| Ein Blog über Musik und Konzertbesuche |

Ort: Studio 672, Köln
Vorband: Alt-J

War es ein gutes Konzert, wenn man am Tag danach noch die Textzeilen des letzten Liedes des Abends im Kopf hat und nicht mehr wegbekommt?
Eine rhetorische, aber eine berechtigte Frage. Natürlich war es das, muss es ja gewesen sein. Schlechtem hängt man nicht hinterher. Also folgere ich an diesem Montag nachmittag: das Big Deal Konzert am gestrigen Abend im Kölner Studio 672 muß ein sehr gutes Konzert gewesen sein.
Stimmt, und es fällt mir überhaupt nicht schwer, dieser Schlußfolgerung zu glauben. Big Deal haben mich sehr beeindruckt, und mich ein bisschen sprachlos zurückgelassen. Wie machen die beiden das bloß? Wie zaubern sie mit nur zwei verstärkten Gitarren so schöne, dichte und zugleich locker seichte Melodien? Das war sehr beeindruckend und umwerfend.
Irgendwann während ihres Konzertes wachte ich verträumt auf und merkte: Schlagzeug, Bass, ich vermisse sie gar nicht. Es fehlt nichts im Big Deal Sound. Zwei Stimmen, zwei Gitarren. Das reicht, um mich zu fesseln.
Big Deal sind dabei überall und nirgends. Ich entdecke Mazzy Star, The Jesus and Mary Chain. Noise Pop, im grossen und ganzen. Alice Costelloe (ein toller Name) übernimmt in den Gesangsparts meist die Hauptrolle, aber spätestens ab der Mitte der Songs wirkt KC Underwood als gleichberechtigter Gesangspartner. Synchron singen sie sich durch ihre Songs. An diesem Abend sind es die ihres Debütalbums „Lights out“. Es ist definitiv eines meiner Alben des Jahres, und die Single „Talk“ ist schon jetzt ein TOP 3 Kandidat in meinen Liedercharts.
Mit „Talk“ beenden sie nach guten 40 Minuten ihren Auftritt im Stadtgartenstudio. Zuvor spielten sie ein Cover, das ich aber nicht erkannt habe, und ganz viele weitere tolle Songs. In der Erinnerung sind sie jedoch unscharf. Ich habe den Abend tatsächlich verträumt.
Alt-J. Drücke ich diese Tastenkombination, passiert nichts. Alt-J scheint kein geheimes Windows Tastenkürzel zu sein.*
Alt-J, die Band, begeistert mich nicht durch ihre blöde Flash Animation auf ihrer Homepage („Warning: The 5th option (from the left) contains strobe lighting and could cause seizures.”), aber sie beeindruckte mich gestern Abend als Vorband. Antlers und James Blake, wer wie ich diese beiden Bands/Künstler mag, wird sich auch mit Alt-J anfreunden. Facebook lehrt mich, das die Band, bestehend aus vier Jungs, aus Leeds kommt. Ein Album scheinen sie bisher noch nicht veröffentlich zu haben, im Netz finde ich eine Handvoll Demos.

* gerade lese ich, dass Apple Computer diese Tastenkombination verstehen und sie mit delta gleichsetzt.

Multimedia:
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frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."