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The House of love

„Shi, shi shi shi, shine on…“ Und, sitzt dieser Refrainbeginn noch im Ohr?
The House of love sangen ihn erst 1987 und dann neu aufgenommen und recycelt auf ihrem zweiten Album1990. Neben diesem typisch nach endachtziger klingenden Popsong enthält das Schmetterlingsalbum (so nennen alle das zweite The House of love Album) noch zwei weitere Knüller: „Hannah“ und „Beatles and the Stones“. Ersteres noch rückwärtsgewandt, zeigt „Beatles and the Stones“ vielversprechend den neuen Weg des britischen Indies jener Jahre. Ein sehr vorausschauendes Stück und für mich der beste Song des Albums.
Das Schmetterlingsalbum war mein Einstieg in The House of love.
Die Band um Sänger und Gitarrist Guy Chadwick und Schlagzeuger Peter Evans existierte zu diesem Zeitpunkt schon vier Jahre. Per Anzeige im Melody Maker fanden sie 1986 ihre zukünftigen KollegInnen Chris Groothuizen und Terry Bickers sowie Andrea Heukamp, die allerdings nach einem guten Jahr die Band wieder verließ. Damit stand die Urbesetzung als Quartett.

Zügig nahmen sie 1987 das oben refrainzitierte „Shine on“ auf. Es war The House of love’s erste Single und wie es sich für eine damalige englische Indieband gehörte, strebten sie eine Veröffentlichung auf dem hippen Creation Label an. Das gelang und 1988 folgte mit „Christine“ ein zweiter Single Kracher.
The House of love wurden bekannter, „Shine on“ und „Christine“ ließen großes erwarten und der Weg zu einer großen Band schien vorgezeichnet.

Für den ganz großen Ruhm standen sich The House of love allerdings in den Folgejahren selbst im Weg.
Drogen und Alkoholkonsum im übertriebenen Maß sowie eine ungesunde Portion Egoismus und Zickereien der einzelnen Bandmitglieder untereinander führten zu Unstimmigkeiten und Streitereien.
Dass dies auf Dauer nicht gut gehen kann, zeigte sich im Nachhinein radikal. Mit der Veröffentlichung ihres Schmetterlingalbums setzten The House of love zu diesem relativ frühen Schaffenszeitpunkt ihren größten kommerziellen Erfolg. Es war und blieb ihr einziges Top 10 Album.
Nach weiteren Touren und Umbesetzungen (Simon Walker, der zwischenzeitlich Terry Bickers an der Gitarre ersetzt hatte, verließ die Band nach musikalischen Differenzen und wurde durch Simon Mawby ersetzt) folgten 1992 die Aufnahmen zum dritten Album „Babe rainbow“. Die zuvor erschienene Kompilation „(A spy in) The House of love“ verfehlte bereits die Erwartungen der Plattenfirma und als auch das dritte Werk nicht restlos überzeugen konnte, schien es schnell vorbei zu sein.
Da bereits die Presse ihren Focus auf die aufstrebende Raveszene um die Stone Roses und den unaufhaltsamen Grunge gelegt hatte, spielten The House of love auch in den Medien keine große Rolle mehr. Ihr melodiöser, angewavter Gitarrenpop war nicht mehr en vogue.
Keine Presse, keine Verkäufe. Die Spirale begann sich zu drehen.
Als dann auch Schlagzeuger und Urmitglied Pete Evans die Band verließ, löste das andere verbliebene Urmitglied Guy Chadwick The House of love 1993 entgültig auf.

The House of love // kurze Kurzbio
– Stil: Shoegaze, Dreampop
– gegründet 1986
– Auflösung 1993 (Reunion 2003)

The House of love // wichtige Mitglieder
Guy Chadwick (Gesang, Gitarre)
Pete Evans (Schlagzeug)
Terry Bickers (Gitarre)
Chris Groothuizen (Bass)
Simon Walker (Gitarre)

The House of love // Alben
1988 The House of Love [Sampler der ersten beiden Singles]
1988 The House of Love [Erstes Album]
1990 The House of Love [Zweites Album]
1990 (A spy in) The House of Love [Kompilation]
1992 Babe Rainbow
1993 Audience with the Mind
2005 Days Run Away

The House of love // unser Kennenlernen
Über die Tanzfläche. Das oben genannte „Shine on“ oder später auch „Christine“ waren kleine Hits der Mittwochs-Disco in der Dortmunder Live Station. Nachdem ich also wochenlang dazu getanzt hatte, entschied ich irgendwann, den Namen der Band herauszufinden. „The House of love“, der DJ zeigte mir die dazugehörige Platte. Das Cover zeigte einen großen Schmetterling. Tage später entdeckte ich die CD dann im Plattenladen ’last chance’. Gekauft, geliebt, dauernd gehört.

The House of love // Lieblingssong
Da „Shine on“ durch die ewige Tanzflächenbeschallung schnell durch war, „The Beatles and the Stones“ vom 1990er Schmetterlings- Album. Ein Traum von einem Song!

The House of love // Noch was?!
Wenn es interessiert, die Band benannte sich nach dem Roman „A spy in the house of love“ von Anais Nin Pate.
2003 gab es eine Reunion, in Originalbesetzung mit Chadwick, Bickers und Evans, und 2005 erschien überdies mit „Days run away“ ein neues House of love Album. Sehr unnötig, wie ich finde!

Des Herrn Grothuizen Architektturbüro findet man hier.

Bei YouTube ist für unser Land kein einziges „Shine on“ Video mehr verfügbar.

The House of love // Links
@ myspace
@ lastfm

frank

"I can't go away with you on a rock climbing weekend - What if somethings on tv and its never shown again - Its just as well I'm not invited I'm afraid of heights - I lied about being the outdoor type."