Incubus – Monuments and Melodies

Incubus - Monuments and MelodiesEine Best-of Kompilation ist eine feine Sache. Diese kleinen, feinen Zusammenstellungen sind gut bei Bands, die man selbst verpasst hat, weil man zu jung ist oder sich zu gegebener Zeit nicht für sie interessiert hat. Sie lassen einen wunderbaren ersten Eindruck auf das Gesamtwerk eines Künstlers zu. Kompilationen können Einstiegsdrogen sein, oder, wenn es schlecht läuft, Best-of‘s bleiben. Doch dann hat man zumindest die Gewissheit, das charttechnisch Wesentliche einer Band, sprich alle veröffentlichten Singles, und alle Bandhöhepunkte des Massengeschmacks im Schrank stehen zu haben.
Incubus Gitarrist Michael Einziger sieht das ähnlich. In einem Interview mit Billboard.com erzählt er über das neue Album „Monuments and melodies“ und verrät, dass die Band anfangs von der Idee eines “Best Of”-Albums gar nicht so begeistert war:

“It was almost like we were trying to come up with an excuse to go on tour for the summer and we started really thinking about the idea of putting out a greatest hits album and having that as the excuse to accompany the tour we were planning.
And then as we started planning it, it became really obvious that greatest hits records are really important to the legacy of any band. I was introduced to most of the groups I grew up listening to — artists like Jimi Hendrix and Bob Marley and the Doors — through their greatest hits records.
So we began realizing that it’s in fact really an honor to be able to put together a greatest hits package, and it started becoming nostalgic, like watching a home movie. It’s really cool to take a step back and look at this collection of music we’ve spent all these years writing and playing. It’s humbling.”

Incubus. Die Band aus Calabasas, Kalifornien, gegründete sich 1991. Von den vier Gründungsmitgliedern Brandon Boyd, Mike Einziger, Dirk Lance (1991-2003) und Jose Pasillas sind aktuell ausser Dirk Lance, der 2003 durch Ben Kenney ersetzt wurde, noch alle an Bord. Seit 1998 wird die Band um Chris Kilmore ergänzt, der den DJ Platz von Gavin Koppell übernommen hat.
Ihr Musikstil war anfangs eine Mischung aus Funk Metal und Crossover, die an den Sound von Bands wie den Red Hot Chili Peppers, Primus und Mr. Bungle erinnerte. Im Laufe der Zeit mutierten sie dann zu einer der wichtigsten Bands des ur-amerikanischen Alternative Rock.
In die Erfolgsspur kommen Incubus mit ihrem 1999 er Album „Make Yourself“. Die ersten beiden Single-Auskopplungen „Stellar“ und „Pardon Me“ sind sehr erfolgreich, doch erst mit dem 2001 veröffentlichten Song „Drive“ ziehen sie in die Top 10 der US-Billboard Charts und ebnen sich so den Weg in den Mainstream. Der typische Incubus Sound war damit gefunden. Einprägsam und prägnant sind neben Gitarrenspiel Mike Einzigers die typischen Boyd‘ schen Gesangslinien, die der Band ihr unverwechselbares Gesicht geben.
Nach insgesamt sechs Studioalben und 13 veröffentlichten Singles haben Incubus nun ein Best-of Album zusammengestellt. „Monuments and Melodies“ heißt es, am 12.06. kommt es in den Handel.
Natürlich sind alle 13 Singleauskopplungen auf dem Album vertreten.
Damit aber nicht genug. Auf einer zweiten CD findet sich unveröffentlichtes Material. Unter anderem mit zwei Stücken vom Japan Release des letzten Studioalbums „Light Grenades“, dem Bandbeitrag zum Filmsoundtrack „Stealth“ („Admiration“) und dem aus dem Incubus Liveprogramm bekannten Prince Cover „Let’s go!“.
Eine Zusatz- CD, die das Best-of Album auch dem eingefleischten Fan schmackhaft machen soll. Ob der Qualität der Beiträge bleibt dies abzuwarten.
Die elf Songs reißen keine Bäume aus. Das Prince Cover ist gar nervig und nur schwer erträglich. Mir scheint, dass die Tracks seinerzeit nicht umsonst unveröffentlicht bleiben, bzw. nur in Japan erschienen sind. Nette Songs, keine Frage, aber im Gedächtnis bleiben sie nicht.
Genauso wie die beiden neuen Stücke, seit drei Jahren die ersten musikalischen Lebenszeichen der Band.
Auffallend ist dabei, dass Incubus am Erfolgsrezept ihrer Musik nichts geändert haben. Die neue Single „Black Heart Inertia“ und “Midnight Swim”, der zweite neue Track, sind keine großen Offenbarungen. Es ist gut konserviertes Althergebrachtes, das, zumindest bei „Black Heart Inertia“, nach wie vor tadellos funktioniert. Ein guter Incubus-Song, der wunderbar zum sich derzeit einstellenden Frühsommer-Gefühl passt. Mehr aber auch nicht.
So ist „Monuments and Melodies“ eine der obligatorischen Bands Best-of Kompilationen, die solide, aber ohne neue, unbekannte Höhepunkte daherkommt. Trotzdem gilt das oben erwähnte: Für Leute, die die Band zu ihrer Hochzeit verpasst haben eine wunderbare Gelegenheit, sich Incubus kompakt ins Haus zu holen. Und Songs wie „Stellar“ oder „Pardon me“ kann man zwischendurch immer mal wieder hören.
Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
DISC ONE
01) Black Heart Inertia (neu)
02) Drive
03) Megalomaniac
04) Anna-Molly
05) Love Hurts
06) Wish You Were Here
07) Warning
08) Stellar
09) Talk Shows On Mute
10) Pardon Me
11) Dig
12) Oil And Water
13) Are You In?
14) Nice To Know You
15) Midnight Swim (neu)

DISC TWO
01) Neither Of Us Can See (bisher unveröffentlicht)
02) Look Alive
03) While All The Vultures Feed ((bisher unveröffentlicht)
04) Pantomime (bisher unveröffentlicht)
05) Anything (bisher unveröffentlicht)
06) Punch Drunk
07) Admiration
08) Martini (bisher unveröffentlicht)
09) A Certain Shade Of Green (Acoustic) (bisher unveröffentlicht)
10) Monuments And Melodies (bisher unveröffentlicht)
11) Let’s Go Crazy (bisher unveröffentlicht)

Links:
Incubus Homepage
Incubus MySpace

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