Video: Of Montreal – The past is a grotesque animal

Zurücklehnen und geniessen.

For Of Montreal’s latest album, Paralytic Stalks, Barnes and his bandmates call their tour and stage show “hallucinatory and transportive,” with more than a dozen projection screens and strange, wandering creatures that look like amoebas. (npr.com)

Der 9.30 Club ist voll, in den Staaten sind sie also grösser als bei uns. In Köln war es familiärer, aber nicht weniger spektakulär.
of Montreal – Köln, 19.04.2012

Cloud nothings – Dortmund, 04.05.2012

Ort: FZW, Dortmund
Vorband: KMPFSPRT

Wie erkläre ich beispielsweise meinen Arbeitskollegen Konzertfahrten in entfernte Städte zu nicht in der Öffentlichkeit stattfindenden Bands und Musikern? Eine Frage, die sich mir manchmal stellte und die ich mittlerweile mit „Am besten gar nicht“ beantworten möchte. Das ist mein Fazit nach vielen Konzertfahrten und –ausflügen und einigen Erzählansätzen. Steht das Besuchen von Auswärtsspielen der Lieblingsmannschaft oder der pfingstliche Kegelausflug akzeptiert als Mittagstischgespräch, so sind dies Konzertbesuche nicht. Sicherlich war jeder meiner Kollegen schon mal bei einer Westernhagen, Depeche Mode oder Springsteen Veranstaltung, aber das ist im Regelfall Jahrzehnte her (die Erinnerung daher verblasst) und mit Konzerten haben diese Grossevents ja auch nur eine Bühne und Musik gemeinsam. Und da ist die erste Erklärungs-Hürde: Konzertbesuche in einem kleinen Club? (Im skeptischen Tonfall vorgetragen.)
Ja, es ist tatsächlich nicht so, dass die Hallengrösse etwas mit der Musikalischen Qualität zu tun hat, und nein, auch in stickigen, kleinen Absteigen sind Kartenpreise von 30 Euro nicht unbedingt überzogen. (Um die Frage nach dem Preis gleich zurückzugeben ohne zu verpassen direkt darauf hinzuweisen, dass 15-22 Euro die durchschnittliche Kostenspanne ist.) Und dafür fährst du nach …? Na, du musst ja Zeit haben. Ja und Nein. Ich habe genauso viel Zeit wie andere auch und was sind schon 100 Kilometer? Dafür fahr ich mit dem Fahrrad zur Arbeit und geh‘ zum Brötchen kaufen zu Fuß.
Richtig, mein Lebensumfeld klingt vermeidlich spießig und nicht nach hipper Businessbranche. Aber lustigerweise sind die meisten Intensivkonzertgeher, die ich kennengelernt habe, auch nicht in Medienkonzernen beschäftigt. Was sind wir also für Leute, die – nach meiner Privatstatistik – eher an Mittagstischen in Behörden und Firmenkantinen sitzen als anderswo? Und warum machen wir das, verplempern Zeit, Geld und sind unter der Woche abends nicht zuhause?
Für heute kann ich die Fragen beantworten: Weil ich Cloud nothings unheimlich spannend finde. Und weil ich das FZW in Dortmund für einen angenehmen Konzertort halte. Für mich sind das zwei ausreichende Gründe.
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Cloud Nothings

Und tatsächlich merkt man „Attack On Memory“ an, dass es sich hier um einen ganz besonderen Moment in der Musik handelt. Diese Mischung aus LoFi, Post-Grunge, purem Punk, Indie-Hommage, heiligem Zorn, dieser Schuss vor den Bug für alle Neo-Folker, diese Ablehnung alles Heimeligen ist ein Meisterwerk geworden. Und offensichtlich hat Baldi neben dem Händchen für Sound und Songwriting auch noch eines für die Auswahl seiner Musiker: Die rasch zusammengestellte Bande hat sich als fantastische Liveband herausgestellt, die die Geistesblitze ihres Frontmanns in unglaublich präziser Aggressivität umsetzt. Cloud Nothings ist die Band der Stunde, die Zukunft des Indierock und auf der Bühne der absolute Hammer.(queenaboutmusic.com)

Zum Wochenende sind die Cloud Nothings in Westdeutschland. Erst in Dortmund (morgen), dann in Köln (Samstag). Ihr aktuelles Album “Attack on memory” ist der Hammer und gefällt mir von Mal zu Mal besser. Acht Hits in einer guten halben Stunde, das gelingt nicht vielen. Meinen derzeitigen Favoriten hab ich mal ge-youtube-d. Hoffentlich schaffe ich es auf eines ihrer Konzerte.
Aber eigentlich hab’ ich gar keine Zeit …

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Lisa Hannigan – Düsseldorf, 30.04.2012

