Album 2010 – The Avett Brothers

The Avett Brothers - Live, Vol. 3

Ist das Country? Ich fürchte ja.
Die Avett Brothers wurden 2001 in Charlotte, North Carolina, gegründet, als sich Banjospieler Scott Avett und Gitarrist Seth Avett mit dem Kontrabassisten Bob Crawford zusammen taten. Zu dieser Zeit waren die Brüder noch Mitglieder der Neo-Punkband Nemo, die sich kurze Zeit später jedoch auflöste.
Vier Alben nahmen sie in der Zeit bis 2007 auf. Die Veröffentlichung „Emotionalism“ (2007) aber gilt als erste ‘reine‘ The Avett Brothers Platte. 2009 folgte ihr Majordebüt „I and Love and You“ und in diesem Jahr die Live CD „Live, Vol. 3“.
„Live, Vol. 3“ wurde 2009 in ihrer Heimatstadt aufgenommen und beinhaltet Songs aus ihrem neunjährigem Schaffen. Es ist daher ein guter Einstieg in das Werk und die Musik der beiden Brüder. Volume 3 heißt sie deswegen, weil es zuvor schon zwei Livealben der Band gab bzw. gibt: 2002 erschien “Live At The Double Door Inn” und 2005 “Live, Volume 2″.

Entdeckt habe ich „Live, Vol. 3“ beim Musikfachhändler, und verkaufstechnisch bin ich ihm voll auf den Leim gegangen.
Mir ist schön öfters aufgefallen, dass zu den Zeiten, zu denen ich im Geschäft bin, Musik nach meinem Geschmack läuft, und ich habe mich schon ein oder zweimal dabei ertappt, wie ich die Alben, die gerade die Verkaufsfläche beschallten, gekauft habe.
Steckt da Methode dahinter, gerade so wie im Film „High Fidelity“? „Wetten, ich verkaufe gleich eine Avett Brothers CD“, wird er vielleicht zu seinem Kollegen gesagt haben, als er mich durch die Gänge schleichen sah.
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Album 2010 – The Wave Pictures

The Wave Pictures -  Susan rode the Cyclone

Unscheinbarkeit zu Beginn.
Im Frühjahr hatte The Wave Pictures live auf einem Festival gesehen. Das war unser erster Kontakt und seinerzeit kannte ich bewusst nichts von den drei jungen Engländern. Während ihres Auftritts bemerkte ich jedoch, dass ich das ein oder andere Stück schon mal gehört hatte. Im Radio, im Internet, in der Umbaupause? Irgendwo da draußen …
Ich entschied mich, ihr Set ein paar Minuten länger anzuschauen, die drei auf der Bühne machten überdies einen guten gelaunten Eindruck und das an diesem Nachmittag schon zahlreich anwesende Publikum hatte sichtliche Freude am Konzert der Wave Pictures. Da ihr Spieltermin aber sehr unglücklich lag, konnte und wollte ich ihr Set nicht bis zum Ende schauen. Ein Umstand, über den ich mich im Nachhinein sehr ärgere. Im Gedächtnis blieben mir ihre Gitarrensoli und die Vermutung, dass es die drei eine sehr lustige Truppe sind.
Vor einigen Wochen stolperte ich dann zufällig über ihr Album. Ich erinnerte mich an ihren tollen Auftritt, und da ich gerade in Kauflaune war, legte ich „Susan rode the Cyclone“ einfach dazu. Zuhause hat mich das Album dann völlig begeistert. Wie konnte ich die Band im Frühjahr nur so unterschätzen? „Kittens“, „Cinnamon baby“, „Blind drunk“, „Throwing words“ was für tolle Songs, irgendwo zwischen Antifolk und Pop. Und die Songtexte sind nochmals eine Nummer für sich. Nicht, dass ich alle bis in das letzte Detail verstehen würde, dafür ist mein Hörverständnis zu miserabel, aber das, was ich raushöre, klingt genauso, wie ich die Band von ihrem Liveauftritt in Erinnerung habe. Sich einfach mal nicht ganz ernst nehmen. Oder mit den Worten der Wave Pictures gesprochen: „Why work hard when you can work clever?“
Eine ausführlichere CD Besprechung gibt’s hier.

