IGYOT – Spinning for the cause

IGYOT-Spinning for the causeI got you on tape (IGYOT) sind Sänger Jacob Bellens, Gitarrist Jacob Funch, Jeppe Skovbakke (Bass) und Schlagzeuger Rune Kielsgaard. Alle vier stammen aus Dänemark, genauer gesagt aus Kopenhagen.
„Spinning the cause“ ist ihr drittes reguläres Album. Ihr selbst betiteltes Debütalbum aus dem Jahr 2006 und der Nachfolger “2” aus dem Jahr 2007 bilden den ersten und zweiten Output der Band. Ein irreguläres Remix-Album erschien 2008. Das war vier Jahre nach ihrer Bandgründung.
Soweit die musikalischen Eckdaten.

In Deutschland, oder weit fassender gesagt, außerhalb Dänemarks, sind IGYOT irgendwie unbekannt. Also behaupte ich mal. Oder anders gesagt: ich kannte diese Dänen nicht, freue mich aber umso mehr, dass sie mir diese Woche vorgestellt wurden.
IGYOT machen melancholischer Rock-Pop-Folk. Das ist so neu nun nicht, viele haben der Welt schon vor einiger Zeit gezeigt, wie toll dies im 21. Jahrhundert klingen kann. Anschließend kamen andere und haben dieses verfeinert und ausgebaut. Melancholischer Indierock ist also etabliert und eigentlich wurde alles gesagt. Uneigentlich gibt es aber immer wieder kleine Ausrufezeichen, Überraschungen. „The Black heart procession“ zum Beispiel oder eben IGYOT. Also was Neues im Sektor der melancholischen und getragenen Gitarren? Jein. Nicht neu, aber aufhorchenswert, wie ich finde.
Sommersault könnte man kennen. Ich kannte es nicht. Das ist die Single vom zweiten Album „2“ und ein seltsamer Song mit einem merkwürdigen Video. „Sommersault“ ist aber irgendwie gut.
Und genau so ist es mit „Spinning For the Cause“:
Seltsam, aber irgendwie gut.
Da wäre die sehr britisch klingende Stimme des Sängers, die mich an Blur oder die Bluetones denken lässt. Ein Umstand, der mir spontan sehr sympathisch ist. Der Eindruck legt sich im Laufe des Albums, und live ist davon ehedem nicht allzu viel übrig. Aber das sammelt erste Pluspunkte. Und mehr Pop als im sehr guten „The Blacksmith“ geht eigentlich nicht. Das macht Spaß.
Und dann sind da die merkwürdigen Momente. Das aus dem Takt fallende Schlagzeug im Eröffnungsstück, das mich kurz an der Funktionalität meines mp3 Players zweifeln lässt, oder das letzte Stück des Albums, „Wedding Song“. Ein Song, der durch seine Shoegazeästhetik völlig aus dem Rahmen fällt und den ich hier nicht erwartet hätte. Es ist das lauteste Stück auf „Spinning the cause“ und passt einerseits so gar nicht zu den anderen neun Songs. Andererseits macht es großen Sinn.
Trotz aller netten Merkwürdigkeiten ist „Spinning for the cause“ Pop. Erst etwas munterer, dann etwas melancholischer. Pop und Melancholie, eine Kombination, die in den nördlichen Breitengraden nicht ungewöhnlich ist.
In diesem Sinn sind IGYOT eine skandinavische Band.

Viel Spaß beim hören. Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) Cabaret
02) Permanent Vacation
03) The Blacksmith
04) Ace In The Hole
05) Polkadots
06) Spinning For The Cause
07) Waking Up The Brotherhood
08) Beggars And Bangers
09) Talk About The Threadmill
10) Wedding Song

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