Ort: Tonhalle (Foyer), Düsseldorf
Vorband: -

Der etwas andere Tanz in den Mai.** Als ich vor einigen Wochen die Einladung bekam, an diesem Konzert als Besucher teilzunehmen, hatte ich mich sehr gefreut.* Der Ausflug in die Düsseldorfer Tonhalle erschien mir eine gute Gelegenheit, den Maiabend bei interessanter Musik und in schöner Umgebung zu verleben. Möglich gemacht haben dieses Konzert die Veranstalter der New Fall Konzertreihe, die in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfinden soll. Am 03.10 steigt die Eröffnungsveranstaltung mit keiner geringeren Band als The Notwist. Der Termin ist gebucht.
Das Lisa Hannigan Konzert war ein sogenanntes pre-event des New Fall, in der Gemütlichkeit vor rund 100 Zuschauern fand es im Foyer der Tonhalle statt. Entspannt saßen wir auf den Treppenstufen des atriumähnlichen Foyers kreisförmig um die Bühne herum und lauschten den größtenteils ruhigen und folkloristischen Klängen Lisa Hannigans und Band.
Lisa Hannigan, der Name sagte mir spontan nichts. Der aktuelle riesige Hype um die junge Irin, die in ihrem Heimatland mit ihrem aktuellen Album „Passenger“ Platz 1 in den Charts belegt, ist völlig an mir vorbeigegangen. „Knots“ habe ich bestimmt schon mal unbewusst gehört, doch wenn es so gewesen sei sollte ist es mir nicht stärker im Gedächtnis geblieben. So wurde der Konzertabend zu einer willkommenen Gelegenheit, mich mehr mit der Musikerin auseinanderzusetzen.
„Lisa Hannigans Stimme kling genauso versoffen wie die von Cerys Matthews“, so mein erster Gedanke, nachdem die ersten Zeilen von „Little bird“ verklungen waren. Cerys wer? Cerys Matthews war die Sängerin von Catatonia, einer walisischen Rockband Mitte der 90er und nach wie vor eine meiner Lieblingsbands. Cerys Matthews hatte damals eine leichte Ähnlichkeit mit der Schauspielerin Gillian Anderson. Passenderweise lautet Catatonias größter Hit „Mulder und Scully“.
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Luscious Jackson

Luscious Jackson emerged in 1991 as the coolest girls strutting the East Village. Playing a mélange of hip-hop rhythms, brooding bass, and mysterious harmonies, the group — founding members Jill Cunniff, Gabby Glaser, and Kate Schellenbach — hit hard among the then-burgeoning alt-punk-hip-hop scene in New York, propped up by their lifelong friends the Beastie Boys. By the time 1997 rolled around, Luscious Jackson had hit the Billboard charts (“Naked Eye”), and solidified themselves as one of the era’s most unique bands. But when their final album, Electric Honey, failed to pop off — and Cunniff wanted to have children — they went on hiatus in 2000.
But after 12 years, the trio is working on a new album, beginning with the breakbeat-laden pop song “Are You Ready?” Now liberated by the Internet, the group is funding their new work entirely through their fans via Pledge Drive, and gearing up for a new tour schedule (working around their families, of course). “Our fans are basically supporting our new record,” says Glaser. “It’s amazing.” (Spin magazine)

Es gibt durchaus schlechtere Nachrichten als diese. Luscious Jackson sind also zurück, sehr schön!
Ihr Album “Fever in, fever out” hatte ich erst vor einigen Jahren in einem Second-Hand Plattenladen wiederentdeckt und sofort gekauft. Bisher hatte ich das Album, das seinerzeit auf dem Beastie Boys Label erschien, nur auf Kassette. Ich mag es immer noch, steht hier. Was die neuen Sachen angeht, nun, da mag sich jeder selbst ein Bild machen. Über PledgeMusic kann man sich den neuen Song Are you ready? downloaden.

 

The Lemonheads – Esch-Alzette, 27.04.2012

Ort: Rockhal, Esch-Alzette
Vorband: DJ Set

Ein Album wie geschnitten Brot, dieses „It‘s a shame about Ray“. Ein Hit jagt den anderen und so ist es mehr als verdient und gerechtfertigt, das Evan Dando 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung mit dem Album im Programm auf riesengroße Welttournee geht. Seit Januar spielen sie fast täglich ein Konzert. Nach Köln kommen sie in diesem Monat auch noch, nun stand jedoch für die Lemonheads erstmals Luxemburg auf dem Tourplan. Ich war auch schon länger nicht mehr hier. Dabei ist die Rockhal eine meiner lieblingskonzertorte. Aufgeräumt und verkehrstechnisch gut erreichbar liegt sie in einem neuen Wohn- und Büropark Esch-Alzettes auf einem ehemaligen Fabrikgelände im sogenannten Esch Belval.
Pünktlich um halb neun bin ich vor Ort. der Weg durch die regnerische Eifel dauerte länger als geplant. An und für sich steh‘ ich dem Naturschutz positiv gegenüber, allerdings bin ich nach dieser erneuten Trödelfahrt über die B51 sehr für den Lückenschluss der A1 zwischen Blankenheim und Trier. Luxemburg würde dann noch ein Stückchen näher rücken, was ich durchaus gut finden würde. (Ja, manchmal muss ich egoistisch denken.)
Also, ich war zeitgerecht an der Halle und als ich den Saal betrat doch sehr überrascht: Gerade einmal 70 Leute tummelten sich im Innenraum. Dass die Rockhal nicht voll sein würde, hatte ich erwartet, dass es allerdings so leer sein würde, auch nicht. Seit wenigen Minuten legte ein DJ muntere und lange nicht gehörte Singles aus den 90ern auf: Belly, Buffalo Tom, Magnapop. Ein unterhaltsames Vorprogramm, dass die Zeit gut überbrücken sollte.
Da die Rockhal freies w-lan anbietet, kann ich noch ein bisschen lesen und mir die Zeit sinnvoll vertreiben. Gut für die Band, dass sich noch weitere Besucher in der Rockhal einfanden, so dass der Saal schlussendlich gut halbvoll war. Bis die Musiker auf der Bühne erscheinen sollten dauerte es noch eine gute Stunde. Nachdem der Lichtmann die Videoleinwand justiert hatte, alle Filme auf seinem Blackberry-Tablet ordnete und im Übereifer zweimal erst das Saallicht aus und wieder an stellte, trat gegen kurz vor 10 Evan Dando auf die Bühne.
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