Album 2010 – Midlake

Midlake - The courage of others

“Mojo – album of the month.” Diese Zeitschrift hat Geschmack!
Midlake waren auch mein erster musikalischer Aufreger 2010. „The Courage of others“ kaufte ich zu Beginn des Jahres, ich glaube es war im Januar, und ich war von Anfang an sehr angetan.
Neugierig geworden auf Midlake bin ich über ihre Single „Rulers, ruling all things“. Ein klasse Song, der mich zum Kauf des Albums zwang und mich beinahe auf eines ihrer Konzerte führte.
Mit „The Courage of others“ öffnete sich ein Genre für mich, dem ich bis dahin (und eigentlich auch noch immer) emotionslos gegenüberstand bzw. -stehe. Die Musik der Bärtebands: Neo Indie Folk Rock, damit konnte und kann ich nicht so viel anfangen.
Midlake, deren zweites Album klanglich genau in diese Schublade passt, haben mich allerdings überzeugt. Charmanter 70er Jahre Rock und 60er Jahre Folk, der mir so wunderbar ins Ohr geht, dass ich dieses Album immer und immer wieder gerne höre.
Ihre melancholischen und unaufgeregten Songs passten gut zum Februarwinterwetter 2010 und stehen auch dem jetzigen Dezemberschnee noch recht ordentlich. Ein Ganzjahresalbum also, zu dem man hervorragend weg dösen kann. Vom ersten Ton an. „Acts of man“ ist so monoton einschmeichelnd, dass einen die Couch förmlich anfleht. Und da es so bedächtig sanft weitergeht, möchte man auch nicht mehr aufstehen. Aber es gibt weiß Gott schlimmeres, als seine Zeit tagträumend auf dem Sofa zu verbringen.
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Album 2010 – Teenage Fanclub

Teenage Fanclub - Shadow

Was habe ich mich gefreut, als in diesem Jahr einige Teenage Fanclub Konzerte in diesem Land bestätigt wurden.
Die Schotten gehören gut und gerne seit fast zwanzig Jahren zu meinen Lieblingsbands. Bandwagonesque, ihr 1991er Album, fand ich zwar nicht ganz so toll, aber spätestens seit „Thirteen“ und der Singles „Radio“ und „Hang on“ war ich begeistert. Die sehr famose Zusammenarbeit mit De la Soul mal ganz außen vor.
Das ist schon einige Jahre her. In der Zwischenzeit veröffentlichten Teenage Fanclub viele Alben, die mich mal mehr (Grand Prix) mal weniger überzeugten. In diesem Jahr und nach fünf Jahren Pause, erschien nun „Shadow“: Ein Album, das mich mehr überzeugte als zum Beispiel sein Vorgänger Man-made.
Was mehr soll ich sagen, es ist alles wie immert im Teenage Fanclub Kosmos. Auch im fortgeschrittenen Alter schaffen es Norman Blake (Gesang, Gitarre, Keyboard), Raymond McGinley (Leadgitarre, Gesang) und Gerard Love (Bass, Gesang) locker, eine betörend leichte, flockige Melodie nach der nächsten aus den Ärmeln zu schütteln. Und erneut stelle ich mir die Frage: Kann man vor Schottlands Küsten eigentlich surfen?
Teenage Fanclub Musik sagt: Ja, man kann!

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Album 2010 – Stars

Stars - The five ghosts

Die Stars sind gesetzt. Punkt. Selten hat mich eine Band so vom Fleck weg begeistert wie diese kanadische Band. Als ich war Jahren dieses Video sah, dieses Konzerte besuchte und dieses Album hörte, war es um mich geschehen.
In Amy Mullen verliebte ich mich sofort und die Songs der Stars sind aus meinem Berg an Lieblingssongs nicht mehr wegzudenken.
2010 brachte nun „The five ghosts“, ein Album über Geister. Zumindest im Opener „Dead hearts“ werden die Spukgestalten mit dem bandtypischen Duettgesang zwischen Amy Mullen und Torquil Campbell thematisiert. Da auch die nächsten vier Songs sehr gut sind (die übrigen Songs sind nur noch gut), ist es nicht sehr verwunderlich, dass sich dieses Album in den TOP 10 wiederfindet.
Ach, die Stars wissen einfach gute Popsongs zu schreiben und mit Amy und Torquil haben sie die Schlüsselpositionen Gesang und Rampensau einfach zu gut besetzt.
Bei den Stars bin ich kritikresistent!

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Album 2010 – Top of the blogs

die Albend des Jahres

„Seine Lieblingsalben kann man sich nicht aussuchen, die Alben suchen dich aus.” (frei nach Fever Pitch)

Natürlich ist es immer wieder spannend durch all die Blogs zu streifen und die beliebtesten Platten der Blogger-Kollegen zu bestaunen und diese mit der eigenen Top 10 zu vergleichen. Jedoch macht die ganze Sache doch noch viel mehr Spaß, wenn all diese individuellen Listen zusammen gerechnet werden, um so einen ultimativen Überblick zu erhalten. Bei der Vielzahl an Musik-Blogs im deutschsprachigen Raum, werden so viele Geschmäcker bedient, dass man von Zeit zu Zeit schon den Überblick verlieren kann.Für das Jahr 2009 hatten Ariane von WhiteTapes und Tom von der blogpartei eine eben solche Aktion durchgeführt, dabei kamen 14 Blogs mit über 100 verschiedenen Alben zusammen.
Was letztes Jahr geklappt hat, sollte doch auch dieses Jahr wieder wunderbar funktionieren. Deswegen starte ich hier den Aufruf zu den Top of the Blogs 2010. Mit diesem Gemeinschaftsprojekt möchte ich für all die unterschiedlichen Blogger eine gemeinsame Chart-Liste für das Jahr 2010 zusammenbasteln. Die Ergebnisse dieser Umfrage stehen dann allen Interessenten im Netz zur Verfügung und dürfen liebend gerne verteilt, vervielfältigt oder sonst wie präsentiert werden.

