St. Vincent – Köln, 19.11.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Cate le Bon

St. Vincent und die Grenadinen ist ein unabhängiger Inselstaat in der Karibik im Bereich der westindischen Inseln. Er ist Mitglied im Commonwealth of Nations und in der Bolivarianischen Allianz für Amerika. Die Inseln liegen südlich von St. Lucia und nördlich von Grenada. Ungefähr 180 km östlich liegt die Insel Barbados.
Der Inselstaat umfasst die Insel St. Vincent und die 32 Inseln der nördlichen Grenadinen, die zu den Kleinen Antillen gehören. Die südlichen Grenadinen mit den Inseln Grenada, Carriacou und Petite Martinique gehören nicht zu St. Vincent und den Grenadinen, sondern zum Staatsgebiet von Grenada. Hauptstadt und größte Stadt des Landes ist Kingstown.

St. Vincent ohne die Grenadinen sind eine amerikanische Band um die Sängerin Annie Erin Clark. Die mittlerweile in New York lebende Künstlerin hat vor wenigen Wochen ihr drittes Album „Strange Mercy“ veröffentlicht und tourt mit diesem im Gepäck durch die Lande. Auch durch unseres und das war Grund genug, am Samstag im Kölner Luxor vorbeizuschauen, um zur besten Sportschau Sendezeit den Fußball Fußball sein zu lassen und statt dessen ins Luxor zu fahren, um die mir bis dahin weitestgehend unbekannte Band anzuschauen.
Doch bevor die vierköpfigen St. Vincent die Bühne betraten, spielte im Vorprogramm eine Waliser Singer/Songwriterin Namens Cate Le Bon, die auch später in der St. Vincent Band als zusätzliche Gesangsstimme Refrains ins Mikrofonsingen sollte. Cate Le Bon einzig veröffentlichtes Album „Me Oh My“ ist bereits 2 Jahre alt, neuere Songs scheint sie derzeit nicht Portfolio zu haben. Wer wie ich Cate le Bon bisher noch nicht kannte, dem sei gesagt: sie singt wie Niko sang.
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Anna Calvi – Köln, 05.10.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Frànçois & The Atlas Mountains

Anna calvi - Köln, 05.10.2011

Anna Calvi singt mit weit aufgerissenem Mund. Klar akzentuiert klingt ihre dunkle Stimme. Oh ja, singen kann die junge Frau aus England, und wenn die Welt gerecht wäre würde sie den nächsten James Bond versoundtracken und nicht ihre Inselkollegen Adele. (Was jetzt nicht heißen soll, dass sie es nicht verdient hätte, Anna Calvi hätte es nur mehr verdient.)
Gitarrespielen kann sie auch. Und wie! Zur großen Freude des jazzangehauchten Publikums. Das ist zahlreich erschienen, das Luxor meldet ausverkauft, und so sind wir an diesem Abend nicht umgeben vom typischen Indiepopkonzertpublikum, und vielleicht ist das ein Grund mit, warum dieser Abend ein nerviger und anstrengender Abend für mich war.
Auch dazu beigetragen haben bestimmt die abgehetzte Anfahrt (Zug verpasst, Lieblingsparkreihe besetzt), der vorangegangene Orthopädenbesuch, die Vorgruppe und viele Aufreger der Woche, die dazu führten, dass es letztlich ein für mich nicht überzeugendes Konzert wurde.
Jeodch der Reihe nach, und dann weiter zur Musik:
Als ich kurz vor neun im Luxor auflaufe, ist der Laden schon gut gefüllt. Das Konzert ist seit Wochen ausverkauft, wenig verwunderlich nach einem tollen Stadtgartenauftritt im Frühjahr (den ich wegen Antriebslosigkeit sausen ließ) und einem überragenden selbst betiteltem Debütalbum der Sängerin (das ich eine lange Zeit intensiv gehört habe).
Das lästige am Luxor ist, dass sich die Waschräume quasi direkt neben der Bühne befinden, und man sich durch den kompletten Konzertsaal kämpfen muss, um dort hinzu gelangen. Für Gäste, die das nicht wissen, erscheinen Waschraumgänger auf den ersten Blick als Vordrängler und Reinquetscher, und so wird ihnen gerne schon mal der Weg Richtung Bühne (und Waschraum) nur äußerst missmutig freigegeben. Sehr schnell wurde mir bewusst, dass an diesem Abend viele Besucher zum ersten Mal das Luxor betraten. Nun gut, geduldige Wortwechsel helfen weiter und irgendwann war das Ziel erreicht. Eigentlich eine belanglose Sache, wenn ich nicht diese Art von unsinnigen Gesprächen den ganzen Abend über immer mal wieder gehört und gesehen hätte.
Ach Leute, was ist denn dabei, wenn jemand seinen Platz verlässt, weil er durstig ist oder es zu warm oder was-auch-immer und ein paar Minuten später wieder zurück zu seinen Leuten möchte? Dann muss man doch nicht böse gucken. Aufgestanden, Platz vergangen, gilt nicht immer und hier überhaupt nicht.
Wie komme ich jetzt auf den Begriff „Komfortzone“? Dass sie bei ausverkauften Konzerten selten eingehalten werden kann, liegt in der Natur des Luxors, dass sie jedoch so schamlos übertölpelt wird wie an diesem Abend nicht unbedingt. Man stelle sich die Situation wie folgt vor: voller Laden, vierte Reihe, kurz vor der Sardinenbüchse. So weit alles im grünen Bereich. Wir haben es uns in der Enge eingerichtet. Oft erlebtes, oft ertragenes. Dann ein Geschiebe von rechts, und zwei weitere Menschen klebten vor unseren Bäuchen. „Ist doch okay, wir sind ja auch kleiner.“ Nein, es ist nicht okay, denn nicht nur Größe, sondern auch die Masse spielt eine Rolle.
An normalen Tagen stört mich das alles sehr wenig, aber gestern Abend waren es die falschen Momente. Will sagen, es war ein mehr als unglücklicher Start in ein Anna Calvi Konzert, auf das ich sehr gespannt war.
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Paradise Lost – Köln, 30.03.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: -

