Dear Lament… . Der Name kommt mir bekannt vor. Nach kurzer Überlegung ist klar. Ja, ich habe diese Band schon mal live gesehen, im Vorprogramm von „The pain of being pure at heart“.
Die Sängerin sorgte seinerzeit für das zweitlustigste Gesprächserlebnis nach einem Konzert. Noch völlig geflasht vom famosen Abend stellten wir beim rausgehen ungefragt und unabhängig voneinander fest, dass die Frisur der Sängerin unangefochtene Klasse hat. Konzertfrisur des Jahres lese ich Tage später. Das stimmt und grundsätzlich war diese Einigkeit nicht verwunderlich, stehen doch mindestens zwei der drei am Gespräch beteiligten Jungs auf Justine Frischmann. Wer die Elastica Frontfrau nun vor seinem geistlichen Auge hat, dem ist alles klar. Alle anderen müssen die Bildersuche bei Google bemühen.
Aber das war nicht alles Erzählenswerte von diesem Abend. Ein zweiter Satz blieb mir in Erinnerung. Während ihres Auftritts erwähnte mein Nachbar plötzlich folgendes: “Oh, der Bassist spielt einen fünfsaitigen Bass.“ Ist das ungewöhnlich? Sollte mich das auch erstaunen? Nun, ich habe, außer zu Orff’schen Instrumenten, die ich zwangsweise in der Grundschule spielen musste, keinerlei Musikinstrumentenwissen. (Wikipedia belehrt mich dahin gehend, dass ich erfahre, es gibt vier bis sieben saitige E-Bässe. Aha.)
Irgendwie ist mir das im Gedächtnis geblieben, warum auch immer. Ich sollte mir mal wichtigere Dinge merken.
Der Bassist war übrigens John Dusko. Neben Daniel Seitz, Aram Khlief und Sängerin Jenny Späth ein Teil der Kölner Band Dear Lament. „Handle with care“ heißt ihr nun erscheinendes Debütalbum.
Dear Lament sind beileibe keine Indiemucker, auch wenn ich irgendwo etwas von „modernem Undergroundsound“ gelesen habe. Undergroundsound ist ein blödes Wort, und die Musik von Dear Lament ist alles, nur nicht das. Sie ist einfach Rockmusik. Zeitlose, elegante Rockmusik. Mal in ruhiger Form („Hannah“ mit Guns’n’Roses Gedächtnis- Balladengitarrensolo), mal lauter („Your voice“ oder „Small door“, beide mit klebrigen Hardrockgitarren zu Beginn), mal chartverdächtig („My house“). Eben so, wie man das halt macht, oder machte. Sie spielen Rock, wie er in den 90er Jahren überall zu hören war. Gerade heraus, in klaren Strukturen. Spirenskes jeglicher Art lassen sie dabei außen vor.
Dear Lament… kommen aus der Nachbarstadt und man sieht sie ab und an im Vorprogramm oder auf MTV. Dort sagte unlängst Markus Kavka über die vier:
Drei Buben und ein Mädchen aus Köln, machen so im weitesten Sinne IndieRock, ja, mit ‘ner Prise erdigem Grunge aber dann auch so ein bisschen abgefahrene Spielereien[...] und noch so‘ n bisschen englische Coolness. Also eine sehr interessante Mischung. Und vor allen Dingen eine wirklich vortreffliche Sängerin.
Ich musste spontan an Karen O denken als ich die Stimme gehört habe, von den Yeah Yeah Yeahs, brauch sie sich überhaupt nicht zu verstecken, die Jenny.
Update: Während ich das hier zusammenschreibe, läuft in einer Endlosschleife dieses YouTube Video. “Wait and stay” gefällt mir von mal zu mal besser!
Viel Spaß beim hören. Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) Battery
02) Showtime
03) Your voice
04) My house
05) Small door
06) Beeze
07) Wait and stay
08) fading
09) Hannah
10) Cut off your hair
Sehtest:
I got you on tape (IGYOT) sind Sänger Jacob Bellens, Gitarrist Jacob Funch, Jeppe Skovbakke (Bass) und Schlagzeuger Rune Kielsgaard. Alle vier stammen aus Dänemark, genauer gesagt aus Kopenhagen.
Ich hatte sie hier vor einigen Tagen bereits lobend erwähnt. Oder nur erwähnt, ich hab es vergessen. Teenagers in Tokyo, oder sagt man Teenagersintokyo, diese junge, dynamisch rückwärtsblickende Band aus Australien hat ein Debütalbum produziert, das von einer solch konsequenten 80er Wavehaftigkeit ist, das es einem Angst und Freude zugleich macht.
Nicht mehr brandneu, aber egal! Wer kennt – noch – The Organ?!
Melissa auf der Maur sagt über „Out of our minds“ folgendes: