Wie stelle ich mir als kleiner naiver Musikfan den Schaffensprozess eines Albums vor?
Drei oder vier Freunde treffen sich, spielen zusammen ihre Instrumente und irgendwann entsteht daraus ein Hit. Zufällig hat einer der drei oder vier gerade was tolles erlebt, oder seine Freundin hat ihn verlassen und er hat seine Gedanken dazu notiert. Fertig ist der Songtext.
Doch dann gibt es noch Band-Dokumentationen. Die reale, harte Welt. Desillusionierend und Idealzerstörend. Wie gestern auf arte. Metallica dokumentierten für sich und den Rest der Welt den dreijährigen Arbeitsprozess zu ihrem St. Anger Album. Some kind of Monster heisst die resultierende anderthalbstündige Dokumentation.
Statt Spass und Spiel Arbeit, Diskussionen und Streit über Zwischenmenschliches (“Ich komme mir mit meiner Meinung nicht ernstgenommen vor.”) und Belanglosigkeiten (“Warum hört ihr die Aufnahmen wenn ich nicht dabei bin. Das ist unfair.”). Statt bedeutungsschwangeren Texten ein Brainstorming aller Beteiligten zwischen den Aufnahmen. (“So, jetzt schreibt mal auf was euch zu der Musik einfällt”.). Wo bleibt die Romatik?
Und alles wirkt wie ein Geschäftsessen. Betonte Freundlichkeit.
James Hetfield macht zwischendurch eine Entziehungskur und darf danach nur noch von 12 bis 16 Uhr arbeiten. Lars Ulrich (in der Schule hatte ich einen Klassenkameraden der hiess auch Lars Ulrich – das fällt mir immer ein wenn ich an Metallica denke) arbeitet in der Zwischenzeit sentimentalst die Bandgeschichte auf. Ein neuer Bassist – Jason Newsted hat kurz zuvor die Band verlassen – wird ausgesucht und engagiert, erhält als Startprämie 1 Mio Dollar und kann sein Glück kaum fassen.
Ist das wirklich so? Ist alles ab einer bestimmten Grössenordnung nur noch Geschäft?
Zum runterkommen schau ich heute oder morgen nochmal die The Notwist Doku und den Mr Beast Film von Mogwai. Es muss auch anders gehen. Es geht auch anders!
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