Gunter Gabriel

Gunter Gabriel Photo: diepresse.com

Darüber muss geschrieben werden. Gunter Gabriel covert Radiohead.
Seine neue Platte „Sohn aus dem Volk – German recordings“ verharrt in starker Anlehnung an Johnny Cashs American recordings. Artwork, Stil und Konzept bedienen sich gnadenlos an Cashs Comebackreihe.
Interpretierte der amerikanische Countrysänger wohlgekonnt Sachen wie „Personal Jesus“, „The mercy seat“ oder Hurt in wunderbarer Art und Weise, nimmt sich Gunter Gabriel, der zu Lebzeiten mit Johnny Cash befreundet war und der deutsche Versionen von Cash Songs tonierte, Ideals „Blaue Augen“, Peter Fox „Haus am See“ und eben Radioheads „Creep“ in einer eingedeutschten Variante vor.
„Ich bin ein nichts“, so der Titel. Gabriel singt über sein Leben, das sich kurz so zusammenfassen lässt: einfache Kindheit, Erfolg, Alkohol, Schulden, Abstieg. Ist das jetzt peinlich, oder gar lächerlich, oder doch großartig?
Klar kann man schnell mit Argumenten wie: „billiger Plagiatismus“, „möchtegern Cash“ oder „geht’s noch peinlicher?“ Statements daherkommen, und im Netz sind diese Äußerungen denn auch in der Mehrheit zu lesen.
Wer hätte anderes erwartet, wenn sich ein Musiker einen der besten Songs der 90er als Cover vornimmt, und zu allem Übermaß auch noch einen deutschen Text dazu schreibt. Das geht eigentlich nicht. Nachdem ich das Video nun drei-, viermal gesehen habe, bin ich mir aber nicht sicher. Geht das wirklich nicht? Ist es nicht vielmehr ein großartiges und ehrliches Cover, das der Person Gunter Gabriel gerecht wird?
Um mir eine wirkliche Meinung zu bilden, müsste ich mich mehr mit dem Leben und Gesamtwerk Gunter Gabriels beschäftigen. ZDF- Fersehgartenauftritte und „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ reichen hierfür nicht aus.
Kontrovers diskutiert wird es allemal.
“Wenn Gunter Gabriel Radiohead covert, sollte man eigentlich ergriffen oder erschüttert schweigen, je nachdem.” (Die Rückseite der Reeperbahn)

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Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Erste Reaktion war auch von mir “das darf der nich” :-D Aber wenn man ehrlich ist, so übel ist es nicht, der Gesangsstil ist sicher nicht unbedingt “junges gemüse”-tauglich, aber zumindest ists auch nicht einfach drauf los übersetzt, sondern schon in einen Sinn verpackt. Man muss wohl nicht erwähnen, dass ich die Radiohead-Version bevorzuge, aber der Song ist schon deutlich schlechter gecovert worden und zum darüber aufregen ists wirklich doch zu gut ;-)

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  2. ich weiss noch wie ich vor paar jahren ne Doku über den Kerl gesehen hab, wo es hiess, der hat keine Kohle mehr und is am Ende… und nu macht er wieder Musik, und richtig gute, wie ich find.

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