Album 2010 – Midlake

Midlake - The courage of others

“Mojo – album of the month.” Diese Zeitschrift hat Geschmack!
Midlake waren auch mein erster musikalischer Aufreger 2010. „The Courage of others“ kaufte ich zu Beginn des Jahres, ich glaube es war im Januar, und ich war von Anfang an sehr angetan.
Neugierig geworden auf Midlake bin ich über ihre Single „Rulers, ruling all things“. Ein klasse Song, der mich zum Kauf des Albums zwang und mich beinahe auf eines ihrer Konzerte führte.
Mit „The Courage of others“ öffnete sich ein Genre für mich, dem ich bis dahin (und eigentlich auch noch immer) emotionslos gegenüberstand bzw. -stehe. Die Musik der Bärtebands: Neo Indie Folk Rock, damit konnte und kann ich nicht so viel anfangen.
Midlake, deren zweites Album klanglich genau in diese Schublade passt, haben mich allerdings überzeugt. Charmanter 70er Jahre Rock und 60er Jahre Folk, der mir so wunderbar ins Ohr geht, dass ich dieses Album immer und immer wieder gerne höre.
Ihre melancholischen und unaufgeregten Songs passten gut zum Februarwinterwetter 2010 und stehen auch dem jetzigen Dezemberschnee noch recht ordentlich. Ein Ganzjahresalbum also, zu dem man hervorragend weg dösen kann. Vom ersten Ton an. „Acts of man“ ist so monoton einschmeichelnd, dass einen die Couch förmlich anfleht. Und da es so bedächtig sanft weitergeht, möchte man auch nicht mehr aufstehen. Aber es gibt weiß Gott schlimmeres, als seine Zeit tagträumend auf dem Sofa zu verbringen.
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Rolling Stone Weekender – Ostsee, 12.11.2010

Ort: Weissenhäuser Strand, Ostsee
Bands: Midlake, Warpaint, Teenage Fanclub, The National, John Grant

John Grant - Rolling Stone Weekender, 12.11.2010

Tag 1 von 2:

„Das ist so unerträglich hier, ich geh aufs Zimmer.“ Nun, sie ist halt kein Teenage Fanclub Girl.
Es ist kurz nach halb neun und wir stehen in einem sturmumschüttelten Zelt unweit der Ostsee. Vor einer Stunde betraten vier Schotten aus Glasgow die Bühne, die auch gut ins Publikum gepasst hätten.
Es ist Rolling Stone Weekender, und all die, die vorher von einer „Ü30 und für Leute, die auf Festivals nicht mehr campen wollen“ Veranstaltung geredet haben, haben recht. Das Durchschnittsalter ist an den zwei Ostseetagen am Weissenhäuser Strand höher als bei anderen Festivals oder Konzerten.
Aber es gibt kein junges oder altes Publikum, es gibt nur ein gutes oder schlechtes. Und das Publikum ist gut. Es herrscht eine ausnahmslos entspannte Atmosphäre auf der Ferienanlage. Es passt aber auch alles zusammen: Unkompliziertes Einchecken, ausreichend befestigte Parkplätze und ganz wichtig: das Bett nur eine Minute von den drei Bühnen entfernt und Restaurants sowie Supermarkt fußläufig.
Im richtigen Leben ist der Weissenhäuser Strand eine siebziger Jahre Ferienanlage, eingeklemmt zwischen einem Truppenübungsplatz (auf dem ich vor 20 Jahren auch geübt habe) und einem Naturschutzgebiet. Hier findet man alles, was man für den täglichen Bedarf braucht. Der Gebäudekomplex, bestehend aus einem Hotel, drei Apartmenthäusern sowie einer überdachten Galeria mit Restaurants und einigen Geschäften ist eine rundum-sorglos Ferienanlage. Badeparadies, Dschungelland und Minigolfplatz inklusive. Meinen 14-tägigen Urlaub möchte ich hier jedoch nicht verbringen. Musik hören und sehen schon.

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