- Seit 2002 Dinge über Musik -

Karies – Köln, 08.11.2018

Public Service Broadcasting in Bochum, Jon Spencer in Köln, Tocotronic in Bochum, Karies in Köln. In Sachen Konzertbesuche sind Novembertage Entscheidungstage. ‘Irgendwas mit Zahnarztbesuch‘ schrieb ich nachmittags und fand das amüsant. ‘Zähneputzen nicht vergessen‘ hallte es mir entgegen, als ich erzählte, dass ich zu Karies gehe.

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BIME Live Festival – Bilbao, 26. – 27.10.2018

Messehalle 1. Genau, das klingt erstmal übel. Und ehrlich gesagt war das auch mein Eindruck, als wir durch die großen Schwingtüten des Messefoyers in die Halle kamen. Unten spielte bereits eine Band und der Sound auf der Eingangsempore war schrecklich: es war laut, es hallte, es krächzte. Der Geräuschpegel war allgemein gruslig. Wie kann man auch eine - ich schätze mal - 4 Fußballfelder große Messehalle zu einem Konzertort umfunktionieren? Ich hatte schlimmste Befürchtungen für die anstehenden Konzerte.

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Bloc Party – Brüssel, 20.10.2018

Beim dritten Song des Albums Silent Alarm packten mich zwei Wellen von rechts und eh ich mich versah, stehe ich mittig vor der Bühne. Wenn „Banquet“just gespielt wurde, aber mit „Helicopter“ und „Like eating glass“ die beiden absoluten Emo-Höhepunkte des Bloc Party Konzertes noch bevorstehen, ist das ist kein guter Platz für Menschen meines Alters.

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Mono – Heerlen, 17.10.2018

Zu „Breathe“ habe ich endgültig verstanden, dass es eine gute Idee, nach Heerlen zu fahren. Es ist der Moment, in dem Gitarrist Takaakira Goto seinen Lederschemmel umschmeißt, sich auf den Bühnenboden kniet und die Gitarre wie ein Gottesanbeter gegen die Hallendecke reckt. Es wummert und dröhnt im Niewe Nor, der kleine Saal flirrt im Blau- und Weisslicht der Bühnenleuchten.

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The Posies – Heerlen, 12.10.2018

In meiner Kindheit gab es bei uns kaum Kreisverkehre. Spontan kann ich mich an keinen Kreisverkehr erinnern, den ich als Kind mit dem Fahrrad durchqueren durfte. Diese kreuzungsfreie Straßenführung kannte ich nur aus Urlauben in den Niederlanden. Dort waren sie in den 1980er Jahren bei Straßenplanern äußerst beliebt und auf Ausflugsfahrten entsprechend oft anzutreffen. Der Vorteil dieser Art der Verkehrsführung liegt auf der Hand: ruhiger, stetiger Verkehrsfluss und sicheres Einmünden oder Abbiegen.

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Spain – Eupen 30.09.2018

Konzerte in der Provinz. Wenn man wie ich auf dem Land aufgewachsen ist, ist man von klein an das hin und her fahren gewöhnt. Früher erst mit dem Fahrrad eine halbe Stunde in die Stadt zu den Schulkollegen, später dann nachts um zwei Uhr durch Felder und Wälder von merkwürdigen Bauernfeten zurück nach Hause. Noch später dann war das Auto der Eltern ein Segen. So empfinde ich es heutzutage nicht als ungewöhnlich, mit dem Auto in andere Städte zu Konzerten zu fahren.

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Michael Nau & The Mighty Thread – Maastricht, 29.09.2018

Es ist ein Kreuz mit mir und diesem Maastricht. Bisher habe ich mich jedes Mal verfahren, wenn ich mich auf den Weg in die Muziekgieterij gemacht habe.  An diesem Samstag hatte ich mir fest vorgenommen, gegen die Straßenführung der Stadt zu gewinnen und ohne Stadtrundfahrt an der Boschstraat anzukommen. Das ohne Stadtrundfahrt ist mir gelungen, aber dummerweise anders als geplant: Denn stattdessen sah ich mich urplötzlich in Belgien wieder. Wie konnte das passieren? Nun, ich hatte mich ein wenig im Wirrwarr der Baustellenführung rund um die Nordbrücke verfranzte. Uii, nach Belgien wollte ich doch erst am folgenden Tag. Ein bisschen drehen und wenden und hin und her und schnell war der faux pas wettgemacht und die Muziekgieterij geriet in mein Blickfeld. Immerhin - ich verbuche das als Erfolg - bin ich nicht wieder durch den neuen Autobahntunnel bis nach Maastricht Süd gefahren.

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Iceage – Köln, 12.09.2018

Denke ich an Iceage, denke ich zuallererst an Manni das Mammut und Sid das Faultier, die sich durch die letzte Eiszeit quälen und Abenteuer erleben.  Im zweiten Gedankengang kommt mir die Band Iceage in den Sinn, die ich einst am frühen Abend auf einer der Primavera Bühnen gesehen habe. Im Gegensatz zu den spanischen Emo-Punk Bands, die zuvor und danach spielten, bleibt mir ihr Auftritt stärker in der Erinnerung. Warum genau, kann ich nicht sagen. Vielleicht hat es auch etwas mit Manni und Sid zu tun.