Das Tracklisting des Albums liest sich wie folgt:
01) Kittens
02) I shall be a ditchdigger
03) Sweet heart
04) Cinnamon Baby
05) Throwing words
06) I just want to be your friend
07) Blind drunk
08) Marie again
09) Susan rode the Cyclone

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Best Coast – Köln, 07.12.2010

Ort: MTC, Köln
Vorband: Sky Larkin

Best Coast - Köln, 07.12.2010

Diesen Abend habe ich total unterschätzt.
Drei Mädels und drei Jungs, aufgeteilt auf die kalifornische Band Best Coast (2-1) und die Briten von Sky Larkin (1-2) boten zwei Stunden lang allerbeste Gitarrenunterhaltung.
Best Coast nicht zu den aufstrebenden Combos 2010 zu zählen, wäre wie Weihnachten ohne Dominosteine. Es würde etwas wichtiges im Portfolio ‘Bands 2010‘ fehlen. Die Kalifornier (oder wie ich es vorgestern auf 1live in deren lustiger Moderationsmanier gehört habe: Best Coast from West Coast) veröffentlichten im Sommer ihr Debüt „Crazy for you“, und sind spätestens seit diesem Augenblick in allen analogen und digitalen Musikmagazinen mehr als vertreten.
Ich kenne „Crazy for you“ natürlich noch nicht, ich habe bis heute ja noch nicht einmal Warpaint verarbeitet. Manchmal brauche ich etwas länger und so wundert es mich im Nachhinein auch überhaupt nicht, dass ich sie auf diesem kleinen Festival im Frühjahr gänzlich übersehen hatte. Ich war wohl irgendeine Mainstreamband gucken …
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Foals – Köln, 06.12.2010

Ort: Live Music Hall, Köln
Vorband: The Invisible

Foals - Köln, 06.12.2010

Die Foals. Lange nicht mehr gehört.
Also ich nicht. Im Mai diesen Jahres veröffentlichten sie ihr zweites Studioalbum „Total life forever“. Es ist der Nachfolger des überaus innovativen und wegweisenden, ich könnte auch sagen bahnbrechenden, Debüt „Antidotes“.
„Antidotes“ war und ist ein tolles Album, und so rannten wir auch direkt nach der Veröffentlichung zum nächstliegenden Konzertort und waren sehr angetan von den Livequalitäten, den hochhängenden Gitarren und der Fülle an Lieblingsliedern, die die Foals aufs Parkett zauberten. „Cassius“, „Olympic airwaves“, toller, zackiger und sehr tanzbarer Math-Rock. Das ist jetzt zwei Jahre her.

Der Nachfolger „Total life forever“ ist nicht minder schlecht. Die Presse ist zufrieden (Wenn die Musikindustrie nicht komplett den Bach runtergeht, dann könnten die Foals wirklich eine ganz große Nummer werden. on3) oder Das Gerüst der Musik [wurde] an vielen Stellen gelockert, das Vertrackte aus der Math-Rock-Vergangenheit der Band wird durch elegische Texturen aufgeweicht, es gibt weniger Hektisches in den Strukturen, weniger Kryptisches in den Inhalten. Intro) und wir freuen uns über ein weiteres gutes Album.
Ich muss jedoch gestehen, dass ich aus dem Stehgreif überhaupt nichts zu „Total life forever“ sagen kann. An das Plattencover, ja, daran habe ich neblige Erinnerungen. Aber ansonsten: Wie hieß noch mal die Single? Mist, es gibt einfach zu viele gute Platten, die man hören muss, sollte, kann. Da werden nicht nur die schlechten sofort im CD-Regal des Vergessens einsortiert. Manchmal triff es auch Alben, die immer am CD Spieler liegen müssten. Wie die Foals Alben zum Beispiel oder alle St. Etienne Platten, die ersten beiden Oasis, alle Interpol oder alle Bettie Serveert Veröffentlichungen. Ui, der Stapel wird ganz schön hoch!
Nein, der ausgewiesene Foals Experte bin ich wahrlich nicht, und so ist auch dieser Abend wie so viele andere Konzertabende. Ich werde mich von den Songs überraschen lassen. Ich werde heimlich grinsen, wenn ich bekanntes wiederhöre, und heimlich neugierig schauen, wenn ich scheinbar unbekanntes ausmache.
Trotz der ein oder anderen Überraschung war es letzten Endes doch ein vertrauter Abend, die Unbekanntheitsdichte blieb im unteren Level.
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Album 2010

die Albend des Jahres

Nein, ich kann mich nicht dagegen wehren. Meine schönsten Alben des Jahres, sie gehören einfach in diesen Blog. Und da es draußen gerade schneit, der verkaufsoffene Sonntag eher uninteressant ist und auch sonst nicht viel anliegt, fange ich schon mal an. Ist ja nicht mehr viel 2010 übrig, und acht Alben, so viele kann ich schreiben, müssen auch erst mal kommentiert werden.
Also, meine acht Besten 2010 sind:

Midlake, Delphic, TFC, die Wave Pictures, Hundreds, Caribou, die Stars und die Avett Brothers.

Hab ich jemanden vergessen, übersehen? Ich glaube nicht.
Tiefere Einblicke in das wie und warum dann in loser Reihenfolge in den nächsten Tagen. Ich bin gespannt!

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