Miami Vice im 21. Jahrhundert, genauer gesagt 2006. Ungefähr 20 jahre nach der gleichnamigen TV Serie nun der Kinofilm. Runderneuert und wenig gemein mit der Serie. Es gibt einen tieferen Handlungsstrang, das ist der vordergründige Hauptunterschied. Die tiefgründige Aussagekraft bleibt aber bestehen, “Wir sind Zeitgeist.” Und was ist heute – zumindest nach Hollywoodaspekten – hip? Zuerst, man entschied sich gegen R’n'B für einen Alternative Rock Soundtrack. Ersteres hätte wunderbar zu Miami gepasst, zweites eignet sich besser für Actionfilme (und gefällt mir besser). Wir hören Mogwai’s “Auto rock” und anderen US-Alternative Rock aus der Schublade Creed, Live und dieser kanadischen band, dessen Name mir gerade nicht einfällt. Wir sehen deutsche Autos, schneeweiss oder nachtschwarz, und natürlich Schnellboote. Die Anzugsfarben passen zum Nachthimmel Miamis und die T-Shirtfarben zu den Lichtspielen bei Tage. Ein stilistischer Augengenuss. Die Kameraführung ist schnell, abrupt und hektisch, in der finalen Ballerszene erinnert sie an Dokumentationen von Kriegsberichterstattern. Tja, so ist Kino heute, Miami Vice 2006, eine gelungene Transformation in die Jetztzeit. Das einzige, was spontan an die Serie erinnert, ist Phil Collins “In the air tonight” im Abspann. Hier in einer angerockten Version von wemauchimmer.