Album 2010 – Teenage Fanclub

Teenage Fanclub - Shadow

Was habe ich mich gefreut, als in diesem Jahr einige Teenage Fanclub Konzerte in diesem Land bestätigt wurden.
Die Schotten gehören gut und gerne seit fast zwanzig Jahren zu meinen Lieblingsbands. Bandwagonesque, ihr 1991er Album, fand ich zwar nicht ganz so toll, aber spätestens seit „Thirteen“ und der Singles „Radio“ und „Hang on“ war ich begeistert. Die sehr famose Zusammenarbeit mit De la Soul mal ganz außen vor.
Das ist schon einige Jahre her. In der Zwischenzeit veröffentlichten Teenage Fanclub viele Alben, die mich mal mehr (Grand Prix) mal weniger überzeugten. In diesem Jahr und nach fünf Jahren Pause, erschien nun „Shadow“: Ein Album, das mich mehr überzeugte als zum Beispiel sein Vorgänger Man-made.
Was mehr soll ich sagen, es ist alles wie immert im Teenage Fanclub Kosmos. Auch im fortgeschrittenen Alter schaffen es Norman Blake (Gesang, Gitarre, Keyboard), Raymond McGinley (Leadgitarre, Gesang) und Gerard Love (Bass, Gesang) locker, eine betörend leichte, flockige Melodie nach der nächsten aus den Ärmeln zu schütteln. Und erneut stelle ich mir die Frage: Kann man vor Schottlands Küsten eigentlich surfen?
Teenage Fanclub Musik sagt: Ja, man kann!

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Rolling Stone Weekender – Ostsee, 12.11.2010

Ort: Weissenhäuser Strand, Ostsee
Bands: Midlake, Warpaint, Teenage Fanclub, The National, John Grant

John Grant - Rolling Stone Weekender, 12.11.2010

Tag 1 von 2:

„Das ist so unerträglich hier, ich geh aufs Zimmer.“ Nun, sie ist halt kein Teenage Fanclub Girl.
Es ist kurz nach halb neun und wir stehen in einem sturmumschüttelten Zelt unweit der Ostsee. Vor einer Stunde betraten vier Schotten aus Glasgow die Bühne, die auch gut ins Publikum gepasst hätten.
Es ist Rolling Stone Weekender, und all die, die vorher von einer „Ü30 und für Leute, die auf Festivals nicht mehr campen wollen“ Veranstaltung geredet haben, haben recht. Das Durchschnittsalter ist an den zwei Ostseetagen am Weissenhäuser Strand höher als bei anderen Festivals oder Konzerten.
Aber es gibt kein junges oder altes Publikum, es gibt nur ein gutes oder schlechtes. Und das Publikum ist gut. Es herrscht eine ausnahmslos entspannte Atmosphäre auf der Ferienanlage. Es passt aber auch alles zusammen: Unkompliziertes Einchecken, ausreichend befestigte Parkplätze und ganz wichtig: das Bett nur eine Minute von den drei Bühnen entfernt und Restaurants sowie Supermarkt fußläufig.
Im richtigen Leben ist der Weissenhäuser Strand eine siebziger Jahre Ferienanlage, eingeklemmt zwischen einem Truppenübungsplatz (auf dem ich vor 20 Jahren auch geübt habe) und einem Naturschutzgebiet. Hier findet man alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Der Gebäudekomplex, bestehend aus einem Hotel, drei Apartmenthäusern sowie einer überdachten Galeria mit Restaurants und einigen Geschäften ist eine rundum-sorglos Ferienanlage. Badeparadies, Dschungelland und Minigolfplatz inklusive. Meinen 14-tägigen Urlaub möchte ich hier jedoch nicht verbringen. Musik hören und sehen schon.

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