Paradise Lost - Köln, 30.03.2011

Geschenkt, geschenkt. Wie die Jungfrau zum Kind kam ich zu diesem Konzertbesuch. Grundsätzlich ist es ja immer so: Quizgewinne klappen immer dann, wenn man sie nicht unbedingt herbeigefleht hat.
Also Paradise Lost. Nun gut, es gibt sicherlich schlechtere Gästelistenplatzgewinne, aber auch bessere.
Oh ja, ich steh auf das, was man Indie nennt, auch auf Britpop und meinetwegen auch auf Elektro und Hip-Hop und vielleicht auch bald auf Jazz, aber absolut nichts anfangen kann ich mit zwei Musikrichtungen: Ska und Metal. Beides erschließt sich mir irgendwie nicht, diese nervigen Trompeten, diese satten Gitarrensoli, ich halte sie nicht aus.
Paradise Lost standen für mich im weitesten Sinne für Metal. Dass das nur bedingt stimmt, lernte ich später im Luxor.
Denn natürlich hatte ich große Neugierde und eine Riesenlust, mir dieses Geschenk nicht entgehen zulassen. Warum auch? Weil ich die Musik nicht mag? Quatsch. Ich hatte Zeit, war nicht zu angenervt von der Arbeitswoche und wollte mal wieder auf ein Konzert. Und auf einem „Metalkonzert“ war ich bis dato noch nicht und – ich erkläre das gleich – ein Unsinnkonzert pro Jahr, das muss sein.
Unter einem Unsinnkonzert verstehen wir Konzertbesuche von Bands, deren Musikstil uns nicht interessiert und uns nicht wichtig ist, von dem wir uns aber einen hohen Unterhaltungswert versprechen. Zwei Bedingungen muss ein Unsinnkonzert jedoch erfüllen: erstens, es darf nichts kosten und zweitens wir dürfen keinem echten Fan die Tickets wegschnappen.
Beides war gestern mehr als gegeben: die Tickets gewonnen und das Luxor gerade mal zur Hälfte gefüllt.
Leider schaffen wir nicht jedes Jahr ein Unsinnkonzert, Christina Stürmer in 2009, Paradise Lost sollten es dieses Jahr werden.
Dass sich der Abend dann doch nicht als Unsinnkonzert herausstellte, konnte ich ja nicht ahnen.
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Buffalo Tom – Köln, 08.03.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: Friedemann Weise (k)ein unbekannter Kölner Singersongwriter*

