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Grizzly Bear – Brüssel, 14.10.2017


Nach meinem letzten Grizzly Bear Konzert waren die Radkappen weg. Die Kölner Essigfabrik liegt schön schaurig am Rand eines Industrieareals in der Nähe des Rheins. Nachdem ich die ÖPNV Anfahrtszeiten studierte, entschied ich mich, mit dem Auto zu fahren. Rund um das ehemalige Aurora Werk sollte sich doch eine Parkmöglichkeit finden lassen. Und richtig, es gab dort, abseits der Hauptverkehrsstraße und im Dunkeln gelegen, einen Parkstreifen, der auch schon eifrig beparkt wurde. Ich stellte mein Auto dazu. Und dachte mir nichts dabei. Die Abschleppgefahr schien hier nicht gegeben, das ist immer meine größte Sorge. Doch drei Stunden später schaute ich ungläubig. Nein, das Auto stand noch an seinem Platz, nur erkannte ich das nicht sofort. Als ich per Fernöffnung die Türen entriegelte und das Innenlicht aufleuchtete, wunderte ich mich, dass der untere Teil des Fahrzeugs dunkel war. ‘Warum ist es an den Reifen so dunkel‘, fragte ich mich. Warum reflektiert das Mondlicht nicht wie gewohnt an den silbernen Radkappen?

Way back when Festival – Dortmund, 29.09. bis 01.10.2017


Für das Way back when in Dortmund hatte ich im frühen Vorverkauf ein drei Tages Ticket gekauft. Dass ich dann jedoch nur an zweiTagen vor Ort war, hatte logistische Gründe: ich wollte einfach nicht an drei Tagen nach Dortmund fahren. Das wäre mir zuviel und zu aufwendig, und so entschied ich, den Way back when Freitag sausen zu lassen. Das erschien mir am sinnvollsten (und vernünftigsten). Samstag wollte ich unbedingt unbedingt Portugal.The Man und Waxahatchee sehen, das war uneingeschränkt gesetzt. Und als für den Sonntag die Ducktails angesetzt wurden, war auch die Frage ob nun noch der Freitag oder der Sonntag dazukäme, schnell geklärt.

Reeperbahnfestival – Hamburg, 23.09.2017


Der Elbphilharmonietag. Als ich vor Wochen das Festivalticket kaufte war auch ein Grund für den Kauf des Vier-Tages-Tickets der, dass im Preis ein Konzert in der Elbphilharmonie enthalten ist. Zur Auswahl standen Dillon, Owen Pallett & stargaze oder Daniel Brandt & Eternal something. Da gab es kein langes Zögern: Owen Pallett, den ich bisher eher als Langweiler einstufte, könnte in der Philharmonie gut funktionieren. Vielleicht zu gut, um das zu verpassen. Also: Owen Pallett & stargaze waren für den Samstag gesetzt. Ohne Wenn und Aber. Komme dazwischen, was da wolle.

Reeperbahnfestival – Hamburg, 22.09.2017


Newton Faulkner kennt man. „Dream catch me“ kennt man. Singersongwriter Melodien. Vor dem N-Joy Bus ist es rappelvoll, als der Engländer um 14 Uhr die Bühne betritt. Eine Gitarre, mehr braucht er nicht, um seine tolle Stimme zu unterstützen. „Dream catch me“ klingt famos, genauso wie sein schon etwas älteres Massive Attack Cover „Teardrops“, das anschließend den Moderator Jan Kuhlmann zu verbalen Jubelstürmen hinreißt und auch den Kiezrocker (Hamburger Original!) vorne rechts, der vorher noch laut rumkrakeelt hat, was das denn hier für eine Scheiße sei, zum Schweigen und applaudieren bringt.

Reeperbahnfestival – Hamburg, 21.09.2017


Kill J kommt auf Krücken. Wie weiland Dave Grohl, wie der Moderator am N-Joy Festival Bus anmerkte. Der N-Joy Festivalbus steht an einem Ende des Spielbudenplatzes, dem großen und allen zugänglichen Festivalplatz, der mehrere, ich schätze vier, fünf kleine Bühnen beheimatet. Der Spielbudenplatz ist der Hauptort und Treffpunkt des Reeperbahnfestivals. An ihn grenzen die meisten Klubs und Spielstätten, auf ihm finden sich die Merchstände, Essbuden und weitere kleine Bühnen. Er ist mein erster Anlaufpunkt in St. Pauli, nachdem der Tickettausch am Abend zuvor im Festival Village sehr schnell und reibungslos geklappt hat. Das Festival Village ist der nur für Festivalteilnehmer abgeschlossene Open Air Bereich des Reeperbahnfestivals.