Soweit Martin von vinylgalore zu seinem Ansinnen, die ‘Top of the blogs’ auch 2010 wieder zu beleben. Eine sehr gute Idee, wie ich finde, und natürlich werde ich diese Initiative mit meiner kleinen Liste unterstütze. Vielen Dank Martin für deine Mühe!

Über das ein oder andere Album aus den TOP 8 habe ich meinen Senf schon abgegeben, über das ein oder andere Album der TOP 8 werde ich das bis Jahresende noch machen.
Daher gibt es hier keine großen Lobhudeleien, einzig die Plätze neun und zehn bedürfen einer kurzen Anmerkung.

Meine TOP 10 2010 sind:
01. Delphic – Acolyte
02. The Wave Pictures – Susan rode the cyclone
03. The Avett Brothers – Live, Vol. 3
04. Teenage Fanclub – Shadow
05. Midlake – The courage of others
06. Stars – The five ghosts
07. Hundreds – Hundreds
08. Caribou – Swim
09. The School – Loveless unbeliever
Songs, die die Carpenters und St. Etienne vergessen haben zu schreiben.
10. Best Coast – Crazy for you
Gestern erst gekauft, sofort geliebt. California uber alles!

Album 2010 – Delphic

Delphic - Acolyte

Manchester! Im Frühjahr konnte ich die Happy Mondays oder die Soup Dragons getrost archivieren. Es gab jetzt eine neue Band, die der Rave-o-lution der 90er Jahre ihre logische 00er Jahre Fortsetzung gab.
Delphic, vier Jungs aus Madchester, machten das britische Pop-Tanzalbum des Jahres. „Acolyte“ ist vielleicht das Album mit der größten Hitdichte 2010. Alleine unter den ersten sechs Songs sind fünf Hits. „Clarion call“, „Doubt“, „This monumentary“, „Red lights“, „Halycon“ und das grandiose achtminütige „Acolyte“. Hinzu kommt noch der Liebling „Counterpoint“ und das Hitbarometer steigt auf 74% Acolyte.
Der Erfolg, zumindest im Mutterland des Pop, war absehbar. 2009 wurden Delphic auf Platz drei der BBC Charts ’Sound 2010’ gewählt, direkt hinter Ellie Goulding und Marina und vor den Hurts und den Drums. Und wie es manchmal so ist, die Vorschusslorbeeren wurden bestätigt, behaupte ich mal. Wer auch nur ein bisschen auf Alternative Dance oder britische Popmusik steht, wird, nein muss dieses Album lieben. Underworld, New Order und ganz viel Factory Anleihen spiegeln sich in Delphics Debütalbum wider. Das ist grandios und gefällt mir sehr. Daher platziert sich das Album richtigerweise in meinen Jahrescharts. Vielleicht ist es sogar mein Album des Jahres.
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Album 2010 – The Avett Brothers

The Avett Brothers - Live, Vol. 3

Ist das Country? Ich fürchte ja.
Die Avett Brothers wurden 2001 in Charlotte, North Carolina, gegründet, als sich Banjospieler Scott Avett und Gitarrist Seth Avett mit dem Kontrabassisten Bob Crawford zusammen taten. Zu dieser Zeit waren die Brüder noch Mitglieder der Neo-Punkband Nemo, die sich kurze Zeit später jedoch auflöste.
Vier Alben nahmen sie in der Zeit bis 2007 auf. Die Veröffentlichung „Emotionalism“ (2007) aber gilt als erste ‘reine‘ The Avett Brothers Platte. 2009 folgte ihr Majordebüt „I and Love and You“ und in diesem Jahr die Live CD „Live, Vol. 3“.
„Live, Vol. 3“ wurde 2009 in ihrer Heimatstadt aufgenommen und beinhaltet Songs aus ihrem neunjährigem Schaffen. Es ist daher ein guter Einstieg in das Werk und die Musik der beiden Brüder. Volume 3 heißt sie deswegen, weil es zuvor schon zwei Livealben der Band gab bzw. gibt: 2002 erschien “Live At The Double Door Inn” und 2005 “Live, Volume 2″.

Entdeckt habe ich „Live, Vol. 3“ beim Musikfachhändler, und verkaufstechnisch bin ich ihm voll auf den Leim gegangen.
Mir ist schön öfters aufgefallen, dass zu den Zeiten, zu denen ich im Geschäft bin, Musik nach meinem Geschmack läuft, und ich habe mich schon ein oder zweimal dabei ertappt, wie ich die Alben, die gerade die Verkaufsfläche beschallten, gekauft habe.
Steckt da Methode dahinter, gerade so wie im Film „High Fidelity“? „Wetten, ich verkaufe gleich eine Avett Brothers CD“, wird er vielleicht zu seinem Kollegen gesagt haben, als er mich durch die Gänge schleichen sah.
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