reeperbahnfestival vorbereitete und ich mir namentlich interessant klingende Bands anhörte, blieb ich unter anderem auch bei der englischen Band INHEAVEN hängen. Grunge, Alt. Rock, Jesus and Mary Chain Song notierte ich mir hinter dem Namen der Band auf meinem Festivalzeitplankalender.

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Weezer – Tilburg, 21.10.2017

Es ist ja häufig so: einige Menschen sieht man jahrelang nicht und dann überraschenderweise kurz hintereinander zweimal. War die vierköpfige Familie ein paar Meter neben mir nicht auch vor einem Jahr in der Amsterdam Arena, um sich Weezer anzuschauen? Nach kurzer Überlegung war klar, ja, das waren doch die, deren jüngster Sohn noch vor der Vorband keine Lust mehr hatte, vorne am Gitter zu stehen und so lange quengelte, bis sich seine Mutter erbarmte, und mit ihm auf die hinteren Sitzplätze abzog. In Tilburg sollte er durchhalten, und so auch der Mama die Gelegenheit geben, Weezer aus nächster Nähe zu bejubeln.

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Grizzly Bear – Brüssel, 14.10.2017

Nach meinem letzten Grizzly Bear Konzert waren die Radkappen weg. Die Kölner Essigfabrik liegt schön schaurig am Rand eines Industrieareals in der Nähe des Rheins. Nachdem ich die ÖPNV Anfahrtszeiten studierte, entschied ich mich, mit dem Auto zu fahren. Rund um das ehemalige Aurora Werk sollte sich doch eine Parkmöglichkeit finden lassen. Und richtig, es gab dort, abseits der Hauptverkehrsstraße und im Dunkeln gelegen, einen Parkstreifen, der auch schon eifrig beparkt wurde. Ich stellte mein Auto dazu. Und dachte mir nichts dabei. Die Abschleppgefahr schien hier nicht gegeben, das ist immer meine größte Sorge. Doch drei Stunden später schaute ich ungläubig. Nein, das Auto stand noch an seinem Platz, nur erkannte ich das nicht sofort. Als ich per Fernöffnung die Türen entriegelte und das Innenlicht aufleuchtete, wunderte ich mich, dass der untere Teil des Fahrzeugs dunkel war. ‘Warum ist es an den Reifen so dunkel‘, fragte ich mich. Warum reflektiert das Mondlicht nicht wie gewohnt an den silbernen Radkappen?

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Way back when Festival – Dortmund, 29.09. bis 01.10.2017

Für das Way back when in Dortmund hatte ich im frühen Vorverkauf ein drei Tages Ticket gekauft. Dass ich dann jedoch nur an zweiTagen vor Ort war, hatte logistische Gründe: ich wollte einfach nicht an drei Tagen nach Dortmund fahren. Das wäre mir zuviel und zu aufwendig, und so entschied ich, den Way back when Freitag sausen zu lassen. Das erschien mir am sinnvollsten (und vernünftigsten). Samstag wollte ich unbedingt unbedingt Portugal.The Man und Waxahatchee sehen, das war uneingeschränkt gesetzt. Und als für den Sonntag die Ducktails angesetzt wurden, war auch die Frage ob nun noch der Freitag oder der Sonntag dazukäme, schnell geklärt.

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Reeperbahnfestival – Hamburg, 23.09.2017

Der Elbphilharmonietag. Als ich vor Wochen das Festivalticket kaufte war auch ein Grund für den Kauf des Vier-Tages-Tickets der, dass im Preis ein Konzert in der Elbphilharmonie enthalten ist. Zur Auswahl standen Dillon, Owen Pallett & stargaze oder Daniel Brandt & Eternal something. Da gab es kein langes Zögern: Owen Pallett, den ich bisher eher als Langweiler einstufte, könnte in der Philharmonie gut funktionieren. Vielleicht zu gut, um das zu verpassen. Also: Owen Pallett & stargaze waren für den Samstag gesetzt. Ohne Wenn und Aber. Komme dazwischen, was da wolle.

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Reeperbahnfestival – Hamburg, 22.09.2017

Newton Faulkner kennt man. „Dream catch me“ kennt man. Singersongwriter Melodien. Vor dem N-Joy Bus ist es rappelvoll, als der Engländer um 14 Uhr die Bühne betritt. Eine Gitarre, mehr braucht er nicht, um seine tolle Stimme zu unterstützen. „Dream catch me“ klingt famos, genauso wie sein schon etwas älteres Massive Attack Cover „Teardrops“, das anschließend den Moderator Jan Kuhlmann zu verbalen Jubelstürmen hinreißt und auch den Kiezrocker (Hamburger Original!) vorne rechts, der vorher noch laut rumkrakeelt hat, was das denn hier für eine Scheiße sei, zum Schweigen und applaudieren bringt.

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Reeperbahnfestival – Hamburg, 21.09.2017

Kill J kommt auf Krücken. Wie weiland Dave Grohl, wie der Moderator am N-Joy Festival Bus anmerkte. Der N-Joy Festivalbus steht an einem Ende des Spielbudenplatzes, dem großen und allen zugänglichen Festivalplatz, der mehrere, ich schätze vier, fünf kleine Bühnen beheimatet. Der Spielbudenplatz ist der Hauptort und Treffpunkt des Reeperbahnfestivals. An ihn grenzen die meisten Klubs und Spielstätten, auf ihm finden sich die Merchstände, Essbuden und weitere kleine Bühnen. Er ist mein erster Anlaufpunkt in St. Pauli, nachdem der Tickettausch am Abend zuvor im Festival Village sehr schnell und reibungslos geklappt hat. Das Festival Village ist der nur für Festivalteilnehmer abgeschlossene Open Air Bereich des Reeperbahnfestivals.

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Ducktails – Köln, 14.09.2017

St. Catherine ist eines meiner Lieblingsalben des letzten Jahres. „Headbanging in the mirror“, „Into the sky“, „Surreal Exposure" sind herausragend schöne Songs, die mich im letztjährigen Frühjahr sehr oft auf der ein oder anderen Autofahrt begleitet haben. St. Catherine ist das fünfte Album der Ducktails, einer Indiepopband aus New Jersey. ihre musikalische Reise begann 2009 mit dem Album Landscapes. 2011 sah ich die Band um den ehemaligen Real Estate Gitarristen Matt Mondanile zum ersten - und bisher einzigen - Mal.

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Band of Horses – Köln, 06.09.2017

Ich probiere es einfach noch einmal. Auch wenn Konzerte der Band of Horses nicht besser werden können als damals in der Kulturkirche. Das ist ein Fakt, ein Gedanke, der für mich abgeschlossen und unverrückbar in Zement gegossen ist. Das Kulturkirchenkonzert der Band of Horses, mir läuft es jetzt noch eiskalt vor den Rücken herunter. Sie schenkten mir damals das Konzert meines Lebens. Erst im letzten Jahr sah ich die Amis im Gloria. Damals wie heute kamen die Mannen für ein paar Gigs nach Deutschland. Damals wie heute schwebte das Kulturkirchenkonzert in meinem Kopf umher, als ich mich auf den Weg machte. Damals wie heute war ich mir sehr bewusst, besser werde ich sie nie mehr sehen.

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