Einige Sätze zum neuen Franz Ferdinand Album “Tonight”.
Die Indieelektric Welle ist bei den grossen Bands angekommen. Nachdem Bloc Party bereits letztes Jahr die Gitarren vernachlässigt haben, gehen Franz Ferdinand nun ebenso diesen Weg.
Auf “Tonight” dominieren, mit wenigen Ausnahmen, die Beats. Was nichts schlechtes ist, bzw. was das Album nicht zu einem schlechten Album macht.
Dennoch haut mich “Tonight” nach dem ersten Hördurchgang nicht um. “Wenn schon, denn schon”, lieber Ferdinandler, wenn schon Beats, dann bitte richtig.
“Live alone” oder die erste Single “Ulysses” sind meine ersten Hängenbleiber, weil sie konsequent auf die Karte Clubbeats setzen. Oder andersrum: “What she came for” oder “Katherine kiss me” (was mich sehr an “Eleonor put your boots on” erinnert) sind meine weiteren Favoriten, weil sie sich konsequent an den “alten” Franz Ferdinand orientieren.
Die übrigen Songs sind mir erstmal nicht wichtig. Sie schwimmen zwischen den Meeren und wirken sehr bemüht. Ganz scheint es, als möchten hier Franz Ferdinand es allen recht machen. Ein bisschen Dub, aber auch nicht zuviel um diejenigen nicht zu verschrecken, die dem musikalischen Zeitgeist nicht ganz so aufgeschlossen gegenüber stehen.
Die eigentliche Überraschung ist die Zusatz-CD. “Blood”, oder im Untertitel “The Tonight Dub-versions” ist ein brilliantes Album. “Die on the floor”, ein Mördersong, strotzt soviel mehr als die undubbed Variante “Can’t stop feeling”, ähnliches gilt für die anderen Tracks. Auf “Blood” sind Franz Ferdinand konsequent tanzbar, und das macht die acht Stücke so wunderbar harmonisch und eingängig, und so typische Franz Ferdinand Stücke.
“Tonight” und “Blood” sind eindeutig Franz Ferdinand. Das ist mal klar.
Dieses Album ist ein sehr wichtiges Album für 2009.