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Anna Burch – Köln, 10.09.2018

Das King Georg schließt bald seine Pforten. Also zumindest musikalisch. Die derzeitigen Betreiber hören zum Jahresende auf, las ich die Tage, wie es mit Konzerten im King Georg weitergeht, man hat noch keinen Plan. Ein paar Jahre lang war der ex-Nachtklub mit seiner Nicht-Bühne Hort wunderbarer feiner Musikkonzerte. Ein Liebhaberprogramm von Musikliebhabern, sorgsam und spannend zusammengestellt. Der Satz klingt so richtig wie kitschig. Immer wieder spielten hier neben jungen, neuen Bands auch altsemestrige Indiehelden, von denen man glaubte, sie gäbe es gar nicht mehr.

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Bruis Festival – Maastricht, 31.08.2018

Manchmal passiert nix, manchmal ganz viel. Und wie sich dann entscheiden? Münze werfen? Kosten-Nutzen Analysen aufstellen? Oder einfach losfahren? An diesem Wochenende hieß es also wieder abwägen, überlegen oder einfach losfahren. Gleich einige Festivals standen in meiner Facebook Agenda: die c/o pop in Köln, das Misty Fields in der Nähe von Weert und das Bruis Festival in Maastricht. Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch sie viel letztendlich auf Maastricht und das kostenfreie Bruis Festival. Django Django sollten dort am Freitag headlinen. Grund genug, vorbeizuschauen.

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Destroyer – Köln, 28.08.2018

Der Tag nach dem Bataclan Anschlag war ein Samstag. Ich saß zuhause und überlegte die letzten Stunden, ob es klug, gut und richtig ist, den Abend im Kölner Luxor bei einem Konzert zu verbringen. Zu sehr beschäftigte mich das, was sich in Paris ereignet hat. Andererseits, ich hatte ein Ticket und es spielte nicht irgendwer. Es spielte meine damalige absolute Lieblingsband, deren Album Poison season ich rauf und runter hörte. Ja, ich freute mich wie Bolle auf Destroyer. Nachdem ich später am Tag die Thematik nochmals mit einem Freund am Telefon diskutiert hatte, entschied ich mich, ins Luxor zu gehen.

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Blonde Redhead – Köln, 19.08.2018

Aus mir heute nicht mehr nachzuvollziehenden Gründen besitze ich eine Blonde Redhead CD. Ich vermute, dass 23 seinerzeit relativ verbreitet war und in den Musikmagazinen hochgelobt wurde, wie sonst sollte ich auf die Idee gekommen sein, 23 zu kaufen? Beziehungsweise viel spannender ist die Frage, warum ich außer 23 keine weitere Blonde Redhead Platte besitze Auf beide Fragen habe ich heute keine Antworten.

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Protomartyr – Düsseldorf, 13.08.2018

‘Gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen’ twitterte ich am Montagabend, bevor ich mich auf den Weg nach Hause machte. Protomartyr erlebte ich erst vor ein paar Monaten in einem ausverkauften Gebäude 9. Das Konzert war toll und als sie vor einigen Wochen weitere Konzerte in meiner Nähe ausriefen, war klar, da geh’ ich hin. Egal, wann und wo ich Protomartyr das letzte Mal gesehen habe. Selbst, wenn es gestern gewesen wäre. Denn gute Bands sollte man öfter im Jahr sehen.

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Absolutely free Festival – Genk, 04.08.2018

Gegen den symbolischen Eintritt von drei leeren Batterien. Im Café des Cultuurcentrums der C-Mine sitzen draußen eine Handvoll Leute. Zwei Hobbyradfahrer kommen vorbei und erzählen von ihrer Ausfahrt von Roermond nach Maastricht und zurück. Kann man machen, ist ja flaches Terrain hier, denke ich, und ach, ich bekomme Lust, wieder mehr Rad zu fahren. Erst recht, wenn Kaffeepausen so schön und Stopps so gemütlich sein können wie in dem Genker Kulturzentrum. Die C-Mine haben wir im Frühjahr entdeckt, als in den Sälen des alten Bergwerkes das Little Waves Festival stattfand.

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Primavera Sound Festival – Barcelona, 29.05. – 02.06.2018

A ha, bei Mango verkaufen sie jetzt auch Klamotten. Eine an und für sich banale und belanglose Feststellung, es sei denn, ich treffe sie im Parc del Fòrum auf dem diesjährigen Primavera Sound Festival. Schallplatten, ja, Poster, ja, allerlei Merchandise, ja, was zu essen und trinken, ja klar, aber Klamotten konnte man - abseits von Bandshirts - hier bisher noch nicht kaufen. 2018 geht das also. Dafür suche ich den Stand mit den Ohrstöpseln vergeblich.

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