Buffalo Tom - Köln, 08.03.2011

Dieser Abend stand lange auf der Kippe, obwohl er ursprünglich seit Wochen feststand. Was paradox klingt, ist jedoch erklärbar.
Ein Konzert an einem Tag nach einem langen, erholsamen Wochenende bedarf eines besonders großen Trittes, um sich abends noch raffen zu können und wegzugehen. Erst recht, wenn das nächste Lernmodul tags zuvor ins Haus geflattert ist und man sich innerlich bereits allabendlich am Schreibtisch sitzen sieht um sich Entitäten und anderem Datenmodellunsinn hinzugeben.
Es reichte ein Satz, der mich aus der Schwerfälligkeit jagte. „Wenn man vernünftig wird, dann wird man alt.“ Gesprochen wurde er im ’perfekten Vox Diner’, das ich früher häufiger gesehen habe als jetzt.
Nicht, dass ich nicht alt werden möchte oder es gar schon bin, irgendwie möchte das doch jeder. Älter werden hat unbestrittene Vorteile, und auch Vernunft ist nicht das schlechteste.
Im Themengebiet Konzerte ist Unvernunft jedoch sehr vernünftig und als ich diesen Satz hörte hatte ich plötzlich große Lust, unvernünftig zu sein. Welch tolle Abende hätte ich nicht erlebt, wenn ich die Vernunft hinzugezogen hätte. Und da auch dieser Abend alles hatte, was nach einem guten Abend klingt, schloss sich der Argumentationskreis ganz schnell.

Also rein ins Getümmel, das keines war. Oder um es mit den Worten des Vorprogramms zu schreiben: „ Ich spiele gerne vor Leuten, die weit hinten stehen. Da steh ich sonst auch.“ Weiterlesen

Those dancing days – Köln, 01.03.2011

Ort: Luxor, Köln
Vorband: The Blackberries

Those dancing days - Köln, 01.03.2011

“The sky is way bigger than I ever thought it could be
I really can’t see where it ends
Clouds like bubbles in a sink touching my face
Makes me forget how to think”
(Run, run)

Es ist immer ein gutes Zeichen, wenn man tags drauf noch einen Refrain vom Vorabend im Kopf hat. Der Vorabend bescherte mir ein Konzert der fünf Schwedinnen von Those dancing days, und als einfache Überleitung zu diesem tollen Konzertabend bietet sich der Verweis auf den Bandnamen geradezu an.
Oh ja, es war ein tanzreicher Abend (wenn ihr Konzert den ganzen Tag gedauert hätte auch Tag).
Those dancing days tanzten vor, das Publikum tanzte mit.
Gute 50 Minuten ging das launige Treiben zu schönstem Sommer-Pop mit Hammond-Orgel Appeal. Wer sich da nicht hinreißen ließ, sollte die Schuld bei sich suchen.
An den fünf Schwedinnen lag es in definitiv nicht. Mit viel Unbekümmertheit und natürlicher Eleganz spielten sie sich durch ihr 50minütiges Programm. Lisa Pyk ruderte unentwegt mit ihren Armen, Rebecka Rolfart und Mimmi Evrell spielten ihre Gitarren mit wehenden Haaren in schönster Heavy Metal Manier und Sängerin Linnea Jönsson schwebte zu alle dem elegant über die Bühne. Einzig Schlagzeugerin Cissi Efraimsson hatte aufgrund ihres Instruments weniger Tanzspielraum.
Den machte sie aber wett mit einem flotten Takt und einem allzeit schelmischen Grinsen. Schnell wurde sie für diesen Abend unsere Lieblingsschwedin. Weiterlesen

The pains of being pure at heart – Köln, 28.11.2010

Ort: Luxor, Köln
Vorband: -

The pains of being pure at heart - Köln, 28.11.2010

Im Sommer des letzten Jahres waren sie der letzte heiße Scheiß. Das Luxor war knackevoll, die Erwartungshaltung hoch, die Stimmung euphorisch.
“The Pains of being pure at heart” hatten gerade ihr Debüt veröffentlicht und galten als die letzte Rettung für ambitionierten Twee-Pop.
Sehr zu recht, denn ihr Album „The Pains of being pure at heart“ ist eine Ansammlung von Hits. Damit hatten die vier einen Maßstab gesetzt, der höher kaum sein kann und der sie in den nächsten Monaten auf alle wichtigen Festivals und in alle wichtigen Konzertstädte dieser Welt chauffierte.
Ende letzten Jahres erschien ihre zweite EP, nicht minder schlecht. Das nächste Album, „Belonging“, wird für 2011 erwartet.
Mittlerweile ist der große Hype weg, die Band machte sich rar, tourte viel in den USA und in Japan und war in Europa „nur“ auf dem ein oder anderen Festival zu sehen. Und sehr oft in Spanien. Im grauen Herbst nun steht eine kleine Mitteleuropatour an, und Köln war wiederum dabei.
Für mich also keine Frage, kurz vorbeizuschauen und mich in Sachen „The Pains of being pure at heart“ Schaffenswerk updaten zu lassen. So ganz bin ich da nämlich nicht auf dem laufenden. Also, ein Album, zwei EPs, soweit habe ich nichts verpasst.
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