Reunions und Neuveröffentlichungen

All diese Reunions meiner alten Helden stimmen mich nachdenklich. Habe ich mich noch sowas von über die neue Lemonheads CD und das letztjährige Konzert gefreut, so habe ich bei Dinosaur Jr., den Smashing Pumpkins, James oder The Jesus and Mary Chain (beliebig erweiterbar, z. B. durch die Happy Mondays) zwiespältige Gefühle.
Einerseits freut es mich, neue Sachen zu hören, andererseits liegt der Erwartungswert doch eher bei altbekanntem als innovativ Neuem.
Hier liegt ein kleiner Vorteil bei Evan Dando und den Lemonheads, da deren Musik eher zeitlos daherkommt und nicht klar in die Geschichte einordbar ist wie die von Dinosaur Jr. oder den Smashing Pumpkins.
Wieso soll ich nun das neue James Album kaufen? Aus Mitleid? Weil ich Fan bin? Um endlich meine aktive Vergangenheitsbewältigung durchzuführen? Und welches Ansinnen haben die Bands? Sind sie auf einmal wieder Freunde und wollen unbedingt zusammen Musik machen? Brauchen sie Geld oder die grosse Bühne, die sie als Solokünstler nie erreicht haben oder erreichen werden? Billy Corgan hätte doch ohne die Smashing Pumpkins Reunion Rock am Ring nie und nimmer geheadlinert. In der Visions 170 hat Lou Barlow über die Reunion von Dinosaur Jr und die Veröffentlichung von Beyond gesagt, es sei “seine letzte große finanzielle Chance”.
Und damit hat er wohl recht. Andere Bands könnten das bestimmt unterschreiben, auch wenn sie es nicht zugeben.
Beyond habe ich mir trotz alledem gekauft. Als Fan.
Und zum New Model Army (zwar nicht wiedervereint, gehören aber in diesen Kontext) Konzert im Dezember in Köln gehe ich auch wieder. Die Intention lautet dann: Vergangenheitsbewältigung.