Ort: Gebäude 9, Köln
Vorband:Delay trees

Mittwoch vor 172 Jahren wurde Paul Cezanne geboren. Paul Cezanne war einer der einflussreichsten Künstler des ausgehenden 19. Jahrhunderts und stilprägender Wegbereiter nachfolgender Malergenerationen des Postimperialismus und der Moderne.
Warum erwähne ich dies? Nun, am Morgen erinnerte mich Google an diesen Umstand und so blätterte ich mich im digitalen durch sein Gesamtwerk. Dabei fiel mir auf, dass zu den Bildern seiner „dunklen Periode“ (es wäre übertrieben zu behaupten, ich hätte auch schon vor vier Tagen gewusst, dass Paul Cezanne eine dunkle Phase hatte) ideal die I like trains Songs passen, die zufällig im Hintergrund liefen.
So ganz zufällig lief das aktuelle I like trains Album natürlich nicht, sollte doch am Abend ihr Konzert anstehen und ich wollte mich vorab noch mal ein wenig einhören.
Dicker Farbauftrag, kontrastreiche, dunkle Töne und getragene Gitarren, an dieser Kombination zu tagschlafender Zeit gab es nichts auszusetzen, dieses Zufallskonstrukt war ein harmonisches Ganzes.
I like trains sind die Sorte Bands, die ich „aus dem vorbeigehen“ kenne. Hier und da habe ich mal was gehört, aber ernsthaft mit ihnen beschäftigt habe ich mich nie.
Ihre letzte CD „He who saw the deep“ kaufte ich alternativlos, aber auch, weil mir irgendwann auf einer Autofahrt erzählt wurde, I like trains gehören zu den guten Bands.
Und zu diesen gehören sie zweifellos. Ihr 2010er Album ist toll. Die Songs erinnern zwar stark an 20 andere Bands und an die Editors, aber es gibt schlimmere Querverweise.
„He who saw the deep ist ja ihr Sommeralbum“. Es war während der Umbaupause im Gebäude 9, als ich diese Worte höre. Verstehen konnte ich sie nicht. Noch nicht. 90 Minuten später war mir klar, was gemeint war.