Ducktails – Köln, 14.09.2017


St. Catherine ist eines meiner Lieblingsalben des letzten Jahres. „Headbanging in the mirror“, „Into the sky“, „Surreal Exposure“ sind herausragend schöne Songs, die mich im letztjährigen Frühjahr sehr oft auf der ein oder anderen Autofahrt begleitet haben. St. Catherine ist das fünfte Album der Ducktails, einer Indiepopband aus New Jersey. ihre musikalische Reise begann 2009 mit dem Album Landscapes. 2011 sah ich die Band um den ehemaligen Real Estate Gitarristen Matt Mondanile zum ersten – und bisher einzigen – Mal.

Band of Horses – Köln, 06.09.2017


Ich probiere es einfach noch einmal. Auch wenn Konzerte der Band of Horses nicht besser werden können als damals in der Kulturkirche. Das ist ein Fakt, ein Gedanke, der für mich abgeschlossen und unverrückbar in Zement gegossen ist. Das Kulturkirchenkonzert der Band of Horses, mir läuft es jetzt noch eiskalt vor den Rücken herunter. Sie schenkten mir damals das Konzert meines Lebens. Erst im letzten Jahr sah ich die Amis im Gloria. Damals wie heute kamen die Mannen für ein paar Gigs nach Deutschland. Damals wie heute schwebte das Kulturkirchenkonzert in meinem Kopf umher, als ich mich auf den Weg machte. Damals wie heute war ich mir sehr bewusst, besser werde ich sie nie mehr sehen.

Interpol – Kopenhagen, 27.08.2017


Ein bisschen Elbphilharmonie in Kopenhagen. Auf der Reise nach Kopenhagen lese ich, dass der Bau des Konzerthauses in Kopenhagen einige Parallelen zur Entwicklung der Elbphilharmonie aufweise. Es gab, Bauprobleme, Verzögerungen, Fehlkalkulationen. Das DR Koncerthuset wurde geplant, um einem neuen Stadtteil ein besonderes architektonisches Bild zu geben. Leider wurde bei den Planungen der Untergrund nicht richtig bewertet, so dass man während der Arbeiten feststellen musste, dass der Boden, auf dem das Gebäude errichtet werden sollte, zu weich ist. Die Kosten stiegen und die Bauzeit wurde um zwei Jahre überschritten. Aber genauso wie bei der Elbphilharmonie gerät all das in Vergessenheit, wenn man vor dem Gebäude steht. Es ist ein wahnsinnig schönes Stück Architektur, dass sich gut in die Umgebung, das Konzerthaus ist Teil des Baukomplexes des dänischen Rundfunks, integriert.

Car Seat Headrest – Dortmund, 21.08.2017


Sommerzeit ist Festivalzeit. Unzählige Bands fliegen über den großen Teich und spielen sich in Europa Wochenende um Wochenende die Finger wund. Sind die Freitag- bis Sonntagabende so meist verplant, bleibt zwischen Festivalauftritten die Zeit, ein paar Klubkonzerte zu geben. Was soll eine Band auch machen, wenn sie Samstag in Paris und das Wochenende drauf in Berlin für Festivalauftritte gebucht ist. 5 Tage Schlafen? Eine Möglichkeit; 5 Tage Städtetripps? Eine andere. Nachhause fliegen? Keine Alternative, wenn man nicht Solange oder Frank Ocean heißt und sich das pendeln leisten kann.

Interpol – Luxemburg, 19.08.2017


Nach dem Konzert sitzen zwei Männer in Anzügen an der Bar des Sabotage. Sie diskutieren mit den Umstehenden. Irgendwann wird es ein bisschen lauter, beim Hinausgehen drehe ich mich nochmals kurz um. ‘Zanken die jetzt wirklich‘, denke ich und verlasse endgültig das Sabotage. Erst später realisiere ich, dass die beiden Minuten zuvor noch auf der Bühne standen und Gitarre und Bass spielten. Momente, die mir im Gedächtnis bleiben. Warum auch immer. Dieser Moment liegt 15 Jahre zurück. 2002 befand sich eine Band Namens Interpol auf Deutschlandtour, um ihr erstes Album Turn on the bright lights zu promoten. Im Herbst des Vorjahres waren sie schon mal da, im Frühjahr 2003 sind sie nochmal zurück.

