The strange death of liberal England.
Oh Mann, was für ein Name. Das tippen dauert schon Sekunden, und das aussprechen erst. Da ich das Zehnfingersystem nicht beherrsche, und beim paste & copy immer c und v verwechsle, nutze ich doch lieber das bekannte Bandkürzel: „TSDOLE“.
„TSDOLE“ sind eine englische Band. Aber keine Popband. Eher eine Rockband.
Adam Woolway (Gitarre, Gesang), Andrew Wright (Bass), Andrew Summerly (Schlagzeug), Kelly Jones (Glockenspiel, Hintergrundgesang) und William Charlton (Gitarre, Schlagzeug) gründeten sich 2005 in Portsmouth.
„Drown your heart again“ ist ihr zweites Album (nach der 8 Songs umfassenden EP “Forward March!”) und die englische Presse schreibt u. a. folgendes:
” They sing songs in shouty, American-accented unison about wars, graves and solitude over thudding pianos, growling basslines, and relentless percussion, bringing to mind the anarchy of Pixies and the strange pastoralism of British Sea Power.”
Oder:
„Intellecto-situationists The Strange Death Of Liberal England are here to distract us from the earthly pleasures of The Twang. And prevail they shall – mainly because they sound like Arcade Fire with tattoos and have a singer so dreamily effete he makes Neil Young seem like a car wash worker” – (NME)
Englische Bands stehen gemeinhin für Pop, amerikanische für Rock. So banal einfach ist die Welt manchmal. TSDOLE sind die kleine – und bei Weitem nicht einzige – Ausnahme dieser Regel. Wenn dies nicht schon interessant genug wäre, nein, nicht nur amerikanisch klingen sie, auch ein „klingt wie Arcade Fire“ wird ihnen nachgeschrieben. Hab ich zumindest gelesen.
Nun, im Fall der ersten Single „Rising star“ und dem nachfolgenden “Like a curtain falling“ stimmt das sehr, das Arrangement und die Stimme Adam Woolway zeigen hier gewisse Ähnlichkeiten.
Aber im ganzen ist das Album doch andersartig und kein Arcade Fire Abklatsch. Je genauer ich hinhöre, desto mehr erhöre einen britischen Einschlag, New Model Army geistern in meinem Kopf ohne es an bestimmten Sequenzen festmachen zu können. Könnte mit den Produzenten der Songs zu tun haben. „Drown Your Heart Again“ z. B. wurde von Dave Allen produziert. Oder mit ihren Lieblingsbands: The Cure und The Smith. Ach herrje.
Schön werden die Refrains aller Songs, wenn Co-Sängerin Kelly Jones unterstützend eingreift. Ihr Mit-Gesang macht die Sache interessanter und verleiht den Stücken einen kleinen Besonderheitsstatus. Und es passt.
So wie das gesamte Album. Anspieltipp sei das zehnte und letzte Stück „Dog barking at the moon“. In über 10 Minuten zeigt es, was die Band kann und wo The strange death of liberal England herkommen.
Viel Spaß beim hören. Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) Flickering light
02) Flagships
03) Rising sea
04) Curtain falling
05) Lighthouse
06) Autumn
07) Shadows
08) Come on you young philosphers
09) Yellow flowers
10) Dog barking at the moon
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