Ein Besuch im Balkonrestaurant
Eine familiäre Geburtstagsfeier im kleinen Kreise stand an. Wir verabredeten uns in einem Balkanrestaurant in einer Stadt im Ruhrgebiet. Es war eines dieser typischen Restaurants, die man im Land zu tausenden findet. Gegründet Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre, etabliert in den darauffolgenden 10 Jahren. Das Inventar gleicht sich auffallend. Es herrschen Eichentisch und -stuhlkombinationen vor, die mit den bunten, blumenähnlichen Sitzpolstermustern. Ich nenn es mal modernes Gelsenkirchener Barock. Wer sich nichts darunter vorstellen kann, dem genügt ein Blick in die Möbelhausangebotsprospekte, die jedem Wochenblättchen beiliegen. Die Speisen heissen auch überall gleich. Balkanteller und Husarenspiess (jeweils mit Pommes und Reis), Steak mit Kräutersauce und ein bischen Fisch lassen den Besuch in jedem der Restaurants zu einem deja-vu Erlebnis erscheinen. Lecker ist es überall. Und mit einem Grillteller macht man selten was falsch. Der Salat an der Standard-Salatbar (ein weiteres markantes zeichen) fällt da nicht ab. Nur die Portionierung variiert von Lokal zu Lokal zwischen viel zu viel Fleisch und sehr viel Fleisch. Hier war es sehr viel Fleisch. Das war okay, denn so passte auch noch der Nachtisch.