Kate Nash – Düsseldorf, 17.08.2017


Mitte des letzten Jahrzehnts singt ein junges Mädchen Lieder über Liebe, Beziehungsdinge und das Leben im Allgemeinen. Soweit nichts Besonderes, wären da nicht diese bauernschlauen und dreisten Textpassagen, die seinerzeit viele begeisterten, und der Veröffentlichungsweg, den sie für ihre Musik wählte. Kate Nash veröffentlichte ihre Songs zuerst über das Internet, MySpace war damals das Nonplusultra und Kate Nash wird zusammen mit der Französin SoKo so etwas wie der erste Internetpopstar. Ihr Hit „Foundations“ stand zuerst auf ihrer MySpace Seite, in ihm heißt es zum Beispiel (und damit wieder zurück zu ihren Texten):

Spoon – Köln, 03.07.2017


Spoon. Größtmöglich von mir unterschätzte Band. Als ich sie vor drei Jahren auf dem Primavera Sound sah, hielt die Band aus Texas noch für astreine Briten. Zu sehr erinnerten mich ihr Sound und vor allem die Stimme von Sänger Britt Daniel an alte Britpop Helden. Die erinnerte mich sehr an Alex Turner und die Songs eher an die La’s und Cast als an amerikanischen Indierock. Wenn ich heute ihr aktuelle Album Hot thoughts höre, und ich höre es sehr oft, muss ich über meine damalige erste Einschätzung unglaublich lachen.

Kraftwerk – Düsseldorf, 01.07.2017


Ich mag die Tour de France. Luis Herrera, Greg LeMond waren meine ersten Tour Lieblinge. Oft fieberte ich auf die Übertragung von ARD und ZDF hin, die regelmäßig die letzte halbe Stunde der Etappen mit Zielankunft übertrugen. Also meistens jedenfalls. Manchmal bekam ich auch das Endergebnis erst später mit, wenn die Zielankunft das Übertragungsende von 17.30 Uhr sprengte. Später dann kaufte ich mir von meinen ersten Azubigehältern ein Rennrad, hatte im Cappenberger Berg mein persönliches Alpe d’Huez und schaute in den 1990er Jahren regelmäßig Tour de France und freute mich am neuen fernsehmedialen Übertragungsglanz der Gebirgsetappen. Stundenlang vor dem TV zu sitzen, den Geschichten von Rudi Altig zu lauschen und sich vor allem die interessanten Landschaften (drei Stunden Ausreißergruppen gucken ist auf Dauer schon langweilig) anzuschauen, das war mein großes Hobby.

Bleached – Lüttich, 26.06.207


‘Bleached haben wir ja schon mal gesehen.‘ ‘Nein. Und ich behaupte auch immer, ich hätte die noch nicht gesehen.‘ ‘Doch, doch, im Blue Shell. Vor einigen Jahren.‘ ‘Mhh, oder warste da nicht dabei? Doch da waren wir zusammen.‘ ‘Nein, ich habe die noch nicht gesehen.‘ ‘Sicher? Das ist doch diese Girlieband, oder verwechsle ich die mit wem andern?‘ Wir haben gerade die etwas spooky wirkende Parkgarage verlassen und sind auf der Suche nach dem Club La Zone.

Gorillaz – Köln, 20.06.2017


Und plötzlich steht Damon Albarn vor mir. Reflexartig strecke ich ihm meine Hand entgegen, in die er bereitwillig einschlägt. In diesen Sekunden bin ich wieder der twentysomething Fan, der die Gelegenheit nicht missen möchte, seinem musikalischen Helden nahe zu kommen. Blur, Britpop, du weißt Bescheid. Was hätte ich in den 1990er Jahren für diesen Handschlag gegeben. Aber wir haben 2017, ich bin älter und so ärgere ich mich Sekunden später ein wenig über meine Entscheidung. Damon Albarns Hand ist schwitzig und klebrig, nun kleben auch meine Finger. Waschen geht nicht, die Gorillaz sind noch nicht einmal mit ihrem Albumset durch. Da muß ich jetzt durch.

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Ein Blog über Musikgedanken und Konzertbesuche.

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