Melissa auf der Maur – Out of our minds

Melissa auf der Maur - Out of our mindsMelissa auf der Maur sagt über „Out of our minds“ folgendes:
“OOOM began as a song. It was mid first decade of the 21st Century and technology had just begun to dismantle the music business towers. It was the best thing that could’ve ever happened to me. The landscape changed and I began to morph my roots in visual arts with the music. The many portals of OOOM invite listeners and viewers to discover on their own, at their own pace and in their own space. If you’re listening, Come in…”.
Die Schlussfolgerung ist richtig. Das neue Album „Out Of Our Minds“ ist nur ein Teil eines multimedialen Gesamtpaketes. Ein Comic-Buch und ein 28 minütiger Kurzfilm, erdacht und gespielt von MELISSA AUF DER MAUR, ergänzen und komplettieren den Soundtrack.Melissa auf der Maur, derzeit im besten Rockkünstleralter, trat 1994 erstmals heller in Erscheinung, als sie die Nachfolge der verstorbenen HOLE Bassistin Kristen Pfaff antrat. Mit Courtney Loves Band spielte sie das bereits sehr poppige „Celebrity Skin“.1999, nach dem faktischen Ende von HOLE, half sie bei den Smashing Pumpkins aus, nachdem die ursprüngliche Bassistin D’arcy Wretzky die Band verlassen hatte. Zusammen mit Billy Corgan und James Iha, der Melissa auf der Maur auf ihrem Debütalbum unterstützt hat, ging sie auf die letzte große Pumpkins Tour. Ende 2000 dann lösten sich die Smashing Pumpkins auf, 2004 veröffentlichte Melissa auf der Maur ihr Debütalbum „Auf der Maur“. Neben dem Bass übernahm sie dabei erstmals auch Gesangparts.
Nun also Soloalbum Nummer 2. Sechs Jahre nach „Auf der Maur“. Der erste Eindruck ist gut. Rock. Alternativ Rock. Aber auch dies:Das Debüt ist definitiv zugänglicher, weniger konzeptionell. OOOM enthält keine Metalgitarren mehr wie sie in den Übersongs des Vorgängers, „Lightning is my girl“ oder „Real a Lie“. Stattdessen höre ich im dritten Song „Father’s Grave“ eine altbekannte Stimme. Gothrock Papa Glenn Danzig gibt sich die Ehre. Im Blues-Duett mit Melissa. Der Song klingt sehr Danzig affin: schwer, getragen, timbresk. Das passt gut, denn auch der Rest des Albums ist eher dunkel und sphärisch gekleidet. Herausragend wie eh und je Melissas klare Stimme und ihr sehr feines, unverwechselbares Bassspiel. Auf diesen beiden Steinen bauen viele Stücke. „The one“ und „22 Below“, um zwei Beispiele zu nennen. Überhaupt ist “22 Below” einer der stärksten Songs des Albums. Neben „Meet me on the darkside“, eine musikalische Hetzjagd durch tiefe Wälder, die noch am poppigsten daherschlendert, vielleicht die ersten Hängenbleiber. Beim zweiten und dritten Hören fallen andere Songs auf. Die dramatischen „The key“ oder „This would be paradise“, das gitarrenlastige Instrumentalstück „Lead horse“.„Out of our minds“ ist eine feine Kombination aus Gothrock Elementen, Alternative Momenten und so weiter.
Schwarz ist das neue Weiß, titulierte das ZEIT-Magazin vergangene Woche. Schwarz wird die Mode-Design-Hippness-Farbe des nächsten Jahrzehnts. Wenn dem so ist – und dem ZEIT-Magazin kann man in diesen Fragen durchaus vertrauen – dann ist OOOM das erste Statement zum neuen, unbunten Jahrzehnt.
Ein sehr zeitloses Dokument, eines der Alben des Jahres.

Viel Spaß beim hören:
Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) The Hunt
02) Out Of Our Minds
03) Isis Speaks
04) Lead Horse
05) Follow The Map
06) 22 Below
07) Meet Me On The Darkside
08) This Would Be Paradise
09) Father’s Grave
10) The Key
11) The One
12) 1000 years

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