Slide- Gitarre, Mundharmonika, Harmonien und eine bedächtige, zerbrechlich wirkende Stimme. Im Hintergrund ein sanftes Schneebesenschlagzeug.
Klingt wie die Beschreibung der letzten beiden Cat Power Alben, ist es aber nicht. Es ist mein Ergebnis des ersten Hördurchgangs des neuen Marie Fisker Albums „Ghost of love“.
Und in der Tat ist es so, wer die letzten beiden Cat Power Alben „Jukebox“ und „The greatest“ kennt, der weiß um den Marie Fisker Sound. Marie Fiskers Melodien sind klassisch, das Songwriting grandios einfach und unkompliziert gehalten. Die Instrumentarisierung weicht nur selten von der traditionellen Linie Schlagzeug, Gitarre, Bass ab. Simpel aber sehr effektiv.
Es macht viel Spaß, sich durch die einzelnen Songs zu hören. „City lights“, „Hold on to this for a while“ oder „My love my honey“ sind einfach klasse. Dabei ist das Album keinesfalls langweilig oder eintönig, falls jetzt jemand aufgrund der vorherigen Beschreibung darauf schließen sollte, im Gegenteil. Es ist toll! Es ist jederzeit spannend und aufregend. Sehr geschickt bedient sich Marie Fisker bei Country und Blues Harmonien, zitiert traumhaft sicher und hält so die Qualität. Ihre schöne dunkle, angeraute Stimme tut ein übriges.
Oh ja, ich bin begeistert. Sehr sogar. Aber ich mag auch Cat Power, PJ Harvey und Mazzy Star. Dies zur einordnenden Erklärung bzw. im Umkehrschluss daraus die logische Folgerung: Wer auf die genannten drei Damen steht, der muss Marie Fisker lieben.
„Ghost of love“ entstand zusammen mit dem Ex-Schlagzeuger der vielleicht bekannten Band the Raveonettes. Zusammen entwickelten sie die zehn Songs des Albums.
Wenn die Platte im August bei uns käuflich erworben werden kann, ist dies Marie Fiskers erste Veröffentlichung außerhalb ihres Heimatlandes Dänemark. Dort erschien das Album bereits im letzten Jahr. Wir sind also 365 Tage hintendran. Und so lernte ich Marie Fisker nicht über ihre Musik kennen, sondern durch ihr Projekt mit dem Techno Produzenten Anders Trentemøller. Ihre eigenen Songs folgen erst jetzt, einige Wochen später. Aber lieber spät als nie.
Und so schwelge ich durch das Album. Ich weiß, ich werde „Ghost of love“ noch sehr oft in diesem Spätsommer und Herbst hören. Wahrscheinlich eher im Herbst, denn in diese Jahreszeit gehört das Album einfach. Laut, wenn man das so nennen kann, wird es in den 46 Minuten zwei Mal. Im letzten Song „Good till now“, ein Duett mit dem Sänger Steen Jorgensen, und ein bisschen in „City lights“. Auch ein Duett, ich weiß jedoch nicht mit wem.
Insgeheim ist Marie Fisker eine Rockband. Eine ganz leise und zerbrechliche. Das Album ist definitiv etwas für LoFi Spießer und andere Singer-/ Songwriter Liebhaber.
K-A-U-F-E-N! Dringend!
Viel Spaß beim hören. Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) Ghost Of Love
02) Seven days
03) Hold on to this for a while
04) Jack of hearts
05) Little light lit
06) My love my honey
07) Devil tears
08) City lies
09) On the brim
10) Good till now
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