Anika

Ich kenne noch eine Anika. Seit guten 15 Jahren. Wir lernten uns an der Hochschule kennen, an der wir zusammen studierten. Später entschieden wir uns für die gleiche Fachvertiefungsrichtung und schrieben anderthalb Jahre später gemeinsam unsere Diplomarbeit.
Jetzt sehen wir uns noch ein- bis zweimal im Jahr, eine lange vergessene Freundschaft wurde so vor einigen Jahren neu aufgeweckt und wachgehalten.
Diese Anika fällt mir beim Namen Anika sofort ein. An die Musikerin Anika denke ich derzeit noch nicht so oft. Anika (die Musikerin), die zeitweise in Berlin oder in Bristol wohnt und im Sommer gerne mal in Haldern arbeitet, veröffentlichte vor Wochen ihr Debütalbum „Anika“.
Ein Mix aus Coverversionen, so derartig verschroben und neu interpretiert, dass man sie nicht erhört, wenn man nicht weiß, dass es welche sind, und schönen Eigenkompositionen. Zusammen mit Geoff Barrow (ja, Portishead Barrow) und dessen Seitenprojektband Beak entstanden mitunter spärliche und sperrige Sounds. Krautrock, Dub, 60s Underground. mal mehr, mal weniger. Viel mehr gefällt mir aber, dass Anikas Sprechgesang so deutlich nach Nico, wie es deutlicher gar nicht geht. Und da ich Nico’s Stimme grandios finde, gefällt mir auch Anika’s.
Living between Berlin and Bristol whilst working as a political journalist and music promoter, Anika met Bristol band Beak>. Immediately it was clear that they shared the same musical vision; a love of punk, dub and 60’s girl groups. The following week Anika and Beak> went into the studio to begin recording ANIKA’s debut album.
They recorded the album in 12 days. The album is a collection of uneasy easy listening.
Was nicht weiter schwer ist, denn nicht nur dass ihre kehlige Stimmer den gleichen Ton trifft, nein, auch die sehr reduzierten Songs des Albums treffen den mittlerweile über 40 Jahre alten Nico-Velvet Underground Stil perfekt: brummender Bass und metallische Drumcomputer.
Altbacken klingt es deswegen noch lange nicht und so ist „Anika“ ist ein sehr modernes Album. Anika reiht sich ein in die Schlange der James Blake und der Jamie und anderen XX‘en.
Sehtest:
“I go to sleep” ist im Original von Ray Davies, der es jedoch erst 1998 mit den Kinks veröffentlicht hat. Es gibt unzählige Cover, u. a. von Cher, den Pretenders oder Soulwax. Und diese hier.
Alles nachzulesen hier.
Über bandcamp kann man sich “Anika” downloaden, bei SoundCloud im Stream anhören.


Eigentlich bin ich schon ein wenig verwundert, dass das Debüt nicht viel stärker wahrgenommen wurde. Nicht nur weil mit Geoff Barrow ja kein Unbekannter die Fäden in der Hand hält, sondern auch weil sowohl Sound als Sängerin wirklich charismatisch sind. Die Cover-Version von I Go To Sleep ist sehr gelungen, Yang Yang mein persönlicher Favorit.
ging auch bis kürzlich vollständig an mir vorbei. und ich war auch sofort begeistert. jene, die das album im letzten jahr bewarben, hatte ich ignoriert, leider.